Microsoft: DirectX10 mit Windows XP? Keine Chance.

Windows Als das Alky Project und die Firma Falling Leaf Systems vor einiger Zeit ankündigten, ein Art Kompatibilitätspaket entwickeln zu wollen, mit dem DirectX10-Spiele auch unter Windows XP laufen sollen, waren viele Anwender der Meinung, dass damit Microsofts Behauptung widerlegt worden sei, dass DirectX10 nur unter Windows Vista genutzt werden kann. Microsoft hat diese Möglichkeit bereits mehrfach als utopisch zurückgewiesen. Da die Entwickler an ihrem Ziel aber offenbar festhalten, halten sich auch die entsprechenden Spekulationen über einen möglichen Erfolg des Projekts. Jetzt hat ein DirectX-Spezialist aus Redmond der Idee erneut eine Absage erteilt.

Phil Taylor ist derzeit für Microsoft Flight Simulator verantwortlich, war aber zuvor einer der Produktmanager für das DirectX SDK und war an der Entwicklung der SDKs von DirectX8, 8.1 und 9.0 beteiligt. Seinen Angaben sind die Möglichkeiten, DirectX10 auf Umwegen unter Windows XP zu nutzen, äußerst beschränkt und die Anwender sollten sich nicht allzu große Hoffnungen machen.

Auch ohne einen Einblick in den Code, der im Rahmen des Alky Project entsteht, sei erkennbar, dass dessen Entwickler kaum erfolgreich sein werden. Der Ansatz bestehe darin, dass ein Wrapper für die OpenGL-Erweiterungen für DirectX10-Hardware geschaffen wird, der dann ohne die entsprechende Hardware funktionieren soll, so Taylor.

Dies sei ohne viel Aufwand zu realisieren, wie Microsoft laut Taylor bereits vor einiger Zeit anhand einer Demo zeigte, bei der das OpenGL-Spiel Quake mit Direct3D zum Laufen gebracht wurde. Dafür sei es nicht einmal nötig, den Code von DirectX10 zu zerpflücken. Stattdessen werden einfach die Befehle der Direct3D10-API ihren OpenGL-Gegenstücken zugewiesen.

» Spiele müssten angepasst werden «
Das Problem, welches dazu führt, dass es unmöglich sein soll, dass das Ganze nicht im "Alltag" realisiert werden kann, liegt nach Angaben von Taylor bei der zu nutzenden DLL-Datei. Das Konzept sei nur machbar, wenn die Spiele für die Datei angepasst werden, von der jedoch mindestens 15 verschiedene Versionen existieren sollen, die entsprechende DirectX10-Hardware generell vorausgesetzt.

Wenn die unterschiedlichen Varianten nicht vorliegen, würden Spiele einfach mit einer Fehlermeldung den Dienst verweigern, da die von ihnen benötigte Version nicht vorhanden ist. Auch in einigen anderen Punkten weist das Vorhaben der Entwickler des Alky Projects laut Taylor deutliche Mängel auf. Unter anderem habe man nicht berücksichtigt, wie stark die Leistung in Spielen bei der Nutzung des Ansatzes einbricht.

Für die Besitzer von Systemen ohne DirectX10-kompatible Hardware sieht Taylor noch weniger Chancen. So sehen die Entwickler vom Alky Projekt derzeit offenbar vor, den Code des Geometrie-Shaders von der CPU ausführen zu lassen - was natürlich mit entsprechenden Leistungsverlusten zusammenhängt und dem Sinn eines Geometrie-Shaders widerspricht.

Zudem gehen einige spezielle Funktionen des Geometrie-Shaders dabei vollkommen verloren, so dass die mit DirectX10 eingeführten grafischen Effekte teilweise ebenfalls nicht dargestellt werden können. Des weiteren stehen bei DirectX9-Grafikkarten schlicht und einfach nicht die Hardware-Ressourcen für DirectX10 zur Verfügung, so Taylor weiter.

Einige weitere wichtige Funktionen von DirectX10 können zudem bei DirectX9-Grafikkarten einfach nicht genutzt werden. High-Dynamic-Range-Texturen können laut Taylor nicht gefiltert werden, wodurch "riesige" Probleme mit Artefakten auftreten, so dass die Grafikdarstellung stark leidet - unabhängig von den bereits erwähnten Leistungsproblemen.

Der DirectX-Spezialist könnte seine Liste nach eigenen Angaben weiter fortsetzen, schrieb er. Selbst Entwickler der Software WINE haben mittlerweile Zweifel an der Arbeit des Alky Project geäußert, und die gehören schließlich zu den absoluten Profis in Sachen Cross-Plattform-Emulation, so Taylor.

» Volle DirectX10-Unterstützung nur unter Vista «
Er räumte den Besitzern von PCs mit Windows XP und DirectX10-fähiger Grafikkarte abschließend zwar eine kleine Chance ein, dass das Alky Project sein Ziel erreichen könnte, doch für Nutzer ohne DirectX10-Hardware gebe es absolut keine sinnvolle Möglichkeit.

Es sei äußerst unwahrscheinlich, dass die Hoffnungen der XP-Nutzer in Erfüllung gehen, da zu viele Kompromisse eingegangen werden müssten. Für volle DirectX10-Unterstützung muss Windows Vista eingesetzt werden, so dass recht eindeutige abschließende Statement von Microsofts DirectX-Spezialist Phil Taylor.

Weitere Informationen: Phil Taylor's Weblog: DX10 on XP: Round 2


Weitere Nachrichten, Artikel und Downloads finden Sie in unserem Windows Vista Special. Eine ausführliche Fragen- und Antwortenliste (FAQ) haben wir in unserem Windows Vista FAQ für Sie zusammengestellt.

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