Digitalisierung bringt aktuell noch eher mehr Arbeitsplätze als sie kostet

Die neue Welle der Digitalisierung in der Wirtschaft bringt Sorgen darüber mit, wie viele Arbeitsplätze im Zuge dieser Entwicklung vernichtet werden. Laut aktuellen Analysen sind diese Bedenken im Wesentlichen aber unbegründet - denn es lässt sich aktuell zwar eine Verschiebung beobachten, die Zahl der Jobs ist aber sogar gestiegen.
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In der deutschen Wirtschaft sind die Investitionen in neue Technologien in den vergangenen Jahren jeweils leicht gestiegen - durchschnittlich um 0,2 Prozent pro Jahr. In der Hälfte der Unternehmen sind bereits die derzeit modernsten Verfahren im Einsatz, bei denen die klassische industrielle Produktion mit Informations- und Kommunikationstechnologien verzahnt wird - wenn diese auch noch nicht alle Bereiche durchdrungen haben.

Das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat nun untersucht, wie sich das auf die Stellenentwicklung auswirkt. "Die Technologien wirken zwar arbeitssparend, sie schaffen aber bisher mehr neue Stellen, als sie ersetzen", sei das Ergebnis, wie Melanie Arntz vom ZEW ausführte. Effekte gibt es vor allem hinsichtlich der konkreten Tätigkeiten. Vor allem Berufe mit Routinetätigkeiten verlieren durch digitale Prozesse an Bedeutung, während analytische Berufe wie etwa Softwareentwicklung und Programmierung zulegen.

Der Zuwachs an neuen Stellen, der auf die Digitalisierung zurückzuführen ist, fiel in den letzten Jahren ingesamt zwar nur klein aus, doch Simulationen auf der gleichen Grundlage für die kommende Zeit weisen schon etwas stärker nach oben. Jährlich kann das in der Gesamtwirtschaft eine Steigerung von 0,4 Prozent bringen. Das ist zwar immer noch nicht überwältigend, aber zumindest weit entfernt von dem bisher immer wieder beschworenen Verlust von Stellen.

Es gibt aber auch Probleme

Die ZEW-Forscher warnen allerdings vor einer zunehmenden Schere in der Wirtschaft. Es gibt hier Bereiche, die schon immer deutlich in neue Entwicklungen investierten. Andere Segmente halten sich hingegen zurück und drohen so weiter zurückzufallen. Und auch regional kann es zu unterschiedlichen Entwicklungen kommen, wenn nicht gegengesteuert wird. Dadurch kann es durchaus passieren, dass trotz der digitalen Vernetzung auch diejenigen auf der Strecke bleiben, die zwar bereit sind, sich in neue Fähigkeiten einzuarbeiten, die aber aus diversen Gründen nicht ständig freien Stellen hinterherziehen können oder wollen.

Weiterhin beruht die Untersuchung nur auf den technologischen Trends, die bereits signifikant in der Wirtschaft angekommen sind. Das ist aber gerade für jene Technologien nicht der Fall, denen ein besonders starker Einfluss auf die zukünftige Situation nachgesagt wird - insbesondere solche aus dem Bereich der KI-Forschung.

Siehe auch: Studie zur Digitalisierung: Jeder Zweite beklagt höheren Stress Infografik: Wenn Computer Arbeitsplätze gefährdenWenn Computer Arbeitsplätze gefährden
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