Daten-Klau bei Firmen: Täter sind oft die Mitarbeiter

Datenschutz Wenn es um Wirtschaftsspionage geht, gerät derzeit in der Regel China ins Visier. Das größte Problem für Firmen liegt aber nicht bei asiatischen Hackern, sondern bei den eigenen Beschäftigten.
Das ist das Ergebnis einer Untersuchung durch die Unternehmensberatung Ernst & Young. Dabei kommt es noch relativ selten zu ernsten Problemen: Nur acht Prozent der befragten Unternehmen berichten von Wirtschaftsspionage oder Datenklau-Attacken in den vergangenen drei Jahren. 65 Prozent der Befragten gehen aber davon aus, dass die Bedrohung in den kommenden Jahren zunehmen wird.

Die deutschen Firmen wiegen sich aber auch noch in einer trügerischen Sicherheit: 38 Prozent schätzen die Bedrohung für ihr eigenes Unternehmen derzeit als gering ein, 52 Prozent halten sich für "mäßig" bedroht, und nur jedes zehnte Unternehmen sieht eine starke Gefährdung. Offenbar vertrauen die Manager auf die Wirksamkeit ihrer präventiven Vorkehrungen, die 83 Prozent für ausreichend halten.

"Wir müssen daraus schließen, dass die Mehrheit der Unternehmen noch gar keine Sensibilität für diese Art von Risiko entwickelt haben", sagte Stefan Heißner, Leiter der Abteilung Fraud Investigation & Dispute Services bei Ernst & Young. "Nach unserer Erfahrung hat jedes Unternehmen mit solchen Problemen zu kämpfen - keineswegs nur Großkonzerne." Heißner geht davon aus, dass allein in Deutschland durch Datenklau jährlich ein Schaden von geschätzt über 20 Milliarden Euro entsteht.

Zur Datengewinnung bedürfe es nicht einmal nur krimineller Methoden wie des Einbrechens in Netze oder des direkten Datenklaus per CD-ROM oder USB-Stick. "Oft genügt die schlichte menschliche Eitelkeit. Welche Mengen an Know-how manche Leute in Vorträgen auf Kongressen oder in Zeitschriftenartikeln preisgeben, ist gelegentlich schon dramatisch", berichtete Heißner. Nicht minder problematisch sei das Auskunftsverhalten in Telefongesprächen, wenn aus Höflichkeit bereitwillig Auskünfte zu eigentlich sensiblen Themen erteilt werden.

Doch bereits die einfache Recherche und Zusammenschau von Daten, die frei im Internet zur Verfügung stünden, führe häufig zu erstaunlich vollständigen Informationssätzen. Das größte Gefahrenpotenzial lauert allerdings - so die Erfahrung der betroffenen Unternehmen - in der eigenen Belegschaft. Zwei Drittel von ihnen orteten Mitarbeiter als Täter. In 44 Prozent der Fälle waren es aktuell beschäftigte, in 22 Prozent ehemalige Mitarbeiter.

Hauptmotive der Mitarbeiter-Täter sind die persönliche Bereicherung (53 Prozent) und Racheabsichten (31 Prozent). Wettbewerbsvorteile spielen in 18 Prozent der Fälle eine Rolle, zum Beispiel, wenn sich Mitarbeiter mit den Kundendaten oder anderem Know-how ihrer Arbeitgeber als deren Konkurrenten selbstständig machen.
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