Amazon-Dritthändler bieten Geld für das Löschen negativer Kommentare
Amazon ist und bleibt die Großmacht im Online-Handel, am Unternehmen aus Seattle kommt keiner vorbei - weder als Händler noch als Kunde. Entsprechend wichtig ist das, was man dort in den Produktbewertungen zu lesen bekommt. Und da wird nicht immer sauber gearbeitet.
Fake-Reviews sind natürlich ein Aspekt, immer wieder versuchen Hersteller wie Händler, ihr Angebot in besserem Licht erscheinen zu lassen. Das bedeutet, dass positive Bewertungen gekauft werden, man beauftragt spezialisierte Anbieter, gefälschte Produktbewertungen zu hinterlassen. Das wissen aber natürlich auch Amazon und Co. und kämpfen intensiv gegen Fake-Reviews und vergleichbare Manipulationen.
Ein anderer und wohl auch noch recht neuer Aspekt ist, dass versucht wird, die Manipulation in gewisser Weise von unten durchzuführen: Denn laut einem Bericht des Wall Street Journal probieren immer mehr Drittanbieter, an E-Mail-Adressen von echten Amazon-Kunden zu kommen und bieten ihnen Geld an, damit diese ihre negativen Bewertungen löschen.
Letzteres bedeutet, dass Händler Amazon-Kunden nicht (extern) anschreiben können, ohne dass der Konzern davon erfährt. Dazu hat sich eine Schattenwirtschaft entwickelt, bei der Dienste entstanden sind, die es Händlern erlauben, an Daten wie Mail-Adressen von Kunden zu gelangen.
Das WSJ verweist auf diverse Fälle, bei denen enttäuschten Kunden eine (großzügige) Rückerstattung oder Geschenkkarten geboten wurde, damit diese eine kritische Bewertung löschen. Das ist zwar verboten, dennoch gibt es offenbar eben - alles andere als saubere - Wege, an solche Daten zu kommen. Sollte man ein solches Angebot bekommen, dann rät bzw. bittet Amazon, solche Nachrichten zu dokumentieren und zu melden.
Ein anderer und wohl auch noch recht neuer Aspekt ist, dass versucht wird, die Manipulation in gewisser Weise von unten durchzuführen: Denn laut einem Bericht des Wall Street Journal probieren immer mehr Drittanbieter, an E-Mail-Adressen von echten Amazon-Kunden zu kommen und bieten ihnen Geld an, damit diese ihre negativen Bewertungen löschen.
Amazon ist nicht gleich Amazon
Hier spielen zwei Faktoren eine wesentliche Rolle: Denn Amazon ist nicht gleich Amazon. Das bedeutet, dass nur rund die Hälfte der Produkte, die man auf Amazon erwirbt, auch tatsächlich von Amazon verkauft werden. Der Rest stammt von Marketplace-Drittanbietern, die Amazon "nur" als Plattform nutzen. Solche Händler haben aber eigentlich keinen Zugang zu den Mail-Adressen der Kunden, denn diese hütet Amazon.Letzteres bedeutet, dass Händler Amazon-Kunden nicht (extern) anschreiben können, ohne dass der Konzern davon erfährt. Dazu hat sich eine Schattenwirtschaft entwickelt, bei der Dienste entstanden sind, die es Händlern erlauben, an Daten wie Mail-Adressen von Kunden zu gelangen.
Das WSJ verweist auf diverse Fälle, bei denen enttäuschten Kunden eine (großzügige) Rückerstattung oder Geschenkkarten geboten wurde, damit diese eine kritische Bewertung löschen. Das ist zwar verboten, dennoch gibt es offenbar eben - alles andere als saubere - Wege, an solche Daten zu kommen. Sollte man ein solches Angebot bekommen, dann rät bzw. bittet Amazon, solche Nachrichten zu dokumentieren und zu melden.
Thema:
Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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