Artemis: So kehrt die Menschheit nach über 50 Jahren zurück zum Mond
Seit über 50 Jahren hat kein Mensch mehr den Mond betreten. Das soll sich demnächst aber ändern. Die Raumfahrtbehörde der USA, die NASA, arbeitet an einer Rückkehr zu unserem Trabanten. Das neue Artemis-Programm ist weitaus komplexer und langfristiger ausgelegt.
Inhaltsverzeichnis:
Heute stehen im Jahr 2024 natürlich wissenschaftliche Fragen im Mittelpunkt. Diese ließen sich aber auch preiswerter und risikofreier mit unbemannten Sonden klären. Trotzdem gibt es gute Gründe, dass Menschen erneut zum Mond fliegen.
Das Space Launch System (SLS): Die SLS-Rakete ist das Herzstück der Artemis-Missionen. Sie ist die stärkste Rakete, die je für die NASA gebaut wurde, und soll das Mond-Raumschiff ausreichend stark beschleunigen, damit es seine Reise antreten kann.
Das mächtige SLS auf seiner Startrampe
Das Orion-Raumschiff: Orion ist das Raumschiff, das die Astronauten transportieren wird. Es ist mit modernster Technologie ausgestattet und bietet mehr Platz und Komfort als die Apollo-Kapseln. Teil des Raumschiffs ist auch eine Antriebs- und Versorgungseinheit (Orion Servicemodul) der europäischen Weltraumagentur (ESA), die von Airbus Defence and Space in Bremen gefertigten wird.
Mondlande- und Startsysteme: Verschiedene Unternehmen arbeiten daran, neue Mondlandemodule zu entwickeln. SpaceX, Blue Origin und andere sind im Rennen, um das beste System zu liefern. Bei der ersten Mondlandung soll ein modifiziertes Starship-System von SpaceX zum Einsatz kommen, das vollständig wieder startet und eventuell sogar mehrfach genutzt werden kann.
Mond-Lander auf Basis des SpaceX-Starship
Mondstation - Lunar Gateway: Im Gegensatz zu den Apollo-Missionen plant die NASA den Bau einer Raumstation im Mondorbit, genannt Lunar Gateway. Diese soll als Zwischenstation und Basis für viele kommende Missionen zur Mondoberfläche dienen.
Artemis 1: Diese Mission ist bereits abgeschlossen. Am 16. November 2022 startete das unbemannte Orion-Raumschiff zum Mond und umrundete diesen in seiner Umlaufbahn. Anschließend erfolgte die Rückkehr zur Erde, wo das Kommandomodul am 11. Dezember 2022 wieder landete. Mit Artemis I sollten die grundlegenden Komponenten des Mond-Programms einem Praxistest unterzogen werden.
Orion-Raumschiff während der Artemis 1-Mission
Artemis 2: Voraussichtlich im September 2025 startet ein bemannter Flug zum Mond. Diese Mission ähnelt Apollo 8, es geht also darum, die Systeme und Abläufe unter realen Bedingungen zu testen. Gelandet wird hierbei aber weiterhin nicht. Für Artemis II gibt es bereits eine vorgesehene Besatzung, diese besteht aus den Astronauten Christina Hammock Koch, Victor Glover, Reid Wiseman und Jeremy Hansen.
Artemis 3: Mit einem Starttermin etwa ein Jahr nach Artemis 2 soll sich dann diese Mission auf den Weg machen. Hier wird dann die Landung am Südpol des Mondes enthalten sein. Wie bei Apollo landet ein Teil der Crew mit der Landefähre, während das Orion-Raumschiff im Mondorbit verbleibt. Dort wird die übrige Besatzung aber nicht einfach abwarten.
NASA: Geplanter Ablauf zur Landung auf dem Mond
Während die Lande-Mannschaft der Artemis III eine Woche auf der Oberfläche verbringt und diverse wissenschaftliche Aufgaben erledigt, sollen die Astronauten im Orbit ein Wohnmodul einzurichten, das auch von späteren Missionen genutzt werden kann. Dieses soll vielen kommenden Raumfahrern in den kommenden Jahren als Zwischenstation auf ihrem Weg zur Mondoberfläche dienen.
