1,45 Mio. Blogs wegen kurzem Zitat abgeschaltet

Server, Datenzentrum, AT&T Bildquelle: David Jones / Flickr
Aufgrund eines Hinweises auf eine mögliche Urheberrechtsverletzung wurden beim australischen Webhosting-Unternehmen ServerBeach 1,45 Millionen Blogs mit einem Mal vorübergehend stillgelegt. Getroffen hat es ausgerechnet Angebote für den Bildungsbereich.
Auf den Servern des Unternehmens sind unter anderem die so genannten Edublogs angesiedelt. Der Dienst, der auf einer Wordpress-Variante für viele Nutzer basiert, wird beispielsweise von Lehrern und Bildungseinrichtungen genutzt, um Schülern Lehrmaterialien anzubieten und mit ihnen auch außerhalb der Schule zu kommunizieren.

Dann erreichte den Hoster allerdings eine DMCA-Notice des US-Verlages Pearson, berichtete 'Ars Technica'. Darin wurde die unrechtmäßige Veröffentlichung eines psychologischen Fragebogens bemängelt, mit dem Indizien dafür herausgefunden werden können, ob bei einem Menschen ein Hang zu selbstverletzendem Verhalten oder Suizidgefahr besteht. Dieser ist Bestandteil eines Buches aus dem Jahr 1974, das Pearson derzeit in einer Neuauflage für 120 Dollar vertreibt.

Zunächst ging alles seinen gewohnten und unspektakulären Gang - wie es in solchen Fällen üblich ist. ServerBeach leitete die Nachricht des Verlages an die Edublogs-Betreiber weiter und diese sorgten dafür, dass die Kopie des Fragebogens aus dem Blog des Lehrers entfernt wurde. Dem Hoster wurde auch eine entsprechende Rückmeldung gegeben.

Einige Zeit später mussten die Edublogs-Betreiber allerdings feststellen, dass ihr Angebot komplett offline genommen wurde. Bei einer Überprüfung wurde nämlich festgestellt, dass die fragliche Kopie zwar nicht mehr über das Blog erreichbar, allerdings noch im Server-Cache vorhanden war. Wohl um weitergehende Probleme zu vermeiden, entschied man sich für die Abschaltung und eine manuelle Bereinigung der Systeme. Letztlich soll die Nichterreichbarkeit der Edublogs auch nur kurz gewesen sein.

Die Betreiber des Blog-Angebots sind allerdings recht ungehalten über ein solches Vorgehen. Immerhin zahlen sie monatlich fast 7 Millionen Dollar für den Betrieb und die Wartung der Server an ServerBeach. Selbst wenn die Löschung nicht in ausreichendem Maße stattgefunden habe - so sehen es die Leute hinter Edublogs - könnte man dann zumindest erwarten, dass die zuständigen Mitarbeiter des Hosters einmal kurz anrufen und auf das Problem hinweisen, statt den kompletten Dienst abzuschalten.

ServerBeach beruft sich hingegen darauf, seinen Kunden rechtzeitig informiert zu haben. Nachdem für den gleichen Fall eine zweite DMCA-Notice einging und eine daraufhin an die Edublogs geschickte E-Mail nicht beantwortet wurde, habe man weitergehende Maßnahmen ergriffen. Wessen Sicht des genauen Zeitablaufs korrekt ist und ob alle Nachrichten korrekt angekommen sind, kann allerdings kaum nachvollzogen werden. Der Vorfall zeigt allerdings, welche Folgen selbst triviale Fälle bei Urheberrechts-Problemen nach sich ziehen können. Server, Datenzentrum, AT&T Server, Datenzentrum, AT&T David Jones / Flickr
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