Dvmap: Kaspersky findet ersten Android-Trojaner mit Code-Injection
Sicherheitsexperten von Kaspersky warnen vor einer neuen Malware, die Android-Smartphones rooten kann. Entdeckt hatten sie die Sicherheitsexperten bei einer Routinekontrolle im April in der mittlerweile aus dem Google Play Store entfernten App colourblock.
Die neue Malware, genannt Dvmap, nutzt laut der ersten Analyse von Kaspersky eine bisher unbekannte Methode, um Rootrechte auf dem Smartphone seiner Opfer zu erhalten. Neu ist dabei vor allem, dass der Smartphone-Nutzer zunächst von der Attacke gar nichts mitbekommt. Bei anderer Schadsoftware, die eine Rechteausweitung nutzt, ist der Nutzer es im Endeffekt immer selbst, der der App die Adminrechte durch eine Vortäuschung falscher Tatsachen genehmigt. Dvmap geht da anders vor und unterdrückt einfach die Abfrage für die Rechteerweiterung und bestätigt sie selbsttätig. Der Trojaner schafft es dabei System-Bibliotheken zu kompromittieren.
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Bevor Google die manipulierte App aus dem Store schmeißen konnte, wurde sie rund 50.000 Mal installiert.
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Ziel sind auch 64-Bit-Systeme
Dvmap ist aber auch aus anderen Gründen eine Premiere. Der Code kann laut Kaspersky auch die 64-Bit-Version des Android-Betriebssystems angreifen, was außergewöhnlich ist. Außerdem versteckt sich Dvmap so, dass er nur schwer aufzuspüren und zu entfernen ist.App aus dem Store entfernt
Möglich wird das, weil Dvmap gleich mehrere Schwachstellen in Android ausnutzt. Zudem sollen die Entwickler so schlau gewesen sein, die App zur Verteilung über den Google Play Store zunächst einmal sauber einzustellen und erst mit einem Update Schadcode eingefügt haben. Warum das bei der Freigabe des App-Updates nicht auffiel ist derzeit unklar. Nach der Meldung durch Kaspersky hat Google die App mit dem gefährlichen Trojaner überprüft und entsprechend schnell entfernt.Noch ein Rätsel
Während Kaspersky Lab bereits die Machart der Malware entschlüsseln konnte, ist das Angriffsziel noch ein Rätsel. Die Forscher gehen davon aus, dass über die Dvmap-Methode weitere Apps unentdeckt nachgeladen werden sollen. In den Kaspersky-Sicherheitstools wird die Malware jetzt als Trojan.AndroidOS.Dvmap.a erkannt. Die Sicherheitsexperten gehen davon aus, das dieser Code nicht nur für colourblock verwendet wird. Wahrscheinlich gibt es perfektionierte Versionen, die sich nun über andere Apps verbreiten.Bevor Google die manipulierte App aus dem Store schmeißen konnte, wurde sie rund 50.000 Mal installiert.
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Nadine Juliana DresslerRedakteurin für Windows & Netzwerke
Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.
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