Netflix hat Untertitel von Film-Piraten geklaut

Die Online-Videothek Netflix hat sich bei ihrer Expansion in den skandinavischen Raum offensichtlich bei den Untertitel-Angeboten einer Film-Community bedient, ohne sich eine entsprechende Genehmigung einzuholen.

Der Fall wird allerdings vor allem dadurch etwas kurios, weil die Untertitel-Angebote selbst nicht ganz legal sind. Denn eigentlich liegen auch die Rechte für das Einspielen von Übersetzungen beim jeweiligen Studio. In den Communities weltweit werden aber immer wieder selbst Untertitel angefertigt, wenn diese beispielsweise nicht offiziell vorliegen oder aber nicht für gut genug befunden werden.

Im aktuellen Fall geht es um entsprechende Arbeiten, die durch die finnischen User des Forums "DivX Finland" erstellt wurden. Diese tauchten plötzlich auch in den offiziellen Netflix-Streams auf. Auffällig war dies insbesondere deshalb, weil die Untertitel-Dateien durch den Streaming-Anbieter nicht nachbearbeitet wurden und so die Quellenreferenz, die auf das Forum verwies, weiterhin enthalten war.


Wie Jarmo Hakala, einer der führenden Nutzer in dem Forum, gegenüber der norwegischen Zeitung 'Ilta Sanomat' erklärte, habe man sich durchaus darüber gefreut, dass Netflix die Untertitel übernommen hat und diesen so im Grunde eine gute Qualität bescheinigte. Man hätte sich aber denn doch gefreut, wenn das Unternehmen bei den Usern die Erlaubnis eingeholt hätte - auch wenn einige Unterstützer es vielleicht nicht gerne gesehen hätten, dass ihre aufwändig erarbeiteten Untertitel einfach so von einer Firma verwendet werden, die damit Geld verdient.

Für Netflix könnte die Angelegenheit aber durchaus auch Probleme mit den Lizenzgebern für die Filme nach sich ziehen. Denn es handelt sich eben nicht um offiziell autorisierte Angebote. Denn streng genommen sei die Veröffentlichung von Untertiteln durch ein solches Community-Projekt nicht legal, erklärte Antti Kotilainen, die für eine finnische Copyright-Organisation der Medienbranche arbeitet.

Netflix ist seit einiger Zeit in den USA und inzwischen auch einigen anderen Ländern sehr erfolgreich. Immerhin bietet das Unternehmen für eine relativ geringe monatliche Gebühr die Möglichkeit, sich Filme und Serien im Stream anzuschauen. Inzwischen deutet auch einiges auf einen Start des Dienstes in Deutschland hin. Denn zumindest gibt es inzwischen eine Stellenausschreibung, in der auch Übersetzer für das Deutsche gesucht werden.
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Interessant, wie für eine möglichst reißerische Überschrift aus den Nutzern des Forum "Film-Piraten" werden, davon im ganzen Artikel aber nirgendwo die Rede ist.
 
@dodnet: hey, bringt mehr werbeeinnahmen ^^
 
Interessant.... ich mache mir als Filmfan die Mühe, erstelle eine bessere Übersetzung für einen Film, weil die von der Filmgesellschaft einfach zu schlecht ist... und dann wird man als Dank von Winfuture als Film-Pirat abgestempelt... Sauerrei...
 
Piracyeption
 
Ist bei Animes Gang und Gebe. 90% der englischen Untertitel von Produktionen, die es bis zum FanSub nur in japanischer Originalsprache gab, werden manchmal nichtmal mehr Korrekturgelesen, sondern einfach so mit auf die DVDs gepackt.


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