'Paradise Papers' enthüllen, wie sich Apple um Steuern drücken will

Apple, Ceo, Tim Cook Bildquelle: Apple
Alle internationalen Konzerne versuchen, sich mit diversen mehr oder weniger legalen Tricks Steuern zu sparen, das ist in der IT-Welt nicht anders. Es gibt aber Unternehmen, deren Name öfters fällt und dazu zählt zweifellos Apple. Die Kritik an den Kaliforniern wird sicherlich nicht abreißen, denn das Unternehmen ist einer der Hauptdarsteller der aktuellen "Paradise Papers"-Enthüllungen.
Apple ist das profitabelste Unternehmen der Welt und das liegt nicht ausschließlich an der Qualität und Beliebtheit seiner Produkte und Dienste. Der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino versucht nämlich immer wieder, weniger Steuern zu bezahlen. Die Legalität der Steuertricks ist Ansichtssache, bestes Beispiel ist der irische Deal: Apple und der irische Staat halten die minimalen Steuersätze für völlig legitim, die EU ist anderer Meinung.

Legal vielleicht, aber ethisch?

Die aktuellen als "Paradise Papers" bekannten Enthüllungen werfen ein schiefes Licht auf so manchen Politiker und Prominenten, aber auch Apple. Die Süddeutsche Zeitung stellt gegen den Konzern schwere Vorwürfe auf. Denn dem IT-Konzern wird nicht weniger vorgeworfen, als dass er ein Problem mit demokratischen Strukturen habe. Infografik: So setzt sich Apples Umsatz zusammenSo setzt sich Apples Umsatz zusammen Denn Apple hat dem Bericht zufolge die Anwaltskanzlei Baker McKenzie beauftragt, damit diese eine möglichst optimale Steueroase für den Konzern sucht. Das laut SZ "Dreiste" daran: Apple sucht nicht nur möglichst optimale Steuerkonditionen, sondern auch stabile politische Verhältnisse dafür. Und das ist eine noch freundliche Umschreibung.

Denn Apple lässt die Kanzlei in einem Fragebogen ausloten, ob es eine "glaubwürdige Oppositionspartei oder eine Bewegung gibt, die die aktuelle Regierung ablösen könnte". Der Hintergrund dieser Frage ist klar: Apple will eine möglichst stabile Steueroase, zu häufige demokratische Veränderungen sind da eher weniger gerne gesehen.

Die Sorge Apples ist nicht unberechtigt: Denn man musste sich bereits in der Heimat für seine Steuerpraktiken rechtfertigen, auch die EU will sich die Tricks der Kalifornier nicht gefallen lassen. Das Vorgehen der EU gegen das "irische Modell" ist auch der wichtigste Hintergrund für die in den "Paradise Papers" aufgedeckte Suche nach einer Alternative.

Diese habe man auch teilweise gefunden, denn laut BBC haben zwei von vier bisher in Irland ansässigen Firmen die Insel Jersey als neue Heimat gewählt. Diesen Umzug wollte Apple eigentlich geheim halten. Der Konzern sieht aber erwartungsgemäß keine Schuld bei sich und ließ ausrichten, dass man sich stets an die Gesetze halte. Apple, Ceo, Tim Cook Apple, Ceo, Tim Cook Apple
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