Neuartige Festplatten mit RAM-Cache vorgestellt

Hardware Seit Jahren verfügen Festplatten über einen kleinen Zusatzspeicher, der die Datenübertragung beschleunigen sollen. Mit den hybriden Festplatten, die im letzten Jahr erstmals vorgestellt wurden, wird dieses Prinzip noch weiter ausgebaut.

Schneller Flash-Speicher ermöglicht eine schnelle Übertragung von kleinen Dateien. Dieser zusätzliche Speicher ist in den meisten Fällen nicht größer als 256 Megabyte. Ein japanisches Unternehmens namens DTS hat jetzt eine vollkommen neuartige Festplatte vorgestellt, die als schnellen Zusatzspeicher DDR-RAM verwendet. Durch die Kombination zweier etablierter Technologien sollen die neuen Festplatten nur unwesentlich teurer werden.


DTS Mcell

Die Mcell genannte Festplatte passt in jeden 3,5-Zoll-Einbauschacht, im Inneren arbeitet allerdings eine 2,5-Zoll-Festplatte. Den restlichen Platz beansprucht ein Riegel DDR2-RAM, der in den aktuellen Modellen ein Gigabyte Daten zwischenspeichern kann. Die Festplatte dreht sich lediglich 5400 Mal pro Minute, soll aber trotzdem sehr schnelle Datenübertragungen ermöglichen.

Festplatte und RAM-Riegel sind über einen von DTS entwickelten Chip miteinander verbunden, der einen kleinen Prozessor sowie ein abgespecktes Betriebssystem enthält. In ersten Tests konnte Mcell bis zu 110 Megabyte pro Sekunde übertragen, allerdings nur dann, wenn die Dateien maximal 512 Megabyte groß sind. Anderenfalls kann der schnelle Zwischenspeicher nicht mehr genutzt werden und die Daten müssen konventionell übertragen werden.

Derzeit steht Mcell in drei verschieden Größen zur Verfügung: 80, 120 und 160 Gigabyte. Das kleinste Modell soll umgerechnet 136 US-Dollar kosten. In Japan sind die Festplatten bereits erhältlich. Wann der Rest der Welt in den Genuss der schnellen Datenübertragung kommen soll, ist noch nicht bekannt.

Weitere Informationen: DTS Mcell Produktseite
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Klingt interessant. Die meisten Dateien sind ja eh unter 512MB groß. Da sollte sich der Geschwindigkeitszuwachs wirklich bemerkbar machen. Muss man nur noch sehen, wie sich die ersten Benchmarks schlagen und wie schnell der Preis für die Platten runtergeht. USD136.00 ist etwas viel für 80 GB.
 
@noneofthem: Naja die Western Digital Raptor Platten sind auch nicht gerade Billiger...
 
mh, ansich nett, nur ich frag mich wie das funktionieren soll? Weil im Endeffekt muss ja doch die HDD die Daten in den RAM vorladen damits schnell abrufbar sind, nur woher weiß sie welche Daten abgerufen werden sollen?
 
@BlueAngel2: Es wird genau so funktionieren wie es mit dem derzeitigen Festplattencache funktioniert. Nur im 128x größerem Format. Alle Daten die gelesen werden kommen parallel in den Cache, die ältesten Daten werden verworfen. Doppelter Zugriff wird zu vermieden.
 
@BlueAngel2: Da hast du durchaus recht. Die Festplatte muss also konventionell von der Festplatte laden und speichert die Daten dabei auf dem RAM zwischen. NUR wenn dieser Bereich ein zweites mal geladen werden muss, kann die Festplatte ihr Vorteile ausspielen. Da von einem "abgespeckten Betriebssystem" die Rede ist, könnte ich mir vorstellen, dass analysiert wird, welche Inhalte besonders häufig gebraucht werden. Diese werden dann, sofern sich die Festplatte im Idle-Modus befindet, in den RAM übertragen. Der Abruf dieser Daten ist dann besonders schnell. Fazit: Besonders häufig genutze Programme/Daten laden extrem schnell, selten benötigte Daten daten laden dafür etwas langsamer (es muss von der mit 5400upm langsamen Platte geladen werden). Nachteil gegenüber Hybrid Festplatte mit Flash-Speicher: Der RAM ist flüchtig, sodass die Daten jedes mal erneut nach dem Systemstart geladen werden müssen. Beim Systemstart MUSS von der Platte gelesen werden, sodass sich der Systemsart eher noch verlangsamt (gegenüber einer normalen 7200upm Platte spürbar, gegenüber einer Flash-Hybrid-Festplatten noch deutlicher). Diese Technologie bringt also sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich.


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