Microsoft 'Courier' ist real! Lenovos Dual-Screen-Tablet im Hands-On

Windows 10, Tablet, Notebook, Lte, Test, Lenovo, Hands-On, Ifa, Hands on, 2-in-1, Convertible, E-Ink, Konzept, Dualcore, IFA 2018, Courier, EInk, Yoga Book, Intel Core m3-6Y30, C930, Intel Core i5-7Y54, Lenovo Yoga Book C930, EInk Mobius Windows 10, Tablet, Notebook, Lte, Test, Lenovo, Hands-On, Ifa, Hands on, 2-in-1, Convertible, E-Ink, Konzept, Dualcore, IFA 2018, Courier, EInk, Yoga Book, Intel Core m3-6Y30, C930, Intel Core i5-7Y54, Lenovo Yoga Book C930, EInk Mobius
Das Lenovo Yoga Book C930 ist ein kurioses Gerät - zwei Bildschirme, davon einer auf E-Ink-Basis, Stylus und kein Kopfhöreranschluss. Dennoch läuft darauf ein ganz normales Windows 10 Home, denn unter der Haube steckt ein stromsparender Prozessor von Intel. Natürlich sind innovative Nutzungskonzepte immer wieder interessant, doch letztlich muss die Mischung aus Hardware, Preis und Nutzen stimmen. Ob sie das tut, haben wir bei einer ausführlichen Hands-On-Session mit dem neuen 2-in-1-Notebook von Lenovo versucht herauszufinden. Lenovo Yoga Book C930Lenovos irres Yoga Book C930 lässt sich erstaunlich gut nutzen Im Grunde ist das Lenovo Yoga Book C930 das, was Microsoft einst als Vision für sein "Courier" genanntes Dualscreen-Tablet vorschwebte: eine Mischung aus einem ganz normalen PC und einem E-Ink-Reader, der auch zum Anfertigen von Notizen dienen kann, weil ein Stylus verwendet werden kann. Nach dem Willen von Lenovo soll der Nutzer den Stift und das E-Ink-Panel immer wieder nutzen, um handschriftliche Eingaben oder Zeichnungen anzufertigen, mit Inhalten physisch zu interagieren und diese dann bei Bedarf auf das normale Display zu bringen und anschließend mit den zahllosen Programmen im regulären Windows-Kontext weiter zu verarbeiten.

Lenovo Yoga Book C930Lenovo Yoga Book C930Lenovo Yoga Book C930Lenovo Yoga Book C930Lenovo Yoga Book C930Lenovo Yoga Book C930
Lenovo Yoga Book C930Lenovo Yoga Book C930Lenovo Yoga Book C930Lenovo Yoga Book C930Lenovo Yoga Book C930Lenovo Yoga Book C930

Lenovo und vermutlich auch Microsoft haben anscheinend viel in die Benutzerführung investiert, denn der Umgang mit dem E-Ink-Bildschirm und den darauf zur Verfügung stehenden Werkzeugen klappt bereits bei Vorseriengeräten erstaunlich gut. Man kann daher ohne weiteres Notizen anfertigen, das Yoga Book C930 als E-Book-Reader verwenden (und dabei wirklich beliebige Dokumente anzeigen lassen), die Tastatur verwenden und mit dem Trackpad interagieren. Auch das Übertragen von Inhalten aus dem E-Ink-Bereich auf den Hauptbildschirm funktioniert bereits erstaunlich gut - inklusive der Möglichkeit, die handschriftlichen Eingaben per Texterkennung so umzuwandeln, dass sie wie ein regulär eingetippter Text weiter behandelt werden können.

Auf der E-Ink-Tastatur tippt es sich erstaunlich gut

Wie schon beim Yoga Book der ersten Generation bekommt der User keine reguläre Tastatur - sondern muss in diesem Fall auf dem E-Ink-Display tippen. Dies funktioniert überraschend gut, wenn auch bei weitem nicht so flüssig wie auf einer normalen Tastatur. Nach einer sicherlich eher ausführlichen Eingewöhnungsphase dürften viele Nutzer aber durchaus in der Lage sein, auf dem Yoga Book C930 auch mal einen etwas längeren Text einzugeben - für das Verfassen von Büchern reicht es aber mangels Haptik trotz optischem, hörbarem und Vibrations-Feedback wohl nicht. Der Stylus gleitet mühelos über das E-Ink-Panel und erlaubt recht präzise Eingaben - natürlich funktioniert er auch auf dem Hauptbildschirm, handelt es sich doch um einen Wacom-Stylus mit 4096 Druckstufen.
Lenovo Yoga Book C930Das Lenovo Yoga C930: Lenovo Yoga Book C930Dank E-Ink-Display ... Lenovo Yoga Book C930... erstaunlich anders!

Für 1200 Euro gibt es nur vier Gigabyte Arbeitsspeicher

Bei der Hardware-Ausstattung und der Preisgestaltung trifft Lenovo allerdings eine Reihe von sehr zweifelhaften Entscheidungen. Zwar beeindruckt man mit der Verwendung eines Bimetal-Elements zum Öffnen des Display-Deckels per "Anklopfen", doch streicht man im Gegenzug mal eben den Kopfhöreranschluss. Stattdessen soll einer der USB-C-Ports für entsprechende Kopfhörer genutzt werden, die Lenovo aber trotz des enorm hohen Einstiegspreises von 1199 Euro nicht ab Werk mitliefert. Auch den Stift muss man beim günstigsten Modell separat erwerben und "darf" daher mal eben weitere rund 100 Euro extra investieren.

