Cyberwar: Hacker sind für NATO militärische Ziele

Das Militärbündnis NATO hat sich eine Doktrin für die Kriegführung im Internet verpasst. In dieser werden unter anderem Regeln dafür aufgestellt, welche Einrichtungen nicht angegriffen werden sollen.

Bei dem Papier, das vom NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence (CCDCOE), handelt es sich um einen ersten Ansatz, im internationalen Rahmen Regeln, wie sie bei der herkömmlichen Kriegsführung beispielsweise in Form der Genfer Konvention bereits lange existieren, auch für Angriffe im Internet zu etablieren.

So werden auch hier bestimmte Objekte als Angriffsziele ausgeschlossen. Dazu gehören wie auch bei herkömmlichen Kampfhandlungen medizinische Einrichtungen. Aber auch Attacken auf Ziele, mit deren Beschädigung hohe Risiken für die Zivilbevölkerung einhergehen, werden ausgeschlossen. Hierzu gehören beispielsweise die Regelsysteme von Talsperren oder Atomkraftwerke.


Eine Besonderheit gegenüber der herkömmlichen Kriegsführung stellt die Abgrenzung von Kombattanten gegenüber der Zivilbevölkerung dar. Als Kombattanten gelten für gewöhnlich Angehörige gegnerischer Militärverbände, die beispielsweise durch ihre Uniformen oder andere Merkmale eindeutig als Kampfgegner einzuordnen sind. Die Cyberwar-Doktrin ordnet diesen auch zivile Hacker zu, die an den Angriffen beteiligt sind.

In diesem Punkt zeigt sich eine Parallele zur Cyberwar-Doktrin der USA. Diese behält sich vor, den Ausgangspunkt eines Angriffs im Internet wie etwa ein Datenzentrum auch mit physischen Waffen zu attackieren. Hier stellt das CCDCOE-Papier allerdings eine Einschränkung auf: Zu solchen Methoden soll nur gegriffen werden, wenn die Cyberwar-Attacke tatsächlich dazu führte, dass beispielsweise Menschen zu Tode gekommen sind.

Grundsätzlich kann aber auch die vorliegende Doktrin nicht mit verschiedenen Problemen, die mit dem Cyberwar verbunden sind, aufräumen. So ist es im Netz beispielsweise schwer, den genauen Ursprung eines Angriffes zu lokalisieren - wenn beispielsweise Methoden zur Verschleierung eingesetzt werden. Unklar ist weiterhin, wie mit Attacken umgegangen werden soll, die scheinbar ihren Ursprung in einem neutralen Land oder bei einer Gruppe von Personen haben, die keiner staatlichen Einrichtung zugehörig sind.
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"Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel."
 
Was mich mal interessiert, ist die Abteilung für CyberWar bei der Bundeswehr oder beim BND bzw. MAD? Wenn bei der Bundeswehr gibt's bald sicherlich auch Jobs für Anwendungsentwickler ^^
 
@Knerd: Du meinst für Killer Applications? ;)
 
@Knerd: Marine und Luftwaffe haben schon ne "CyberWar" Abteilung, sind die gleichen Typen die auch Drohnen steuern, die können auch Präventiv-Spionage auf jeder OSI Schicht, sogar 8 ;) BND sowieso, das ist ja bekannt.
 
@wuddih: Marine und LW haben schon eine? :D Ja gut, das der BND eine hat ist bekannt, stimmt, war eher gemeint, wo die NATO Kräfte hinkommen ;)


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