Sony LinkBuds im Test: Die aktuell spannendsten Kopfhörer

Warum sehen Sonys LinkBuds aus wie recycelte Fidget-Spinner? Na, weil es die ersten offenen In-Ear-Kopfhörer sind. Bedeutet, Ihr könnt Umgebungsgeräusche beim Hören ganz ohne elektronische Transparenzmodi hören. Wie gut das im Alltag ist, lest Ihr im Testbericht.

Kurzfazit

In meiner Überschrift nenne ich die LinkBuds die derzeit spannendsten Kopfhörer auf dem Markt. Denn Sony wagt mit den WF-809 etwas wirklich Neues. Sonys Idee, Earbuds auf den Markt zu bringen, die Umgebungsgeräusche durchlassen, funktioniert echt prima. Es ist ein ganz neues Hörerlebnis, gleichzeitig aber auch in vielen Situationen echt unpraktisch. Auch wenn sie im Transparenzmodus vielleicht ein wenig schlechter und künstlicher klingen, sind ANC-Kopfhörer mit Transparenzmodus insgesamt deutlich flexibler.

Obwohl der Klang schwer mit Alternativen vergleichbar ist, klingen die LinkBuds solide. Auf HiFi-Genuss oder konzentriertes Musikhören außerhalb der Wohnung dürft Ihr dabei nicht hoffen. Bässe gehen ziemlich verloren, dafür ist der Klang der anderen Frequenzen überraschend klar und selbst im Straßenverkehr laut genug. Sony LinkBuds WF-L900Das Design der LinkBuds sieht vollkommen anders aus als bei der Konkurrenz. / © NextPit Zu bemängeln gibt es neben dem sehr spezifischen Einsatzzweck den nicht immer optimalen Halt, die mit 5,5 Stunden doch recht kurze Akkulaufzeit sowie das winzige, pummelige Ladecase. Ganz nach dem Motto "Lieber haben als nicht haben" würde ich ANC-Kopfhörer mit gutem Transparenzmodus im Straßenverkehr persönlich vorziehen. Als Kaufberatung muss ich daher bei einer Note von 3,5 Sternen landen - nicht wegen mangelnder Qualität, sondern wegen zu eingeschränkten Nutzungsszenarien.

Sony LinkBuds: Design und Verarbeitung

Designtechnisch sind die Kopfhörer äußerst gewöhnungsbedürftig und das wirkt sich auch auf den Tragekomfort aus. Die LinkBuds sitzen anders als alle anderen In-Ear-Kopfhörer, denn sie halten sich im Prinzip an den Innenwänden Eurer Ohren fest. Dafür ist das Gewicht ultragering und insgesamt sind die Sony WF-809 erstaunlich kompakt.



Dass die LinkBuds zum Release vollkommen einzigartige In-Ear-Kopfhörer sind, muss ich glaube ich nicht erklären. Der Einsatz offener Treiber zwingt Sony dazu, beim Design umzudenken und so bestehen die LinkBuds aus zwei Kreisen. Festgehalten werden sie von einer kleinen Finne, die in verschiedenen Größen kommt und dem Treiber, der dabei auf der kleinen Ebene vor Eurem Hörkanal liegt. Sony LinkBuds WF-L900So liegen die LinkBuds im Ohr. / © NextPit Der Tragekomfort der LinkBuds ist sehr hoch, denn dank des geringen Gewichts spürt man die Buds im Ohr kaum. Während der Halt beim Spazieren und beim Sitzen super ist, saßen die LinkBuds für meinen Geschmack beim Sport zu locker. Ich musste sie häufig neu arretieren, um zu vermeiden, dass sie beim Rennen herausfielen.

Bemerkenswert ist das Ladecase der LinkBuds, das mit Maßen von 41,4 x 48,5 x 30,9 Millimetern echt winzig ist. Geöffnet wird es, anders als bei den meisten Konkurrenten, über einen kleinen Knopf und nicht magnetisch. Das Öffnen ist simpel und auch das Einlegen der Earbuds kinderleicht. Sony LinkBuds WF-L900Das Lade-Etui ist äußerst kompakt und kommt mit Knopf und Benachrichtigungs-LED. / © NextPit Die Größe des Cases sorgte bei mir im Test aber dafür, dass mir die Earbuds ständig herunterfielen. Eventuell ist das der Grund, warum Sony sich gegen einen magnetischen Schutz entschied - diese springen in der Regel auf, wenn Earbuds auf den Boden fallen. Trotz dem Mehr an Sicherheit ist mir die Bedienung der Ladeschale zusammenfassend ein wenig zu fummelig.