Richtig seltsam wird es dann aber bei der technischen Basis. Das Lenovo Yoga Book C930 gibt es ausschließlich mit mageren vier Gigabyte Arbeitsspeicher. Zwar kann man den internen Flash-Speicher auf bis zu 256 GB aufstocken und es gibt eine LTE-fähige Variante des Geräts, doch der Arbeitsspeicher bleibt selbst beim teuersten Modell auf nicht mehr zeitgemäße vier Gigabyte begrenzt. Auch in Sachen Leistung darf man hier keinerlei Wunder erwarten. Um die Laufzeit zu maximieren und das C930 möglichst dünn gestalten zu können, setzt Lenovo auf Intel Core M-Prozessoren, auch wenn ein großer "Core i5"-Aufkleber auf den teureren Modellen prangt - es handelt sich immer um Skylake-Y-Series-CPUs. Der Kunde hat die Wahl zwischen dem Intel Core M3-7Y30 (1,0 GHz Basistakt, 2,6 GHz max.) und dem Intel Core i5-7Y54 (1,2 GHz Basistakt, 3,2 GHz max.), also stromsparende SoCs, die mit maximal sechs Watt auskommen.

Letztlich muss man sich fragen, weshalb Lenovos Entwickler ihr in Sachen Konzept höchst innovatives Gerät mit einer vor allem beim Arbeitsspeicher enttäuschenden Ausstattung versehen. Fraglich ist außerdem, ob bei einem derart enormen Preis überhaupt große Absatzzahlen zu erwarten sind - für 1200 Euro dürften nur wenige Kunden an einem Gerät mit 10,8-Zoll-Display interessiert sein, an das sie sich erst ausführlich gewöhnen müssen. Für eine begrenzte Zahl von Kunden könnte das Lenovo Yoga Book C930 aber gerade wegen seiner kuriosen Kombination aus verschiedenen Technologien interessant sein.

Technische Daten Yoga Book C930 (laut Hersteller)
Prozessor Intel Core M3-7Y30 (1.00GHz, bis zu 2.60GHz mit Turbo Boost, 4 MB Cache)
Intel Core i5-7Y54 (1.20GHz, bis zu 3.20GHz mit Turbo Boost, 4 MB Cache)
Betriebssystem Windows 10 Home
Grafik Intel HD Graphics 515
Arbeitsspeicher 4 GB LPDDR3
Speicher Bis zu 256 GB SSD, microSD bis zu 512 GB
Display 10,8 Zoll QHD (2560 x 1600 Pixel) IPS Touchscreen mit Stift-Unterstützung
10,8 Zoll Full HD (1920 x 1080 Pixel) E-Ink Mobius Touchscreen mit Stift-Unterstützung
Audio 2 Lautsprecher mit Dolby Atmos
Batterie 36Wh, bis zu 8 Stunden (getestet mit MobileMark 2014)
Abmessungen (L x B x H) 179,4 x 260,4 x 9,9 mm
Gewicht Ab 775 g
Farben Iron Gray
Konnektivität 802.11AC (2 x 2) & Bluetooth 4.2
Anschlüsse 2 x USB-3.1 (Gen 1) Type-C, microSD card
Stift Lenovo Active Pen
Webcam 2MP HD Kamera mit Mikrofon
Dieses Video empfehlen
Kommentieren4
Jetzt einen Kommentar schreiben
 
Ich frage mich grade was man mit dem Ding soll. Und zu teuer ist es auch.
Für 1.200 Euro gibt's bessere Geräte, wie z.B. ein IPad Pro 12,9'' in bester Ausstattung.
Wie schon im Bericht steht, wird das Dinger eher ein Ladenhüter.
 
@flocke74: frage mich was die Vorteile des zweite Displays sein sollen und ob die die Opfernung einer echten Tastatur aufwiegen...wieso nicht einfach ein normales Convertible und die Stifteingaben einfach direkt auf dem normlen Display machen und dafür eine echte Tastatur haben?
 
Ich finde das Gerät mega interessant. Gerade das E-Ink-Display ist für Zeichner sicher eine coole Lösung, aber auch z.B. um E-Books zu lesen. Ich frage mich nur, wie gut das Ganze dann mit Windows 10 harmoniert.
Hätte ich nicht schon ein iPad Pro, würde ich mir das Gerät bestimmt kaufen. ^^
 
Mir geht Direkt die Frage im Kopf hoch, wie das Gerät aussieht nach einem Jahr gebrauch, wenn es so Display auf Display hängt.

Und wenn ich ein Gerät haben möchte mit diesem Prinzip gehe ich von auch diesem Gerät hier aus:

https://www.amazon.de/Lenovo-Touch-Convertible-Tablet-PC-Windows/dp/B07574Y71S

Ähnliches Prinzip, auch wenn nicht so schnell.

Edit by Breaker: Link auf das notwendige reduziert.
Kommentar abgeben Netiquette beachten!
Einloggen