"Aktion Klehranlage": Blogger ziehen ins Gefecht

Netbook, Blog, Blogger Bildquelle: Roshan Vyas
Der Rechtsanwalt und Blogger Markus Kompa wird von dem Arzt Nikolaus Klehr aus Bayern juristisch angegriffen, weil er in seinem Blog auf einen kritischen Video-Bericht des ZDF über die fragwürdigen und unwissenschaftlichen Krebs-Heilmethoden des Klägers verlinkte.
Klehr wandte sich mit seinem Anliegen an das Landgericht Hamburg, dass in Streitigkeiten über Veröffentlichungen im Internet für seine klägerfreundlichen Entscheidungen, die meist von übergeordneten Instanzen wieder ein kassiert werden, bekannt ist. Das Gericht gab dem bayerischen Arzt so auch darin Recht, dass Kompa mit der Verlinkung oder Einbettung des fraglichen Videos von YouTube gegen dessen Persönlichkeitsrechte verstoße.

Dem Blogger wurden eine Abmahnung, aus der dann eine einstweilige Verfügung wurde, sowie eine Anwaltskostenrechnung im vierstelligen Bereich zugestellt. Allerdings will Kompa sich damit nicht abfinden und rief zu der "Aktion Klehranlage" auf. Diese hat das Ziel, die Auseinandersetzung notfalls bis vor den Bundesgerichtshof zu bringen und eventuell ein Präzedenzurteil über solche Verlinkungen zu erzielen.

Wie Kompa ausführte, dürfte ein solcher Rechtsstreit über die Instanzen hinweg mindestens rund 20.000 Euro kosten, die er allein nicht aufbringen kann. Er bat daher um Spenden. Wohl auch die weitergehende Intention hinter der Sammlung des Geldes sorgte dabei schnell für Aufmerksamkeit: Sollte der Prozess gewonnen werden, müsste die Gegenseite die Kosten tragen. In diesem Fall würde das Geld gar nicht benötigt. Die Spenden sollen daher in diesem Fall das Grundkapital für einen Verein oder eine Stiftung bilden, die Blogger zukünftig bei ähnlichen Auseinandersetzungen unterstützt.

Der Aufruf zu der Aktion verbreitete sich in den letzten beiden Tagen in Windeseile über die verschiedensten Social Media-Kanäle und erreichte zahlreiche Nutzer, die bereits sind, sich an dem Projekt zu beteiligen. "Ich habe heute Nacht um 2 Uhr den Versuch aufgegeben, die Liste der Klehranleger für heute einzupflegen. Sind einfach zu viele", teilte Kompa via Twitter mit. Rund 30.000 Euro seien bereits zusammengekommen. Die meisten Unterstützer beteiligten sich mit den vorgeschlagenen 20 Euro, es gingen aber wohl auch mehrere vierstellige Beträge ein.

Klehr gehört zu einer Reihe von angeblichen Krebsärzten, die jeweils mit vergleichbaren Methoden vorgehen: Sie propagieren eine selbst entwickelte Therapie, über deren Wirksamkeit jeweils keinerlei wissenschaftliche Nachweise erbracht wurden, und nutzen die Verzweiflung von Krebskranken aus, um ihnen die jeweiligen Methoden für gutes Geld zu verkaufen. Wegen der nicht nachgewiesenen Wirksamkeit verweigern die Krankenkassen eine Übernahme der Kosten. Da sie Kritiker kaum mit Argumenten wiederlegen können, wird die juristische Keule geschwungen, wenn ihr Geschäftsmodell durch Aufklärung der Patienten bedroht wird. So musste sich erst Ende letzten Jahres ein britischer Schüler gegen Angriffe durch die "Burzynski Clinic" wehren. Netbook, Blog, Blogger Netbook, Blog, Blogger Roshan Vyas
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