Eine unerfreuliche (Vor-)Weihnachtsgeschichte

Internet & Webdienste Online-Shopping wird immer populärer und auch der bekannte Händler Amazon hatte erst vor kurzem Rekordzahlen bekanntgegeben. Doch wie immer gibt es nicht nur positives über den Verlauf des Vorweihnachtshandels zu berichten. In unserem Forum berichten zahlreiche Betroffene von einem offenbar betrügerischen Online-Shop. Bis dato haben sich fast 80 Menschen gemeldet, die anscheinend beim Weihnachtseinkauf geprellt wurden. Bisher ist nicht klar, ob es sich tatsächlich um einen Betrug handelt. Nach Angaben der am Firmensitz in Halle zuständigen Polizeidirektion liegen jedoch bereits über 45 Anzeigen von Betroffenen vor.

Bereits Ende November bzw. Anfang Dezember gab es erste Verdachtsmomente, da der Shop bei zahlreichen Anbieterverzeichnissen mit sehr günstigen Preisen gelistet war. Mittlerweile sind sämtliche Eintragungen entfernt worden, nachdem die Betreiber offenbar darauf hingewiesen wurden, dass es sich um ein höchst zweifelhaftes Angebot handele.

Der Shop, der unter "garantie-preis.de" und "discount24ag.de" zu erreichen war, wurde inzwischen von dessen Plattformanbieter gesperrt, nachdem er von einigen Kunden erfuhr, dass es sich wahrscheinlich um einen breit angelegten Betrug handelt.

Die geprellten Kunden haben bereits zahlreiche Mail-Anfragen an die beiden Betreiber des Shops geschickt, die jedoch meist nur mit Standard-Schreiben beantwortet wurden. Darin verspricht man ihnen eine baldige Lieferung innerhalb einiger Tage, aber noch vor Weihnachten. Da der Paketdienst DHL auch noch am 24. Dezember ausliefere, werde dies schon klappen, hiess es. Bisher hat jedoch kein Käufer Ware erhalten.

Zum Versand der E-Mails wurde jedes Mal eine kostenlose E-Mail-Adresse des Freemail-Anbieters GMX genutzt. Teilweise verweist der Shop-Betreiber in seinen Schreiben sogar darauf, dass die Bestellungen direkt an den Hersteller bzw. einen Grosshändler weitergegeben wurden, der die Waren direkt den Kunden zustellen würde.

Nachdem immer mehr Käufer stutzig wurden, begann Einige Nachforschungen anzustellen. Dabei kam heraus, dass es sich bei der auf der Webseite angegebenen Adresse in der Stadt Halle um ein Haus handelt, das nach Angaben der zuständigen Wohnungsbaugesellschaft kurz vor dem Abriss steht. Auch der Handelsregistereintrag der angeblichen GmbH erwies sich als nicht existent.

Einer der Betroffenen hatte zwischenzeitlich sogar telefonischen Kontakt mit einer Person, deren Name als einer der Shop-Betreiber genannt wird. Nun behauptet diese aber, dass der Personalausweis abhanden gekommen sei und wohl ein Fremder unter seinem Namen den Shop betrieben habe.

Das Konto, auf das sämtliche Vorkassezahlungen der Kunden gingen, wurde mittlerweile zwar von der Commerzbank gesperrt, war aber auch unter dem Namen des Mannes registriert, der behauptet, durch den Verlust seines Ausweises in die Sache hereingeraten zu sein.

Interessanterweise muss man, wenn man bei dem Geldinstitut über das Internet ein Konto eröffnen möchte, an keiner Stelle des Anmeldeprozesses eine Personalausweisnummer angeben. Es wird auch nicht nach einer Kopie des Ausweises gefragt, sondern der potenzielle Kunde braucht nur eine PDF-Datei herunterladen, diese ausdrucken und dann einschicken.

Insgesamt macht das Ganze den Eindruck eines mit viel krimineller Energie durchgeführten Betrugsfalls, bei dem die vorweihnachtliche Hatz nach (günstigen) Geschenken geschickt ausgenutzt wurde. So dürfte die Ähnlichkeit einer der Domains zu Discount24.de keinesfalls zufällig sein. Discount24.de ist ein Teil des Versandhausunternehmens OTTO und zählt damit wohl zu den verlässlichen Online-Händlern.

Was ausserdem für einen breit angelegten Betrug spricht ist, dass der Online-Shop bei sämtlichen grösseren Produktportalen eingetragen war und meist Preise bot, die weit unter denen der Mitbewerber lagen. Unter anderem war garantie-preis.de/discount24ag.de in den Angeboten von T-Online.de und Bild.de gelistet.

Während sämtliche Versuche einer Kontaktaufnahme mit den beiden (Ex-)Betreibern des Shops scheiterten, hat die Polizei in Halle die Ermittlungen aufgenommen und wollte sich nicht zum aktuellen Stand der Dinge äussern. Die Betroffenen haben sich mittlerweile in einer bereits über 100 Mann starken Mailing-Liste organisiert.

Weitere Informationen: Diskussion im WinFuture-Forum
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