Bedienung und Komfort-Features

Auch bei der Bedienung hat Sonys Innovationsabteilung eine gute Arbeit geleistet. Denn neben Touch-sensitiven Flächen auf den Earbuds selbst, könnt Ihr Euch auch einfach an die Schläfen oder die Wangen tippen. Als App kommt Sonys Standard-Anwendung für Kopfhörer zum Einsatz, dazu gibt's eine Trageerkennung und eine adaptive Lautstärkensteuerung.

Ein paar Dinge möchte ich bei den LinkBuds bezüglich der Steuerung und der Komfort-Features hervorheben. Denn als wäre das neuartige Kopfhörerdesign nicht spannend genug, bieten die LinkBuds noch eine neue Art der Steuerung. Denn statt nur auf die Kopfhörer zu tippen, um beispielsweise ein Lied weiterzuspringen, könnt Ihr Euch nach Aktivieren des "Weitbereich-Antippens" auch auf die Schläfe oder auf die Wange tippen. Sony LinkBuds WF-L900Die Knubbel der Earbuds sind berührungsempfindlich. / © NextPit Das sieht im Test zwar relativ dämlich aus, funktioniert aber erstaunlich gut. Leider lässt Euch Sony aber die Empfindlichkeit dieses Features nicht einstellen, was in manchen Situationen nervig sein kann. So kam es im Test häufig mal vor, dass die Kopfhörer beim Gehen oder beim Joggen ein Lied weiter schalteten. Ein wenig nervig, vor allem, wenn man beim Joggen gerne Podcasts hört und dabei die Position im Track verliert.

Ganz automatisch können die Sony LinkBuds zudem die Lautstärke anpassen, wenn Ihr Euch durch die Welt bewegt. Das "adaptive Lautstärke" genannte Feature reguliert dabei anhand Eurer Umgebungsgeräusche und stellt so sicher, dass Ihr Eure Umgebung immer gut wahrnehmen könnt. Die Automatik funktioniert sehr zuverlässig, was mein Test mit Over-Ear-Kopfhörern über den Earbuds mit ansteigendem Lärm zeigte. Sony LinkBuds WF-L900Verschiedene Gummiringe lassen die LinkBuds im Ohr sicher sitzen. / © NextPit

Klangqualität

Der Klang der Sony LinkBuds ist aufgrund des offenen Treiberdesigns unvergleichlich. Denn die Treiber sind mit einem Loch versehen worden, um mehr Umgebungsgeräusche ans Ohr zu lassen. Rein technisch decken die Kopfhörer einen Frequenzbereich von 20 Hertz bis 20 Kilohertz ab und bieten Unterstützung für DSEE sowie Sonys 360 Grad Audio.

Der Klang der Sony LinkBuds ist schwer mit herkömmlichen In-Ear-Kopfhörern zu vergleichen. Mich haben sie ein wenig an Produkte wie die Bose Frames oder die Fauna Audio Glasses erinnert. Audioprodukte also, die Eure Ohren eher passiv mit Musik versorgen und die Umgebungsgeräusche dabei ohne elektronische Hilfen durchlassen.

Im Vergleich zu Audiobrillen, die den Sound über kleine, gerichtete Lautsprecher ans Ohr übertragen, ist der Klang aber deutlich klarer und definierter. Denn schließlich sitzt der Treiber bei den LinkBuds noch immer vor dem Gehörgang. In ruhigen Umgebungen klingen die Earbuds daher sehr ordentlich, wobei es der Musik deutlich an Bässen fehlt. Selbst bei aktiviertem Bass-Boost können die LinkBuds im Tieftonbereich keinen wirklichen Druck aufbauen. Sony LinkBuds WF-L900Die Treiber der LinkBuds sind kreisrund und kommen mit Loch. / © NextPit Nicht weiter schlimm, denn für den Straßenverkehr sind die LinkBuds wirklich genial. Gefühlt lauft Ihr dabei in Eurem eigenen Film mit passendem Soundtrack durch die Gegend, da die Musik aus dem Nichts an das Ohr dringt. In lauten Umgebungen neigt man aber dazu, die Lautstärke der Kopfhörer zu erhöhen, um Podcasts oder Musik noch verstehen zu können. Hier wäre ich auf Dauer vorsichtig, da die Neigung zum voll Aufdrehen auf Dauer schädlich für die Ohren sein kann. Zumal die Kopfhörer dabei Umgebungsgeräusche nicht filtern und deren Belastung noch hinzukommt.

