Laptop-Verbot an Bord wird wohl auf US-Flüge aus Europa ausgedehnt

Flugzeug, Dreamliner, Boeing 787, Bord-Unterhaltung Bildquelle: Norwegian Air Shuttle
Bisher haben US-amerikanische Behörden Flüge aus mehreren arabischen Ländern ins Visier genommen und ein Verbot ausgesprochen, wonach man Geräte, die größer sind als ein Smartphone nicht länger in den Passagierraum eines Flugzeuges mitnehmen darf. Nun scheint es fix zu sein, dass diese Maßnahme demnächst auch auf Europa ausgedehnt wird.
Schlechte Nachrichten für Geschäftsreisende und alle, die auf einem etwas größeren technischen Gerät arbeiten oder damit für Unterhaltung sorgen wollen: Denn das Department of Homeland Security (DHS) hat nun offenbar fix beschlossen, diese Art der Anti-Terror-Maßnahme auf alle Flüge aus Europa auszudehnen.

Laut einem Bericht von The Daily Beast hätten US-Beamte dies gegenüber der Seite bestätigt, eine offizielle Ankündigung wird im Laufe des heutigen Tages erwartet. Wie die FAZ schreibt, habe die Deutsche Presse-Agentur beim DHS nachgefragt, dort habe man der dpa aber mitgeteilt, dass noch keine Entscheidung gefallen sei. Es ist aber unwahrscheinlich, dass sich die Behörde hierzu vor einer offiziellen Bekanntgabe in die Karten schauen lässt.

Erste Berichte, wonach das Department of Homeland Security einen derartigen Schritt plant, gab es bereits Ende April, die zitierten "Erwägungen" gibt es also schon seit einer Weile. Hintergrund der Maßnahme ist erwartungsgemäß Terrorgefahr. US-Behörden haben seit einiger Zeit die Sorge, dass in Laptops und anderen größeren Geräten versteckte Sprengsätze dafür genutzt werden könnten, um von der Kabine aus zur Detonation gebracht zu werden.

Umstrittene Maßnahme

Die Maßnahme ist nicht nur aus Gründen der Unannehmlichkeit umstritten: Denn Kritiker verweisen auf den Umstand, dass Lithium-Ionen-Akkus im Gepäckraum eine beträchtliche Brandgefahr darstellen, wenn sie nicht in einem separat und speziell gegen Feuer abgesicherten Bereich aufbewahrt werden.

Für Flugsicherheitsexperten stellen "explodierende" Akkus sogar eine größere Gefahr dar als mögliche Terroristen an Bord. The Daily Beast verweist auf gleich mehrere Vorfälle dieser Art und den Umstand, dass die brennenden Akkus an Bord gelöscht werden mussten oder konnten. Alleine die US-Flugsicherheit zählte im Vorjahr 33 derartige Vorfälle, die Dunkelziffer dürfte sogar noch höher liegen.

Siehe auch: Laptops im Gepäckraum - Gut gegen Terror, schlecht für die Sicherheit Flugzeug, Dreamliner, Boeing 787, Bord-Unterhaltung Flugzeug, Dreamliner, Boeing 787, Bord-Unterhaltung Norwegian Air Shuttle
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