Unister: Gericht will langen Prozess gegen Manager eröffnen

Google, Flugzeug, Privatjet Bildquelle: Andy Rusch (CC BY 2.0)
Die Geschäftspraktiken des Leipziger Internet-Unternehmens Unister werden jetzt gerichtlich aufgearbeitet. Am Landgericht Leipzig bereitet man sich auf einen monatelangen Prozess gegen drei frühere Manager des Unternehmens vor, denen verschiedene Straftaten vorgeworfen werden.
Unister ist das Dach über einer ganzen Reihe von Portalen, über die vor allem Reisen vermarktet werden. Die bekanntesten Angebote sind hier Fluege.de und Ab-in-den-Urlaub.de. Millionen Kunden konnte das Unternehmen hier anlocken. Zumindest ein Teil von diesen soll dabei aber übers Ohr gehauen worden sein, berichtete der Rechercheverbund aus Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR.

Das Verfahren steht im Zusammenhang mit bereits länger dauernden Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, die sich auch gegen den Unister-Gründer Thomas Wagner richteten. Dieser war allerdings im Sommer gemeinsam mit einem Gesellschafter der Firma bei einem Flugzeug-Absturz ums Leben gekommen, nachdem er in Venedig Investoren gesucht hatte. Kurz danach mussten Unister und auch mehrere Tochtergesellschaften Insolvenz anmelden.

Manager wollen Freispruch

Andere Manager müssen sich nun vor Gericht verantworten. Ihnen wird unter anderem Steuerhinterziehung, der unerlaubte Versicherungs-Verkauf und Computerbetrug vorgeworfen. 87.000 Kunden des Unternehmens sollen unter der Verantwortung der Angeklagten übervorteilt worden sein. Das Verfahren sollte eigentlich schon früher beginnen, die Ermittler mussten allerdings noch an einigen Stellen nachbessern, bevor das Gericht sich nun bereit erklärte, den Prozess zu beginnen.

Seitens des Unternehmens und seiner Vertreter weist man die Vorwürfe bisher komplett zurück. Ihr Ziel besteht klar in einem Freispruch. So argumentiert man beispielsweise, dass das Versicherungsgeschäft so organisiert war, wie es in der gesamten Reisebranche üblich ist. Hier werden beispielsweise Reiserücktrittsversicherungen an die Kunden verkauft. Die Staatsanwaltschaft ist der Ansicht, dass man dies in der vorliegenden Form nur mit einer Lizenz darf, die eine Firma als Versicherer ausweist. Das ist bei Unister und seinen Töchtern nicht der Fall. Google, Flugzeug, Privatjet Google, Flugzeug, Privatjet Andy Rusch (CC BY 2.0)
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