Akkulaufzeit: Recht kurz mit Mini-Ladecase

Sony gibt für die LinkBuds eine Laufzeit von 5,5 Stunden bei aktiver Musikwiedergabe an. Über das mitgelieferte Lade-Etui könnt Ihr weitere 12 Stunden erreichen. Nach meinem Praxis-Test konnte ich Sonys Angaben zur Akkulaufzeit bestätigen. Somit halten die Kopfhörer 5,5 Stunden durch, wenn Ihr sie ununterbrochen tragt und dabei Musik hört. ANC unterstützen die Kopfhörer nicht, wodurch es keine großartigen Auswirkungen auf die Akkulaufzeit gibt. Über das mitgelieferte Lade-Etui könnt Ihr 12 weitere Stunden erreichen. Sony LinkBuds WF-L900Über das Lade-Etui bekommt Ihr 12 Stunden weiteren Musikgenuss. / © NextPit Eine Gesamtlaufzeit von 17,5 Stunden ist ordentlich. Allerdings ist die Laufzeit mit 5,5 Stunden im Vergleich zu anderen In-Ear-Bluetooth-Kopfhörern recht mittelmäßig. Beim dauerhaften Tragen könnt Ihr keinen vollen Arbeitstag lang Musikhören. Angesichts der kompakten Größe der Earbuds bin ich aber zufrieden mit der Akkulaufzeit der LinkBuds.

Sind die LinkBuds einmal komplett leer, lassen sie sich innerhalb von 10 Minuten so weit aufladen, dass Ihr 90 Minuten lang Musik hören könnt. Perfekt also, wenn Ihr vor dem Joggen noch Strom für Musik braucht. Was fehlt, ist allerdings Wireless-Charging. Ihr müsst also immer den USB-C-Anschluss an der Rückseite bemühen, um die Kopfhörer aufzuladen.

Persönliches Fazit

Mein persönliches Fazit der Sony LinkBuds ist ein bisschen negativer als die Reviews meiner Kollegen im Netz. Denn obwohl ich die LinkBuds technisch genial finde, würde ich den meisten Menschen vor einem Kauf abraten. Denn auch wenn die Umgebungsgeräusche über offene Treiber klarer und natürlicher klingen, fehlt mir bei den Kopfhörern eine Art Stöpsel, mit dem ich die Geräusche bei Bedarf auch mal ausschalten kann.

Denn es ist nicht immer praktisch, die Umgebung beim Tragen von Kopfhörern wahrzunehmen. Sei es im Flugzeug, bei dem die Geräuschkulisse ohnehin schon hoch ist oder in der Bahn, wenn im Ruheabteil wieder einmal jemand telefoniert. Die Umgebung ausblenden zu können, ist eine der praktischsten Entwicklungen moderner Kopfhörer.

Persönlich nutze ich seit einigen Monaten die OnePlus Buds Pro - mit ANC und einem Transparenzmodus, der super einfach zu erreichen und qualitativ in Ordnung ist. So kann ich je nach Bedarf hören, was in meiner Umgebung passiert oder eben weghören. Ich glaube, mein Punkt ist inzwischen klar: Die LinkBuds sind saucool, aber im Alltag eben zu unflexibel, um der ANC-Konkurrenz wirklich gefährlich zu werden.

Das ist aber auch irgendwie die Faszination bei Sony. Wo gibt es sonst noch regelmäßig Produkte, wo wirklich etwas neues, etwas anderes ausprobiert wird? Wo Smartphones zwar 1800 Euro kosten, dafür aber über 5G Videos mit 4K-Auflösung ins Netz streamen können. Oder wo ein 1-Zoll-Sensor mit variabler Blende zum Einsatz kommt. Sony kämpft gegen den Einheitsbrei und schon deshalb sind die LinkBuds sehr wichtig.

Dieser Inhalt kommt von unserem Partner Nextpit und ist am 09. März 2022 unter dem Titel "Sony LinkBuds im Test: Die aktuell spannendsten Kopfhörer" erschienen. Hat er euch gefallen? Dann schaut doch bei unseren lieben Kollegen von Nextpit vorbei und findet weitere großartige Inhalte wie diesen! Sony, Kopfhörer, WinFuture exklusiv, Headset, Bluetooth, Drahtlos, kabellos, Ohrhörer, In-Ear-Kopfhörer, Earbuds, Bluetooth-Kopfhörer, Headphones, Geräuschunterdrückung, Truly Wireless, Sony LinkBuds, LinkBuds, WF-L900 Sony, Kopfhörer, WinFuture exklusiv, Headset, Bluetooth, Drahtlos, kabellos, Ohrhörer, In-Ear-Kopfhörer, Earbuds, Bluetooth-Kopfhörer, Headphones, Geräuschunterdrückung, Truly Wireless, Sony LinkBuds, LinkBuds, WF-L900 Sony
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