Die erste Mondlandung des Apollo-Programms hat die Menschen weltweit fasziniert und begeistert. Viele Forscher-Karrieren nahmen hier ihren Anfang. Wartet Ihr ebenso gespannt auf die Rückkehr zum Mond oder ist die Raumfahrt für Euch viel zu normal geworden, als dass es noch einmal so aufregend werden könnte? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.
Nach Apollo: NASA schickt Astronauten zum Mond
Die ersten und einzigen Landungen von Menschen auf dem Mond fanden im Rahmen des Apollo-Programms der NASA statt. Von 1969 bis 1972 landeten sechs Teams auf dem Mond. Anschließend wurde das Programm aus Kostengründen eingestellt - und auch, weil an ihm ein zu geringer wissenschaftlicher Nutzen kritisiert wurde. Das soll sich mit der Artemis-Mission aber ändern.Inhaltsverzeichnis:
Der Name Artemis
Der Name des neuen Projekts hat einen direkten Bezug zu den ersten Mondflügen. Während bei diesen der Gott Apollon aus der antiken Mythologie Pate stand, ist es nun dessen Zwillingsschwester Artemis, zu deren Aspekten neben der Jagd auch der Mond gehörte.Großer Überblick: So will die NASA den Weg zum Mond öffnen
Zurück zum Mond - warum?
Das Apollo-Programm war noch hauptsächlich durch den Wettlauf der Systeme geprägt. Nachdem die Sowjetunion den ersten Menschen ins All gebracht hatte, wollte die USA einen vergleichbaren Erfolg verbuchen. Dass es vor allem um den Status ging, zeigt sich auch daran, dass man erst spät überhaupt auf die Idee kam, auch mal einen Wissenschaftler mitzunehmen.Heute stehen im Jahr 2024 natürlich wissenschaftliche Fragen im Mittelpunkt. Diese ließen sich aber auch preiswerter und risikofreier mit unbemannten Sonden klären. Trotzdem gibt es gute Gründe, dass Menschen erneut zum Mond fliegen.
- Wissenschaftliche Forschung: Der Mond hat noch viele Geheimnisse, die es zu erforschen gilt. Sonden und Rover können immer nur ein eng umgrenztes Feld von Fragen bearbeiten. Wenn Menschen vor Ort sind, lassen sich viel flexibler und schneller breitere Fragen-Komplexe bearbeiten.
- Technologische Innovation: Die Missionen zum Mond erfordern die Entwicklung neuer Technologien und Systeme. Diese Innovationen könnten später auch für Missionen zum Mars und darüber hinaus genutzt werden. Von neuen Raumanzügen bis zu autonomen Lande- und Startsystemen - die Herausforderungen sind groß, aber die potenziellen Fortschritte ebenso.
- Langzeitpräsenz: Anders als bei den Apollo-Missionen plant die NASA diesmal, länger auf dem Mond zu bleiben. Es geht darum, eine nachhaltige menschliche Präsenz zu etablieren, die als Sprungbrett für zukünftige Reisen ins tiefe All dienen kann. So ist es unter anderem denkbar, vom Mond aus zum Mars zu starten. Dabei könnte man mit kleineren Raketen mehr Nutzlast mitnehmen, als wenn man erst die vergleichsweise hohe Anziehungskraft der Erde überwinden muss.
Artemis-Programm: Die Technik dahinter
Rund um das Artemis-Programm werden zahlreiche technische Systeme benötigt. Das reicht von Trainingsbereichen im US-amerikanischen Kennedy Space Center in Florida über die Kontrollzentren am Boden bis hin zu den unterstützenden Raumfahrzeugen. Die Kern-Module sind allerdings folgende:Das Space Launch System (SLS): Die SLS-Rakete ist das Herzstück der Artemis-Missionen. Sie ist die stärkste Rakete, die je für die NASA gebaut wurde, und soll das Mond-Raumschiff ausreichend stark beschleunigen, damit es seine Reise antreten kann.
Das mächtige SLS auf seiner Startrampe
Das Orion-Raumschiff: Orion ist das Raumschiff, das die Astronauten transportieren wird. Es ist mit modernster Technologie ausgestattet und bietet mehr Platz und Komfort als die Apollo-Kapseln. Teil des Raumschiffs ist auch eine Antriebs- und Versorgungseinheit (Orion Servicemodul) der europäischen Weltraumagentur (ESA), die von Airbus Defence and Space in Bremen gefertigten wird.
