Microsoft: Schule soll sich 'Digitalem Leben' anpassen
Es gebe nur eine Art von Schülern, die noch weniger zu ertragen sind als Schulabbrecher - Schüler, die sich im Klassenraum langweilen. Diese Auffassung vertrat Martin Bean, der in Microsofts Abteilung für Bildungsprodukte für Marketing und Business Development zuständig ist, anlässlich des School of the Future World Summit in Seattle.
Heutige Schüler hätten oft das Gefühl, dass das System, in dem sie leben müssen, keine Verbindungen zu ihrer Welt hat, so Bean. Er verwies auf eine Studie des US-Bildungsministeriums, wonach viele Schüler Bildung zwar für wichtig halten, ihre Anforderungen von aktuell üblichen Angeboten aber nicht erfüllt sehen.
Handyverbote und abgeschlossene Computer-Kabinette würden keine Abhilfe bieten, weshalb Microsoft an einigen Projekten arbeitet, die Lehrern unter anderem bei der Aufbereitung von Unterrichtsmaterialien helfen sollen. Außerdem will man die Angebote der hauseigenen Live@edu Initiative ausbauen und in Office und SharePoint neue Funktionen speziell für den Bildungsbereich integrieren.
Microsoft zeigte während der Veranstaltung auch, wie der Multitouch-Tisch Surface zu Bildungszwecken verwendet werden kann. Generell mangele es aber nicht an der Technologie, die nötig ist, um Schulunterricht im "Digitalen Zeitalter" attraktiv zu gestalten. Tatsächlich gebe es diverse Technologien, die beim Lernen helfen können, so Bean.
Lehrer und Schulen müssten die verfügbaren Technologien künftig einfach verstärkt für ihre Zwecke nutzen, forderte er deshalb. Neue technische Hilfsmittel müssten ihm zufolge so gut in den Alltag im Klassenraum integriert werden, dass man sie kaum noch als solche wahr nimmt. Bean warnte in dieser Hinsicht davor, neue Technologien in Schulen wegen unbegründeten Vorbehalten auszuschließen.
Es gebe eine gewisse Tradition, neue Technologien im schulischen Bereich anfangs zu verteufeln. Im 18. Jahrhundert habe man Bedenken gegenüber Tafeln gehabt, 100 Jahre später fürchtete man dann eine zu starke Verwendung von Papier und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde schließlich vor Tintenfüllhaltern gewarnt.
Weitere Informationen: Martin Beans Vortrag (PowerPoint)
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