Virenscanner verursacht 'Fake'-Traffic auf Webseiten

Sicherheit Die Sicherheit der Internet-Nutzer hat einen hohen Stellenwert. Eine neu integrierte Funktion eines bekannten kostenlosen Virenscanners und Anti-Malware-Tools sorgt nun jedoch dafür, dass die Betreiber von Webseiten dafür zahlen müssen. Offenbar sorgt ein Linkprüfer für unnötiges Datenaufkommen. Die Kollegen vom britischen Branchenmagazin The Register berichten, dass der Virenscanner AVG AntiVirus bei ihnen seit gut einem Monat für ein erhöhtes Besucheraufkommen sorgt. Hintergrund ist die Integration der im Rahmen der Übernahme der Firma Prevention Labs von AVG erworbenen Linkscanner-Technologie in das hauseigene Sicherheitspaket.

Linkscanner sorgt nun, weil es bei Millionen von Nutzern der AVG-Sicherheitssoftware zum Einsatz kommt, angeblich für eine starke Zunahme des Datenverkehrs. Problematisch ist dabei, dass die Software bei einer Websuche über Google, Yahoo oder Microsoft Live Search sämtliche Links vorab abruft und auf ihre Sicherheit überprüft, auch wenn der Anwender keine der verlinkten Seiten dann auch tatsächlich aufruft.

In der Folge entsteht nicht nur zusätzliches Datenvolumen, für das Webseitenbetreiber immer und je nach Art des Internetanschlusses manchmal auch der Nutzer zahlen müssen. Außerdem werden dadurch die Statistiken über die Besucherzahlen der jeweiligen Webangebote verzerrt, so dass die Finanzierung durch Werbung erschwert wird.

Bei AVG hält man Linkscanner für dringend notwendig. Gegenüber The Register gab Forschungschef Roger Thompson zu Protokoll, dass die Technologie für den Schutz der Anwender vor gefährlichen Webangeboten zwingend erforderlich sei. Eigentlich ließe sich die Problematik durch eine Identifizierung von Linkscanner gegenüber dem Web-Server aus der Welt schaffen.

Doch Linkscanner tarnt sich so gut es geht als "normaler User", um möglichst jede Art von Malware aufspüren zu können. Die Webmaster können ihre Logdateien also auch nicht ohne viel Aufwand anhand eines User-Agents bereinigen, zumal sie dabei befürchten müssen, Daten zu Besuchen "echter" Besucher ebenfalls zu löschen.

AVG hat nun angekündigt, nach einer für beide Seiten tragbaren Lösung für das Problem zu suchen. Besonders betroffen sind Websites, die in den Ergebnislisten der Suchmaschinen häufig weit oben landen.
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