NSA spioniert auch Überweisungen in großem Stil aus

Der US-Geheimdienst NSA überwacht den internationalen Zahlungsverkehr sowie die Aktivitäten von Banken und Kreditkartentransaktionen in einem weitaus größeren Umfang, als bisher vermutet wurde.

Das gehe aus Unterlagen aus dem Archiv von Edward Snowden hervor, die das Hamburger Nachrichtenmagazin Der Spiegel jetzt einsehen konnte. Demnach verfügt die NSA über eine eigene Abteilung mit dem Namen "Follow the Money", die für das Ausspähen von Finanzdaten zuständig ist. Die dort gewonnenen Informationen fließen in eine NSA-eigene Finanzdatenbank namens "Tracfin". 2011 soll diese 180 Millionen Datensätze enthalten haben.

Aus den Unterlagen gehe weiterhin hervor, dass der Geheimdienst dafür auch die Zahlungsabwicklung großer Kreditkartenfirmen wie Visa ins Visier nimmt. So beschrieben NSA-Analysten auf einer internen Konferenz im Jahr 2010 detailliert, wie sie im komplexen Netz, über das der US-Konzern seine Transaktionen abwickelt, nach möglichen Anzapfpunkten forschten - angeblich erfolgreich.


Ziel seien dabei vor allem die Transaktionen von Visa-Kunden in Europa, dem Nahen Osten und in Afrika gewesen, heißt es in einer Präsentation. Es gehe darum, "die Transaktionsdaten von führenden Kreditkartenunternehmen zu sammeln, zu speichern und zu analysieren". Eine Visa-Sprecherin schloss dem Bericht zufolge aber aus, dass Daten aus den vom Unternehmen selbst betriebenen Netzen abfließen könnten.

In der NSA-Datenbank Tracfin landen auch Daten der in Brüssel beheimateten Genossenschaft Swift, über die Tausende Banken ihren internationalen Zahlungsverkehr abwickeln und die von der NSA als "Ziel" definiert wird. Deren Netzwerk soll gleich auf mehreren Ebenen angezapft werden - unter anderem ist daran die NSA-Abteilung für "maßgeschneiderte Operationen" beteiligt. Einer der Zugangswege zu den Swift-Informationen besteht den Dokumenten zufolge darin, den "Swift-Druckerverkehr zahlreicher Banken" auszulesen.

Selbst Geheimdienstler sehen die Ausspähaktionen im Weltfinanzsystem mit einer gewissen Sorge, wie aus einem Dokument des britischen Geheimdienstes GCHQ hervorgeht, das sich aus rechtlicher Sicht mit "Finanzdaten" und der eigenen Zusammenarbeit mit der NSA in diesem Feld befasst. Das Sammeln, Speichern und Teilen der "politisch sensiblen" Daten sei ein tiefer Eingriff, schließlich handle es sich um "Massendaten voller persönlicher Informationen", von denen "viele nicht unsere Ziele betreffen". Hier dürfte es aber eine Rolle spielen, dass die Wirtschaftsspionage schon immer ein fester Bestandteil der Aufgabe von Geheimdiensten war.
Diese Nachricht empfehlen
Videos zum Thema
 
Und wieder offenbart die Hydra einen weiteren ihrer vielen Köpfe...
 
@Tenzing: und wird ohne Konsequenzen davon kommen. Natürlich...
 
@Mactaetus: Wird abgeschlagen, 2 neue Wachsen
 
@Tenzing: Wie und wieder? Das war doch schon alles bekannt als das SWIFT-Verfahren eingeführt bzw. umgestellt wurde. Die USA wollten den Hauptsitz bei sich haben. Haben dann aber dem Verbleib in Belgien zugestimmt unter der ausdrücklichen und zugesagten Bedingung, dass sie Zugriff auf die Daten haben. "... Seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 in den USA übermittelte SWIFT nach eigenen Angaben vertrauliche Daten über Finanztransaktionen an US-amerikanische Behörden. In Presseberichten ist von 20 Millionen übermittelter Bankdaten pro Jahr die Rede..."! Siehe da: https://de.wikipedia.org/wiki/SWIFT ALSO wie immer: Längst Bekanntes versinkt im Vergessen und dann regen sich alle mit einem mal wieder auf! Kopfschüttel und wunder! UND genauso wird es auch mit NSA und Co. kommen.
 
Wäre es nicht besser, alles das aufzuzählen, was nicht abgehört wird?


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen

Schreiben Sie uns Ihre Meinung, bewerten Sie Kommentare oder diskutieren Sie mit anderen WinFuture.de Lesern!

Melden Sie sich jetzt kostenlos an
oder verwenden Sie Ihren bestehenden Zugang.

Wöchentlicher Newsletter

Beliebte Videos

powered by veeseo

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Ab 17:59Roccat Kave XTD Digital Premium 5.1 Surround HeadsetRoccat Kave XTD Digital Premium 5.1 Surround Headset
Original Amazon-Preis
169,99
Blitzangebot-Preis
144
Ersparnis 15% oder 25,99
Jetzt Kaufen
Im WinFuture Preisvergleich

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles