Forscher entwickeln Masterkey zum Entsperren von Fingerprintscannern

Smartphone-Fingerabdruck-Scanner sind sehr viel weniger sicher als wir glauben, meint ein Forscherteam aus den USA. In einem Projekt der New York University und der Michigan State University haben die Wissenschaftler einen "Master-Fingerabdruck" geschaffen, der zwei von drei Smartphones entsperren kann.
Biometrie, Fingerabdruck, Fingerprint
Duallogic (CC-BY)
Dass Fingerprint-Erkennung nicht die sicherste Authentifizierungsmethode ist, zeigen diverse Hacks der vergangenen Jahre. Meist wurde dabei der Fingersensor überlistet, zum Beispiel durch eine Kopie des Fingerabdrucks. Doch nun ist es den US-Forschern gelungen, mithilfe eines Algorithmus aus einer Vielzahl von Fingerabdrücken einen Master-Schlüssel zu entwickeln: Sie verwendeten dafür 800 Fingerabdrücke, die in 8.200 Teilabdrücke zerteilt und dann verglichen wurden, schreibt Technology Review.


Teilstücke-Erkennung läuft

Obwohl Fingerabdrücke ziemlich einzigartig sind, sind es die Teilstücke gerade nicht: Schon in der verhältnismäßig kleinen Testgruppe fanden die Forscher rund vier Prozent der Teilstücke, die sich genügend ähneln, um von einem handelsüblichen Smartphone-Fingerscanner als gleich erkannt zu werden.

Master errechnet

Diesen Umstand nahmen sich die Wissenschaftler zur Grundlage und generierten so einen Fingerabdruck, dem im Labor zu 65 Prozent Erfolg beschieden war und die Smartphones freischaltete. Diese Master-Fingerabdrücke machen sich den Umstand zu Nutze, dass beim Smartphone Teilabdrücke zur Authentifizierung genügen, da die meisten Systeme den menschlichen Abdruck schon bei der Ersteinrichtung auch nur durch mehrfaches Auflegen komplett erfassen können.

Solang Smartphone-Hersteller nicht höher auflösende Sensoren und leistungsstärkere Prozessoren für Fingerprints verwenden, sind die Systeme aller Hersteller anfällig für errechnete Master-Schlüssel.

Die Arbeit der Forscher ist jedoch nur eine theoretische Arbeit, die nicht mit realen Smartphones, sondern mit deren Technik und Algorithmen am Computer simuliert wurden.

Siehe auch: Fingerprint-Sensor des Galaxy S8: Ungewollter, schlechter Kompromiss
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