Tricksereien: Vergleichs-Benchmarks vieler Grafikkarten wohl falsch

Nvidia, GTX 1080, Geforce GTX 1080, GPU 2016 Bildquelle: Nvidia
Bei Benchmark-Tests von Grafikkarten muss die Fachpresse zukünftig noch genauer hinschauen. Denn die Hersteller schicken den Medien zumindest teilweise Testmuster mit anderen Grundeinstellungen, als sie bei den im Handel verkauften Karten zu finden sind.
Die Sache ist kürzlich den Testern von TechPowerUp aufgefallen, als die die neuesten GeForce-Modelle verschiedener Anbieter einem Performance-Test unterzogen. So kommt die "GeForce GTX 1080 Gaming X" beispielsweise mit drei Modi daher, die je nach Bedarf ausgewählt werden können. Wenn man eine solche Grafikkarte im Handel kauft, ist der "Gaming"-Modus standardmäßig aktiviert. Dieser stellt quasi die optimalen Leistungs-Konfigurationen für Spieler bereit.

Nvidia Geforce GTX 1080 & 1070Nvidia Geforce GTX 1080 & 1070Nvidia Geforce GTX 1080 & 1070Nvidia Geforce GTX 1080 & 1070

Wer es wünscht, kann aber auch zwei andere Programme auswählen: "Silent" führt dazu, dass die Karte mit reduzierter Leistung und dafür wesentlich leiser arbeitet. Weiterhin gibt es eine "OC"-Option, also einen Overclocking-Modus, mit dem auch Nutzer ohne größeres technisches Wissen eine mäßige Übertaktung einschalten können und etwas mehr Performance erhalten.

Nun stellte sich heraus, dass die Grafikkarte, die Redaktionen für Benchmark-Tests bereitgestellt wurde, standardmäßig bei der Inbetriebnahme im OC-Modus arbeitet. Das dürfte dazu führen, dass das Produkt im direkten Vergleich zu den Karten anderer Hersteller auf etwas bessere Benchmark-Werte kommt. Die daraus folgende Berichterstattung kann entsprechende Folgen haben. "Auch wenn es nur um 1 Prozent geht - die Leute werden ihre Kaufentscheidung auch von solch geringen Unterschieden abhängig machen", so die Einschätzung der TechPowerUp-Redaktion.


Offenbar jahrelange Praxis

Die Tester nahmen sich daraufhin noch einmal ältere Testergebnisse vor und waren schockiert. Wie sie mitteilten, muss man davon ausgehen, dass eine solche Praxis bei einigen Herstellern gang und gäbe ist. So wurden entsprechende Fälle bei MSI-Grafikkarten gefunden, die bereits einige Jahre zurückliegen. Der Konkurrent Asus scheint diese Vorgehensweise dann einige Zeit später übernommen zu haben.

Den Kollegen des britischen PC Magazine liegt inzwischen eine Stellungnahme von MSI zu der Sache vor. Dabei rechtfertigt man die Trickserei damit, dass die für Tester bestimmte Grafikkarte im OC-Modus eher dem entspricht, was die Nutzer verwenden werden. Denn immerhin empfehle man den Käufern den Einsatz der MSI Gaming App, in der man per Mausklick zwischen den drei Modi wechseln kann. Man geht also davon aus, dass ohnehin alle Kunden die Karte einbauen und von der Standard-Einstellung in die Übertaktung wechseln. Kommuniziert wurde dies gegenüber den Testern aber nie. Von Asus gab es bisher noch keinen Kommentar. Nvidia, GTX 1080, Geforce GTX 1080, GPU 2016 Nvidia, GTX 1080, Geforce GTX 1080, GPU 2016 Nvidia
Mehr zum Thema: Asus
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