'100-Dollar-Laptop' kommt im Juli - Software-Details
Nach einigen ersten Tests in Brasilien und anderen Regionen sollen die ersten "100-Dollar-Laptops" bereits ab Juli 2007 ausgeliefert werden. Nun haben die Macher des Projekts, mit dem man Kindern in Entwicklungsländern ein interaktives Lernwerkzeug geben will, Details zur Benutzeroberfläche veröffentlicht.
Auf dem "XO" genannten Gerät wird eine modifizierte Variante von Fedora Core Linux eingesetzt. Diese wurde so verändert, dass sie den Anforderungen als Lernumgebung genügen kann. Anstatt wie sonst meist üblich mit Dateien und Ordner zu arbeiten, werden alle Funktionen über ein einfaches Menü zugänglich gemacht.
Im Mittelpunkt der Oberfläche steht das Symbol für den 100-Dollar-Laptop. Entlang eines das Symbol umgebenenden weissen Rings werden alle Programme angezeigt, die gerade in Betrieb sind. An den Außenseiten werden weitere Programmsymbole angezeigt. Die eigentliche Benutzeroberfläche trägt den Namen "Sugar" und soll zahlreiche Möglichkeiten für ein gemeinsames Arbeiten bieten.

Sugar bietet deshalb für alle Applikationen Chat-Funktionen und Möglichkeiten, Dateien auszutauschen und gemeinsam an ihnen zu arbeiten. Dadurch soll vor allem die soziale Komponente des Konzepts betont werden. Die Schüler können in jedem Programm miteinander kommunizieren und sich gegenseitig Hinweise geben.
Bei der Entwicklung der Software für den XO hat man sich fast ausschließlich auf Open-Source-Technologien verlassen, die bereits seit längerem existieren. Dadurch können die verschiedenen Produkte von jedermann frei verändert werden. Zur Ausstattung sollen unter anderem Browser, Textverarbeitung und RSS-Reader gehören.

Im Februar soll zunächst eine Beta-Phase für Sugar eingeleitet werden. Ab Juli will man dann die ersten 100-Dollar-Laptops an ihre zukünftigen Besitzer übergeben. Nicholas Negroponte, der das Projekt vor zwei Jahren ins Leben rief, gab sich sehr zuversichtlich. Er wolle bald seinen herkömmlichen PC einmotten und nur noch den XO verwenden, sagte er laut Medienberichten.
Die Hardware des 100-Dollar-Laptops ist speziell darauf ausgelegt, möglichst stromsparend zu arbeiten. Das 7-Zoll-Display soll besonders wenig Leistung benötigen. Das Herz des Geräts bildet ein 366 Megahertz schneller AMD-Prozessor. Eine Festplatte gibt es nicht, stattdessen wird Flash-Speicher verbaut.
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