Microsoft 'Courier' ist real! Lenovos Dual-Screen-Tablet im Hands-On
Das Lenovo Yoga Book C930 ist ein kurioses Gerät - zwei Bildschirme, davon einer auf E-Ink-Basis, Stylus und kein Kopfhöreranschluss. Dennoch läuft darauf ein ganz normales Windows 10 Home, denn unter der Haube steckt ein stromsparender Prozessor von Intel. Natürlich sind innovative Nutzungskonzepte immer wieder interessant, doch letztlich muss die Mischung aus Hardware, Preis und Nutzen stimmen. Ob sie das tut, haben wir bei einer ausführlichen Hands-On-Session mit dem neuen 2-in-1-Notebook von Lenovo versucht herauszufinden.
Lenovos irres Yoga Book C930 lässt sich erstaunlich gut nutzen
Im Grunde ist das Lenovo Yoga Book C930 das, was Microsoft einst als Vision für sein "Courier" genanntes Dualscreen-Tablet vorschwebte: eine Mischung aus einem ganz normalen PC und einem E-Ink-Reader, der auch zum Anfertigen von Notizen dienen kann, weil ein Stylus verwendet werden kann. Nach dem Willen von Lenovo soll der Nutzer den Stift und das E-Ink-Panel immer wieder nutzen, um handschriftliche Eingaben oder Zeichnungen anzufertigen, mit Inhalten physisch zu interagieren und diese dann bei Bedarf auf das normale Display zu bringen und anschließend mit den zahllosen Programmen im regulären Windows-Kontext weiter zu verarbeiten.
Lenovo und vermutlich auch Microsoft haben anscheinend viel in die Benutzerführung investiert, denn der Umgang mit dem E-Ink-Bildschirm und den darauf zur Verfügung stehenden Werkzeugen klappt bereits bei Vorseriengeräten erstaunlich gut. Man kann daher ohne weiteres Notizen anfertigen, das Yoga Book C930 als E-Book-Reader verwenden (und dabei wirklich beliebige Dokumente anzeigen lassen), die Tastatur verwenden und mit dem Trackpad interagieren. Auch das Übertragen von Inhalten aus dem E-Ink-Bereich auf den Hauptbildschirm funktioniert bereits erstaunlich gut - inklusive der Möglichkeit, die handschriftlichen Eingaben per Texterkennung so umzuwandeln, dass sie wie ein regulär eingetippter Text weiter behandelt werden können.
Das Lenovo Yoga C930:
Dank E-Ink-Display ...
... erstaunlich anders!
Richtig seltsam wird es dann aber bei der technischen Basis. Das Lenovo Yoga Book C930 gibt es ausschließlich mit mageren vier Gigabyte Arbeitsspeicher. Zwar kann man den internen Flash-Speicher auf bis zu 256 GB aufstocken und es gibt eine LTE-fähige Variante des Geräts, doch der Arbeitsspeicher bleibt selbst beim teuersten Modell auf nicht mehr zeitgemäße vier Gigabyte begrenzt. Auch in Sachen Leistung darf man hier keinerlei Wunder erwarten. Um die Laufzeit zu maximieren und das C930 möglichst dünn gestalten zu können, setzt Lenovo auf Intel Core M-Prozessoren, auch wenn ein großer "Core i5"-Aufkleber auf den teureren Modellen prangt - es handelt sich immer um Skylake-Y-Series-CPUs. Der Kunde hat die Wahl zwischen dem Intel Core M3-7Y30 (1,0 GHz Basistakt, 2,6 GHz max.) und dem Intel Core i5-7Y54 (1,2 GHz Basistakt, 3,2 GHz max.), also stromsparende SoCs, die mit maximal sechs Watt auskommen.
Letztlich muss man sich fragen, weshalb Lenovos Entwickler ihr in Sachen Konzept höchst innovatives Gerät mit einer vor allem beim Arbeitsspeicher enttäuschenden Ausstattung versehen. Fraglich ist außerdem, ob bei einem derart enormen Preis überhaupt große Absatzzahlen zu erwarten sind - für 1200 Euro dürften nur wenige Kunden an einem Gerät mit 10,8-Zoll-Display interessiert sein, an das sie sich erst ausführlich gewöhnen müssen. Für eine begrenzte Zahl von Kunden könnte das Lenovo Yoga Book C930 aber gerade wegen seiner kuriosen Kombination aus verschiedenen Technologien interessant sein.
Lenovos irres Yoga Book C930 lässt sich erstaunlich gut nutzen
Im Grunde ist das Lenovo Yoga Book C930 das, was Microsoft einst als Vision für sein "Courier" genanntes Dualscreen-Tablet vorschwebte: eine Mischung aus einem ganz normalen PC und einem E-Ink-Reader, der auch zum Anfertigen von Notizen dienen kann, weil ein Stylus verwendet werden kann. Nach dem Willen von Lenovo soll der Nutzer den Stift und das E-Ink-Panel immer wieder nutzen, um handschriftliche Eingaben oder Zeichnungen anzufertigen, mit Inhalten physisch zu interagieren und diese dann bei Bedarf auf das normale Display zu bringen und anschließend mit den zahllosen Programmen im regulären Windows-Kontext weiter zu verarbeiten.
Lenovo und vermutlich auch Microsoft haben anscheinend viel in die Benutzerführung investiert, denn der Umgang mit dem E-Ink-Bildschirm und den darauf zur Verfügung stehenden Werkzeugen klappt bereits bei Vorseriengeräten erstaunlich gut. Man kann daher ohne weiteres Notizen anfertigen, das Yoga Book C930 als E-Book-Reader verwenden (und dabei wirklich beliebige Dokumente anzeigen lassen), die Tastatur verwenden und mit dem Trackpad interagieren. Auch das Übertragen von Inhalten aus dem E-Ink-Bereich auf den Hauptbildschirm funktioniert bereits erstaunlich gut - inklusive der Möglichkeit, die handschriftlichen Eingaben per Texterkennung so umzuwandeln, dass sie wie ein regulär eingetippter Text weiter behandelt werden können.
