"Erpressung": Weil der Inhalt nicht passt, sägt Nvidia einen Tester ab
Kritiker sprechen von klarer "Erpressung": Nvidia stört sich an der redaktionellen Ausrichtung eines Testers und schmeißt ihn aus dem Programm für Medienvertreter, die Test-GPUs erhalten. Man wolle wieder den Segen erteilen, wenn die Inhalte den eigenen Vorstellungen entsprechen.
Steve Walton und Tim Schiesser betreiben unter dem Namen Hardware Unboxed einen erfolgreichen und respektierten Youtube-Kanal und arbeiten seit 20 Jahren mit Nvidia für Testmuster zusammen. Vor Kurzem hatten die Tester dann ein Schreiben von Brian Del Rizzo, Nvidia Senior PR Manager erhalten. Der Inhalt: Nvidia maßt sich an zu behaupten, dass Hardware Unboxed die neuen RTX-3000-Karten nicht so dargestellt habe, wie diese von "Gamern und dem Rest der Branche" wahrgenommen würden.
Der Youtube-Kanal habe sich laut Ansicht des Nvidia-Managers nicht genug der Raytracing-Leistung der RTX-Karten gewidmet. Hardware Unboxed fokussiert sich in seinen Tests auf die Leistung, die Spiele, die mit Rasterisierung gerendert wurden erbringen müssen, die für eine überwiegende Mehrheit der Spiele immer noch den relevantesten Faktor darstellt - im Gegensatz bleibt die RTX-Unterstützung von Nvidia auch Jahre nach Release ein innovatives, aber oft weniger wichtiges Nischenprodukt.
Da hilft es vorerst auch nur wenig, dass sich der Konzern nach Veröffentlichung des Schreibens durch die Youtuber einem so großen Shitstorm ausgesetzt sah, dass man vollständig zurückrudern musste. Laut Hardware Unboxed habe der breite Support von Fans und Kollegen aus der gesamten Branche den Druck wohl so ansteigen lassen, dass sich der Konzern dazu veranlasst sah, alle Sanktionen zurückzuziehen. Der Schaden in der öffentlichen Wahrnehmung lässt sich aber nicht so leicht zurücknehmen.
Die Kritik: Einflussnahme auf die übelste Art
Eines ist klar: Eine Firma wie Nvidia ist auf keine Weise verpflichtet, Medienvertretern kostenlos GPUs zur Verfügung zu stellen. Die Rechnung für den Konzern ist aber sehr einfach: Für relativ geringe Logistikkosten bekommt man von Testern im Netz und auf Plattformen wie Youtube kostenlose Aufmerksamkeit für die eigenen Produkte. Die einzige Grenze, die dabei nie überschritten werden sollte: Abseits von klar gekennzeichneter Werbung darf es keine Einflussnahme auf die Inhalte geben. Genau hier sieht sich Nvidia jetzt laut Der Standard aber von vielen Seiten schwerer Kritik ausgesetzt.Steve Walton und Tim Schiesser betreiben unter dem Namen Hardware Unboxed einen erfolgreichen und respektierten Youtube-Kanal und arbeiten seit 20 Jahren mit Nvidia für Testmuster zusammen. Vor Kurzem hatten die Tester dann ein Schreiben von Brian Del Rizzo, Nvidia Senior PR Manager erhalten. Der Inhalt: Nvidia maßt sich an zu behaupten, dass Hardware Unboxed die neuen RTX-3000-Karten nicht so dargestellt habe, wie diese von "Gamern und dem Rest der Branche" wahrgenommen würden.
Der Youtube-Kanal habe sich laut Ansicht des Nvidia-Managers nicht genug der Raytracing-Leistung der RTX-Karten gewidmet. Hardware Unboxed fokussiert sich in seinen Tests auf die Leistung, die Spiele, die mit Rasterisierung gerendert wurden erbringen müssen, die für eine überwiegende Mehrheit der Spiele immer noch den relevantesten Faktor darstellt - im Gegensatz bleibt die RTX-Unterstützung von Nvidia auch Jahre nach Release ein innovatives, aber oft weniger wichtiges Nischenprodukt.
Klarer Tabubruch
Genau hier scheint Nvidia aber mit Einflussnahme auf Medienvertreter ein anderes Narrativ zeichnen zu wollen. Die Konsequenz für Hardware Unboxed: Nvidia werde die Tester nicht weiter zum Launch mit "Founder's Edition"-Karten versorgen. Im nächsten Satz folgt dann das, was viele Kritiker klar als einen Erpressungsversuch deuten: Man könne über eine Wiederaufnahme in das Partnerprogramm nachdenken, dafür müsse sich aber die "redaktionelle Ausrichtung" entsprechender formulierter Vorstellungen ändern, so der Konzern.Da hilft es vorerst auch nur wenig, dass sich der Konzern nach Veröffentlichung des Schreibens durch die Youtuber einem so großen Shitstorm ausgesetzt sah, dass man vollständig zurückrudern musste. Laut Hardware Unboxed habe der breite Support von Fans und Kollegen aus der gesamten Branche den Druck wohl so ansteigen lassen, dass sich der Konzern dazu veranlasst sah, alle Sanktionen zurückzuziehen. Der Schaden in der öffentlichen Wahrnehmung lässt sich aber nicht so leicht zurücknehmen.
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