Neue EU-Kommission will Google nicht glimpflich davonkommen lassen

Google, Logo, Suchmaschine Bildquelle: Google
Die neue EU-Kommission will den Suchmaschinenkonzern Google nicht mehr so einfach davon kommen lassen, wie noch der alte Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. Trotz der verschiedenen Zugeständnisse, zu denen das Unternehmen bereit war, soll nun ein offizielles Verfahren eingeleitet werden.
Almunias Nachfolgerin Margrethe Vestager will im Zuge dessen tiefergehend prüfen, inwieweit Google seine marktbeherrschende Stellung bei der Web-Suche missbraucht, berichtet die New York Times. Eine ganze Reihe von Konkurrenten hatten hier in der Vergangenheit Beschwerden eingereicht. Im Kern geht es darum, dass Google den Marktanteil seiner Suchmaschine von über 90 Prozent in Europa nutzen soll, um das Interesse der Nutzer auch auf verschiedene andere Dienste aus dem Konzernverbund zu lenken und damit deren Wettbewerber zu benachteiligen.

Ein Beispiel hierfür ist die starke Präsenz des Kartendienstes Google Maps in den Suchergebnissen. Tippt ein Anwender in der Websuche einen bestimmten Ort oder eine Lokalität ein, bekommt er diese auch auf einer Google-eigenen Karte präsentiert. Da es sich bei Google Maps rechtlich um einen eigenen Geschäftsbereich handelt, fühlen sich Anbieter anderer Kartendienste unangemessen benachteiligt. Die Sachlage ähnelt dabei jener im bisher wohl aufsehenerregendsten EU-Kartellverfahren, das vor Jahren gegen Microsoft geführt wurde. Dem Software-Konzern wurde damals vorgeworfen, die Dominanz seines Windows-Betriebssystems zu missbrauchen, um dem eigenen Browser einen Vorteil vor konkurrierender Software zu verschaffen.

Die Bandbreite der eigenen Dienste, die Google in seine Trefferlisten einbindet, ist allerdings um einiges größer. Hierzu gehören auch Ergebnisse aus dem eigenen Preisvergleichs-Portal, dem Nachrichten-Aggregator, der Video-Plattform YouTube, einem Reiseportal und einigem mehr. Doch bei diesem Sachverhalt will es die EU-Kommission bei ihrer Untersuchung nicht belassen. Denn inzwischen hat Google mit Android auch bei mobilen Betriebssystemen eine marktbeherrschende Stellung erreicht und verknüpft dabei Smartphones eng mit seinen ohnehin schon marktbeherrschenden Suchangeboten.

Bei Google sieht man der bevorstehenden Auseinandersetzung allerdings relativ gelassen entgegen. In einer internen Notiz schätzt die Rechtsabteilung die Sache so ein, dass die Nutzer durchaus problemlos zwischen einer großen Bandbreite an Angeboten wählen können. Dabei gelinge es anderen Unternehmen durchaus, in Konkurrenz zu Google erfolgreiche Geschäfte zu machen - dazu gehöre beispielsweise Apple, das sogar zum wertvollsten Unternehmen der Welt aufsteigen konnte.

Sollte das Verfahren für Google allerdings nicht glimpflich ausgehen, könnte es teuer werden. Laut dem EU-Wettbewerbsrecht können Geldstrafen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes vom Gesamtkonzern verhängt werden. Google verbuchte im letzten Jahr Einnahmen in Höhe von rund 66 Milliarden Dollar. Google, Logo, Suchmaschine Google, Logo, Suchmaschine Google
Mehr zum Thema: Google Inc.
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