Hamburg schafft Informatik als Pflichtfach ab

In Hamburgs Schulen wird Informatik zukünftig nicht mehr Bestandteil des Pflichtunterrichtes sein. Das ist die Folge der Zustimmung zu einem Konzept, das der Schulsenator Ties Rabe (SPD) ausgearbeitet hat.

Seitens seiner Parteifreunde erfährt Rabe dabei Unterstützung. Es müsse nicht jeder programmieren können, erklärte Michael Hartwig, Vorsitzender der Elternkammer und ebenfalls SPD-Mitglied, laut einem Bericht der Tageszeitung Die Welt.

Und auch die Schulbehörde steht hinter der Änderung. "Etwas salopp formuliert: Alle sollten in einer mobilen Gesellschaft ein Auto fahren können. Aber nicht alle müssen auch wissen, wie es im Detail funktioniert oder gebaut wird", verglich deren Sprecher Peter Albrecht die Situation. Daher sei es nicht nötig, dass alle Schüler in der gleichen Intensität im Bereich der Informatik ausgebildet würden.


Deutlich anders sieht dies jedoch ein breites Spektrum von den Vertretungen der Lehrer und Schüler bis zur Wirtschaft. In einer Stellungnahme erklärte beispielsweise die Lehrerkammer, dass sie die Streichung von Informatik als Pflichtfach entschieden ablehne. Und auch die Schülervertreter kritisierten die Entscheidung als im 21. Jahrhundert nicht nachvollziehbar.

Vertreter der Wirtschaft befürchten, dass ein solcher Weg letztlich dazu führt, dass noch weniger Berufseinsteiger die heute in vielen Bereichen notwendigen IT-Kenntnisse mitbringen. "Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass wir einen Fächerkanon aus dem 19. Jahrhundert konservieren. Informatik besaß während meiner Schulzeit vor 30 Jahren einen höheren Stellenwert als heute", schimpfte Matthias Schrader, Vorstand des Internet-Dienstleisters SinnerSchrader.

Wirtschaftsverbände wie der BITKOM fordern seit längerer Zeit einen genau entgegengesetzten Weg - nämlich die generelle Einführung von Informatik als Pflichtfach bundesweit. Denn es sind längst nicht nur Software-Entwickler, die heute die Konzepte der Programmierung verstanden haben müssen. Auch in zahlreichen anderen Berufen gehört die Erstellung von Programmen zum Alltag - sei es in Form von Makros in Office-Anwendungen oder bei der Einrichtung von Maschinen in der industriellen Produktion.
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und dann sind die Schüler nicht mal mehr in der Lage, einen Brief/Bewerbung in Word zu schreiben
 
@frust-bithuner: ... weil auch dort die Schüler mittlerweile mehr über Infrmatik wissen als die Lehrer? Wie man Bewerbungsschreiben anfertigt ist jetzt nicht unbedingt ein Hauptthema der IT.
 
@noComment: Das stimmt natürlich, aber andererseits weiß heutzutage kaum einer wie man Word richtig bedient. Ich habe neulich meiner Mitbewohnerin erst einmal zeigen müssen, wie man Überschriften, Inhaltsverzeichnisse, Quellenverzeichnisse und Indizes anlegt, damit sie ihre wissenschaftliche Arbeit für die Uni schreiben kann. Das ist meiner Meinung nach sehr traurig und sollte eigentlich schon in der Grundschule gelehrt werden, denn das sind die Schlüsselkompetenzen die einfach JEDER heutzutage braucht, ob man nun ein Anschreiben, eine Rechnung oder eine Bewerbung verfassen muss.
 
@noComment: ich bin seit ungefähr 15 jahren aus der Schule raus und habe sowas in Informatik gehabt.. damals noch im 3.11 Windows mit Works 3.0. Genauso haben wir dort auch ein bissel mit Tabellenkalkulation umgehen gelernt. Zusätzlich gab es noch AGs die ich genutzt habe in denen wurde Programmieren mit QBasic gelehrt und im Wahlpflicht ab Klasse 9 hatte ich die ersten Versuche mit Turbopascal 7. Innenleben vom Rechner haben wir damals übrigens niee gesehen. Es ging nur um die reinste Anwendung
 
@frust-bithuner: Idealerweise müsste man den Unterricht trennen. Und zwar in die essentielle Vorbereitung für den Berufseinstieg, wofür man Grundkenntnisse in Office braucht, und eine erweiterte IT-Ausbildung - eventuell als Wahlfach. Dazu braucht man aber auch Lehrer die dafür ausgebildet sind und keine die nebenbei mehr schlecht als recht Sachen unterrichten, von denen sie selber keinen Plan haben.


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