Auf der E-Ink-Tastatur tippt es sich erstaunlich gut
Wie schon beim Yoga Book der ersten Generation bekommt der User keine reguläre Tastatur - sondern muss in diesem Fall auf dem E-Ink-Display tippen. Dies funktioniert überraschend gut, wenn auch bei weitem nicht so flüssig wie auf einer normalen Tastatur. Nach einer sicherlich eher ausführlichen Eingewöhnungsphase dürften viele Nutzer aber durchaus in der Lage sein, auf dem Yoga Book C930 auch mal einen etwas längeren Text einzugeben - für das Verfassen von Büchern reicht es aber mangels Haptik trotz optischem, hörbarem und Vibrations-Feedback wohl nicht. Der Stylus gleitet mühelos über das E-Ink-Panel und erlaubt recht präzise Eingaben - natürlich funktioniert er auch auf dem Hauptbildschirm, handelt es sich doch um einen Wacom-Stylus mit 4096 Druckstufen.
Das Lenovo Yoga C930:
Dank E-Ink-Display ...
... erstaunlich anders!
Für 1200 Euro gibt es nur vier Gigabyte Arbeitsspeicher
Bei der Hardware-Ausstattung und der Preisgestaltung trifft Lenovo allerdings eine Reihe von sehr zweifelhaften Entscheidungen. Zwar beeindruckt man mit der Verwendung eines Bimetal-Elements zum Öffnen des Display-Deckels per "Anklopfen", doch streicht man im Gegenzug mal eben den Kopfhöreranschluss. Stattdessen soll einer der USB-C-Ports für entsprechende Kopfhörer genutzt werden, die Lenovo aber trotz des enorm hohen Einstiegspreises von 1199 Euro nicht ab Werk mitliefert. Auch den Stift muss man beim günstigsten Modell separat erwerben und "darf" daher mal eben weitere rund 100 Euro extra investieren.Richtig seltsam wird es dann aber bei der technischen Basis. Das Lenovo Yoga Book C930 gibt es ausschließlich mit mageren vier Gigabyte Arbeitsspeicher. Zwar kann man den internen Flash-Speicher auf bis zu 256 GB aufstocken und es gibt eine LTE-fähige Variante des Geräts, doch der Arbeitsspeicher bleibt selbst beim teuersten Modell auf nicht mehr zeitgemäße vier Gigabyte begrenzt. Auch in Sachen Leistung darf man hier keinerlei Wunder erwarten. Um die Laufzeit zu maximieren und das C930 möglichst dünn gestalten zu können, setzt Lenovo auf Intel Core M-Prozessoren, auch wenn ein großer "Core i5"-Aufkleber auf den teureren Modellen prangt - es handelt sich immer um Skylake-Y-Series-CPUs. Der Kunde hat die Wahl zwischen dem Intel Core M3-7Y30 (1,0 GHz Basistakt, 2,6 GHz max.) und dem Intel Core i5-7Y54 (1,2 GHz Basistakt, 3,2 GHz max.), also stromsparende SoCs, die mit maximal sechs Watt auskommen.
Letztlich muss man sich fragen, weshalb Lenovos Entwickler ihr in Sachen Konzept höchst innovatives Gerät mit einer vor allem beim Arbeitsspeicher enttäuschenden Ausstattung versehen. Fraglich ist außerdem, ob bei einem derart enormen Preis überhaupt große Absatzzahlen zu erwarten sind - für 1200 Euro dürften nur wenige Kunden an einem Gerät mit 10,8-Zoll-Display interessiert sein, an das sie sich erst ausführlich gewöhnen müssen. Für eine begrenzte Zahl von Kunden könnte das Lenovo Yoga Book C930 aber gerade wegen seiner kuriosen Kombination aus verschiedenen Technologien interessant sein.
| Technische Daten Yoga Book C930 (laut Hersteller) | |
|---|---|
| Prozessor | Intel Core M3-7Y30 (1.00GHz, bis zu 2.60GHz mit Turbo Boost, 4 MB Cache) Intel Core i5-7Y54 (1.20GHz, bis zu 3.20GHz mit Turbo Boost, 4 MB Cache) |
| Betriebssystem | Windows 10 Home |
| Grafik | Intel HD Graphics 515 |
| Arbeitsspeicher | 4 GB LPDDR3 |
| Speicher | Bis zu 256 GB SSD, microSD bis zu 512 GB |
| Display | 10,8 Zoll QHD (2560 x 1600 Pixel) IPS Touchscreen mit Stift-Unterstützung 10,8 Zoll Full HD (1920 x 1080 Pixel) E-Ink Mobius Touchscreen mit Stift-Unterstützung |
| Audio | 2 Lautsprecher mit Dolby Atmos |
| Batterie | 36Wh, bis zu 8 Stunden (getestet mit MobileMark 2014) |
| Abmessungen (L x B x H) | 179,4 x 260,4 x 9,9 mm |
| Gewicht | Ab 775 g |
| Farben | Iron Gray |
| Konnektivität | 802.11AC (2 x 2) & Bluetooth 4.2 |
| Anschlüsse | 2 x USB-3.1 (Gen 1) Type-C, microSD card |
| Stift | Lenovo Active Pen |
| Webcam | 2MP HD Kamera mit Mikrofon |
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