Amazon-Entwickler: Ring "sofort schließen und nicht zurückbringen"

Amazon, überwachung, Kamera, Ring, Floodlight Bildquelle: Ring / Amazon
Amazon hat vor knapp zwei Jahren viel Geld für Ring bezahlt, das ist ein auf Smart-Home-Anwendungen mit Kameras spezialisierter Hersteller. Doch Ring stand bereits in Vergangenheit in der Kritik, nun fordern sogar Amazon-Mitarbeiter ein Aus für Ring. Amazon hat 2018 den kalifornischen Smart-Home-Spezialisten Ring übernommen und hat sich das Geschäft auch einiges kosten lassen, genauer gesagt waren es zwei Milliarden Dollar. Ring, das vor allem dank seiner Kamera-gestützten Türklingeln Bekanntheit erlangt hat, ist jedoch alles andere als unumstritten.

So streben derzeit einige Konsumenten eine Sammelklage gegen das Unternehmen an, dabei geht es um den Vorwurf von Fahrlässigkeit bei der Sicherheit der Kundenaufnahmen. In einigen Fällen wurden Sicher­heits­lücken dazu genutzt, Zugriff auf Kameras in Kinderzimmern zu kapern, um die Opfer zu beobachten und sogar mit ihnen zu sprechen.


Ring ist auch Amazon-Mitarbeitern ein Dorn im Auge. Anfang der Woche haben sich An­ge­stellte zu einer Gruppierung namens Amazon Employees for Climate Justice zu­sam­men­ge­schlos­sen, diese haben auch einen Beitrag auf Medium veröffentlicht, in dem sich die einzelnen Mitglieder vor allem zum Klimaschutz äußern.

Ring muss weg

Ein Amazon-Entwickler nutzte die Gelegenheit (via The Next Web) allerdings, um über ein anderes Thema zu sprechen. Max Eliaser sprach sich strikt gegen die Ring-Lösung aus, "ver­bun­dene Heim­sicher­heits­kameras, die es erlauben, Aufnahmen zentral abzufragen, sind mit einer freien Gesell­schaft nicht vereinbar", schreibt Eliaser. "Die Privat­sphäre-Probleme sind mit Vorschriften nicht lösbar und hier kann man auch keine Art von Balance finden. Man sollte Ring sofort schließen und nicht zurück­bringen."

Das ist harter Tobak von Eliaser, allerdings teilen auch viele Daten­schützer und Bürger­rechtler diese Meinung. Ring hat u. a. eine Funktionalität namens "Neighborhoods", die der Polizei Backdoors zu Aufnahmen ermöglicht. So gibt es u. a. keinen Weg, dem Nachbarn Aufnahmen zu untersagen, wenn man sich im "Blickwinkel" von dessen Kamera befindet und damit von der Polizei, Amazon oder dem Kamera-Besitzer beobachtet werden kann.

Update 17.15 Uhr: Amazon hat uns dazu ein Statement übermittelt, dieses ist unten in voller Länge zu finden:

"Nutzer haben die uneingeschränkte Kontrolle über das Videomaterial ihrer Ring-Kameras. In der Neighbors-App (nur in den USA verfügbar) ist lediglich jener Teil öffentlich zugänglich, den diese zuvor bewusst gepostet haben. Die Polizei greift in der App auf dieselbe Oberfläche wie alle anderen Benutzer zu; es werden weder zusätzliche Inhalte noch die genaue Position des Posts oder die Identität des Nutzers preisgegeben. Der Polizei steht lediglich öffentlich zugängliches Videomaterial zur Verfügung, außer ein Nutzer beschließt freiwillig, zusätzliches Material zu teilen.

Ring ist das Vertrauen der Nutzer sehr wichtig und wir fühlen uns dem Schutz ihrer Privatsphäre verpflichtet. Unsere Kunden haben die uneingeschränkte Kontrolle darüber, wer ihre Aufzeichnungen oder Livestreams betrachten kann. Punkt. Wir planen nicht, dies zu ändern. Die Datenhoheit des Nutzers, sein Datenschutz und seine Sicherheit stehen bei all unseren Unternehmensentscheidungen an erster Stelle.

Ring gibt keine Kundeninformationen auf behördliche Anfragen frei, ohne dass zuvor eine gültige und gerichtlich bindende Anforderung an uns ergeht. Ring lehnt selbstverständlich alle darüber hinaus gehenden oder anderweitig unangemessenen Anfragen ab."
Amazon, überwachung, Kamera, Ring, Floodlight Amazon, überwachung, Kamera, Ring, Floodlight Ring / Amazon
Mehr zum Thema: Amazon
Diese Nachricht empfehlen
Kommentieren9
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!
Einloggen

Amazons Aktienkurs in Euro

Amazon Aktienkurs -1 Jahr
Zeitraum: 1 Jahr

Tipp einsenden