Behördennummer 115 von Congstar und Kaufland zu teuer abgerechnet

Nach einer Beschwerde bei der Bundes­netz­agentur haben die Mobil­funk-Discounter Congstar und Kaufland mobil die Abrechnung für die Servicenummer 115 geändert. Über die sogenannte "Behördennummer" 115 lassen sich bundesweit Verwaltungsfragen klären - und eigentlich sollte das nicht mehr als ein Festnetztelefonat kosten.
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Das geht aus einem Bericht des Online-Magazins Teltarif hervor. Bei Teltarif hatte sich dabei schon im vergangenen Jahr ein Leser gemeldet, der Kritik an der Abrechnung von Anrufen zur 115 aus den Netzen bestimmter Mobilfunkanbieter hatte. Dabei wurde die Behör­den­ruf­nummer 115 allem Anschein nach nicht korrekt abgerechnet. Es ging speziell um Congstar und Kaufland mobil. Anrufe an die 115 wurden von diesen Anbietern mit 20 Cent pro Minute berechnet. Beide Anbieter gehören zur Telekom. Diese hohen Minutenpreise kritisierte der Leser als "grotesk" und wandte sich an die Bundes­netz­agentur und an die Geschäfts- und Koor­dinie­rungs­stelle 115 im Bundes­minis­terium des Innern. Infografik Mobilfunkstandard: 5G knackt 2022 die Milliarden-MarkeMobilfunkstandard: 5G knackt 2022 die Milliarden-Marke Zum Vergleich: Mittlerweile gibt es umfangreiche Regelungen zu Preisen von Sondernummern. So dürfen 0180x-Sonderrufnum­mern gene­rell nur noch höchs­tens 14 Cent pro Minute beziehungsweise 20 Cent pro Anruf kosten. Auch bei anderen Servicenummern sind die Preise ähnlich eingeschränkt worden.

Bei der Behör­den­ruf­nummer 115 gehen die Anbieter dieses Services übrigens selbst davon aus, dass ihr Angebot in den meisten Fällen kostenlos sein dürfte.

Auf der Webseite der 115 heißt es zu den Kosten:

"Der Service der 115 ist für Sie grundsätzlich kostenlos. Es fallen lediglich die Telefonkosten bei Ihrem Telefonanbieter an. Sie erreichen die 115 aus dem deutschen Festnetz zum Ortstarif. Sie ist zudem in vielen Flatrates der deutschen Mobilfunkanbieter enthalten. Bei Anrufen aus dem Ausland oder über einen ausländischen Mobilfunkvertrag können erhöhte Telefonkosten anfallen."

Die Rufnummer 115 dient dabei auch nur als "Weiterleitung" zu einer regulären Festnetznummer. Nach der Kritik an der hohen Berechnung hat die Bundesnetzagentur Aufklärung von den Anbietern gefordert. Diese haben nun ihre Berechnungen angepasst, wie es von der Bundesnetzagentur heißt. Die Bundes­netz­agentur erklärte dazu gegenüber Teltarif:

"Die Rufnummer 115 war - nach Kenntnis des Bundes­netz­agentur - in der jüngeren Vergan­gen­heit bei allen ‚Mobil­funk-Discoun­tern' erreichbar. Beklagt wurde bei der Bundes­netz­agentur, dass Anrufe von cong­star und von Kauf­land mobil beson­ders tari­fiert würden. Die Telekom hat dazu Ende Januar 2022 mitge­teilt, dass in cong­star-Prepaid-Preis­listen eine unzu­tref­fende Preis­angabe enthalten war. Tatsäch­lich seien Anrufe jeweils ‚analog Sprach­ver­bin­dungen inner­halb Deutsch­lands‘ bepreist worden. Dies sei in den entspre­chenden Preis­listen mitt­ler­weile korri­giert.

Für Kunden von Kauf­land mobil sei abhängig vom Tarif­modell tatsäch­lich ein beson­derer Tarif berechnet worden. Ab Mitte Februar 2022 würden Anrufe der 115 auch bei allen Kauf­land mobil Kunden ‚analog Sprach­ver­bin­dungen inner­halb Deutsch­lands‘ berechnet."


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