Mondlande- und Startsysteme: Verschiedene Unternehmen arbeiten daran, neue Mondlandemodule zu entwickeln. SpaceX, Blue Origin und andere sind im Rennen, um das beste System zu liefern. Bei der ersten Mondlandung soll ein modifiziertes Starship-System von SpaceX zum Einsatz kommen, das vollständig wieder startet und eventuell sogar mehrfach genutzt werden kann.
Mond-Lander auf Basis des SpaceX-Starship
Mondstation - Lunar Gateway: Im Gegensatz zu den Apollo-Missionen plant die NASA den Bau einer Raumstation im Mondorbit, genannt Lunar Gateway. Diese soll als Zwischenstation und Basis für viele kommende Missionen zur Mondoberfläche dienen.
Missionen: Artemis 1, Artemis 2 und Artemis 3
Grundlegend sind derzeit drei wichtige Etappen-Missionen vorgesehen, mit denen das gesamte Projekt realisiert werden soll.Artemis 1: Diese Mission ist bereits abgeschlossen. Am 16. November 2022 startete das unbemannte Orion-Raumschiff zum Mond und umrundete diesen in seiner Umlaufbahn. Anschließend erfolgte die Rückkehr zur Erde, wo das Kommandomodul am 11. Dezember 2022 wieder landete. Mit Artemis I sollten die grundlegenden Komponenten des Mond-Programms einem Praxistest unterzogen werden.
Orion-Raumschiff während der Artemis 1-Mission
Artemis 2: Voraussichtlich im September 2025 startet ein bemannter Flug zum Mond. Diese Mission ähnelt Apollo 8, es geht also darum, die Systeme und Abläufe unter realen Bedingungen zu testen. Gelandet wird hierbei aber weiterhin nicht. Für Artemis II gibt es bereits eine vorgesehene Besatzung, diese besteht aus den Astronauten Christina Hammock Koch, Victor Glover, Reid Wiseman und Jeremy Hansen.
Artemis 2: So soll die Test-Mission zum Mond aussehen
Artemis 3: Mit einem Starttermin etwa ein Jahr nach Artemis 2 soll sich dann diese Mission auf den Weg machen. Hier wird dann die Landung am Südpol des Mondes enthalten sein. Wie bei Apollo landet ein Teil der Crew mit der Landefähre, während das Orion-Raumschiff im Mondorbit verbleibt. Dort wird die übrige Besatzung aber nicht einfach abwarten.
NASA: Geplanter Ablauf zur Landung auf dem Mond
Während die Lande-Mannschaft der Artemis III eine Woche auf der Oberfläche verbringt und diverse wissenschaftliche Aufgaben erledigt, sollen die Astronauten im Orbit ein Wohnmodul einzurichten, das auch von späteren Missionen genutzt werden kann. Dieses soll vielen kommenden Raumfahrern in den kommenden Jahren als Zwischenstation auf ihrem Weg zur Mondoberfläche dienen.
Nach der Mondlandung immer weiter ...
Die beschriebenen Missionen und Systeme sind nur der Kern des gesamten Vorhabens. Hinzu kommen noch diverse weitere Missionen, die ein ganzes Ökosystem um Artemis herum aufbauen. Dies dient dem Ziel, zukünftig eben nicht nur im Rahmen einzelner Testflüge Richtung Mond zu fliegen, sondern eine dauerhafte Präsenz von Menschen zu etablieren. Uns erwarten hier also viele spannende Jahre, in denen der Mond nach und nach erobert wird.Die erste Mondlandung des Apollo-Programms hat die Menschen weltweit fasziniert und begeistert. Viele Forscher-Karrieren nahmen hier ihren Anfang. Wartet Ihr ebenso gespannt auf die Rückkehr zum Mond oder ist die Raumfahrt für Euch viel zu normal geworden, als dass es noch einmal so aufregend werden könnte? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.
Zusammenfassung
- Über 50 Jahre nach Apollo plant die NASA die Rückkehr zum Mond
- Das Artemis-Programm zielt auf langfristige Mondpräsenz ab
- Artemis-Namensgebung ehrt Apollo-Programm und Göttin der Jagd
- Neue Technologien und Systeme werden für Artemis entwickelt
- Wissenschaft und Technologie stehen im Fokus der Missionen
- Artemis 1 hat bereits die Systeme in der Praxis getestet
- Bemannte Artemis 2-Mission ist für September 2025 geplant
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