GVU ließ Creative Commons-Videos löschen (Update)

Wirtschaft & Firmen Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) lässt derzeit offenbar wahllos Videos aus dem Netz entfernen, von denen sie annimmt, dass eine Urheberrechtsverletzung vorliegt. Mit den Produzenten der Clips ist dies nicht abgesprochen. Im Gegenteil: Die Löschung erfolgte gegen deren Willen. Betroffen ist unter anderem der Journalist Mario Sixtus. Vier Folgen der von ihm für das ZDF produzierten Reihe "Elektrischer Reporter" wurden auf der Plattform Vimeo gesperrt.

"Auf die Erklärung bin ich gespannt", ließ Sixtus über seinen Twitter-Account wissen. Immerhin hat er die Sendungen unter der Creative Commons-Lizenz veröffentlicht und damit ausdrücklich erlaubt, dass die Clips weiterverbreitet werden dürfen.

Der Journalist hat inzwischen den in der Internet-Community bekannten Anwalt Udo Vetter mit der Klärung des Sachverhalts beauftragt. Neben den Sixtus-Produktionen ist auch das Video "Du bist Terrorist" von Alexander Lehmann betroffen.

Vimeo sperrte die Videos offenbar, ohne selbst eine Prüfung der Lizenzen vorzunehmen. Auf der entsprechenden Seite findet sich nun lediglich der Hinweis, dass der Clip aufgrund einer Beschwerde der GVU am frühen Montag Morgen gelöscht wurde.

Seitens der GVU konnte man gegenüber WinFuture.de bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu der Löschung Stellung nehmen. Die Sprecherin des Vereins sicherte aber zu, sich um eine Klärung zu bemühen.

Update: Wegen des umfangreichen Updates wurde der um 09:53 Uhr veröffentlichte Beitrag auch zeitlich auf den neuen Stand aktualisiert.

Bei der Löschaufforderung der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) gegen Creative Commons-Videos handelt es sich nach Angaben der Organisation um einen Irrtum.

Bei einer Aktion gegen ein Streaming-Portal "Monsterstream" seien die fraglichen Clips versehentlich mit aufgegriffen worden, erklärte GVU-Sprecherin Christine Ehlers gegenüber WinFuture.de. Der Verein bedauere das Versehen. Der Journalist Mario Sixtus, dessen Videos unter anderem betroffen waren, will sich aber nicht mit einer einfachen Entschuldigung zufrieden geben.

Der Fehler soll den Angaben zufolge bei der Firma OpSec Security liegen, die im Auftrag der GVU regelmäßig Streaming-Portale überprüft und Listen für Löschaufforderungen erstellt. Aktuell ging man im Rahmen des Projekts "Portalschließungen" gegen Monsterstream vor. Dabei seien die vier Folgen von Sixtus' "Elektrischem Reporter" und "Du bist Terrorist" von Alexander Lehmann versehentlich mit erfasst worden.

"GVU und OpSec Security bedauern das Versehen", hieß es. Wie Ehlers ausführte, werde der Vorgang aktuell weiter untersucht. Dadurch soll zukünftig ausgeschlossen werden können, dass sich ein solcher Vorfall wiederholt. Bereits gestern am späten Abend habe sich die GVU an Vimeo gewandt und darum gebeten, die Videos wieder zu aktivieren.

Wie Sixtus mitteilte, reiche ihm diese Erklärung aber nicht aus. "Das Vorgehen der GVU ist in meinen Augen nichts anderes, als digitaler Vandalismus", so der Journalist. Immerhin habe die GVU seiner Ansicht nach mit der Aktion selbst das Urheberrecht verletzt und in seine Publikationsrechte eingegriffen.

Über seinen Anwalt habe Sixtus die GVU nun aufgefordert, eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben, in der sich der Verein verpflichtet, nicht erneut Videos von ihm sperren zu lassen. Er begründete dies damit, dass die GVU in der Vergangenheit selbst dafür bekannt wurde, sehr hart gegen Urheberrechtsverletzer vorzugehen.
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