Microsofts neuer Chat-Bot geht auf die Jagd nach Online-Freiern

Microsoft hat einen neuen Chat-Bot entwickelt, der mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz einen Beitrag zur Bekämpfung von Menschenhandel und Online-Prostitution leisten soll. Das System versucht dabei Menschen in Gespräche zu verwickeln, die online auf der Suche nach Sex-Kontakten sind - und warnt schließlich vor den möglichen Konsequenzen.
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Der Chat-Bot wurde im Rahmen des sogenannten Project Intercept von den gleichen Forschern und Entwicklern geschaffen, die auch hinter der PhotoDNA-Technologie stecken, die von Behörden weltweit eingesetzt wird, um die illegale Verbreitung von Kinderpornographie einzudämmen. Geht dem Bot ein Online-Freier ins Netz, werden die Inhalte der Gespräche später analysiert und gegebenenfalls an Polizei und andere Behörden zur Auswertung weitergeleitet. Microsoft Project Intercept Chat-BotAufgezeichnetes Gespräch des Anti-Sex-Bots von Microsoft Microsoft arbeitet bei dem Projekt mit der Organisation Seattle Against Slavery zusammen, die es sich zum Ziel gesetzt hat, gegen Menschenhandel zum Zwecke der Prostitution vorzugehen. Die Organisation will den Bot zusammen mit Partnern nicht nur in Seattle, sondern auch in 21 anderen US-Metropolen einsetzen.

Der Bot wird laut Wired zunächst über Online-Anzeigen beworben, um so potenzielle Interessenten ausfindig zu machen. Versucht jemand, den Bot zu kontaktieren, verwickelt das System die Person in ein Gespräch und fragt dabei auch mögliche sexuelle Vorlieben bzw. Wünsche ab, für die der jeweilige "Kunde" zu zahlen bereit wäre. Die Konversation wird dabei durch die KI-Technologie für den jeweiligen "Nutzer" angepasst, um so den Eindruck des Kontakts mit einer echten Person zu vermitteln.

Sobald sich das Gespräch konkreter entwickelt und möglicherweise illegale Inhalte oder Fragen aufkommen, gibt der Bot eine scharf formulierte Warnung aus. Darin warnt der Chat-Bot vor möglichen Konsequenzen der Online-Prostitution und kündigt auch an, dass eine Aufzeichnung des vorangegangenen Gesprächs an die Behörden weitergeleitet wird. Das Ziel ist es dabei, die menschlichen Ermittler verschiedener Behörden zu entlasten und gleichzeitig Beweise gegen mögliche Täter zu sammeln.

Bisher wurden von dem Chat-Bot rund 1000 Gespräche mit menschlichen "Kunden" geführt, bei denen 14.000 Nachrichten ausgetauscht wurden. In rund der Hälfte der Fälle soll das Gespräch so weit gekommen sein, dass die Warnung erschien. Langfristig soll die Technologie weiter verfeinert werden, um so effektiver gegen illegale Aktivitäten vorgehen zu können.
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