In Seouler Verwaltung fahren PCs am Freitagabend ungefragt herunter

Die meisten arbeitstätigen Menschen rufen am Freitag ein erfreutes TGIF, also "Thank God it's Friday" in die Welt hinaus und wollen damit natürlich das baldige Wochenende feiern. Nicht so in Südkorea, wo viele den Freitagabend noch im Büro ... mehr... Laptop, Uhr, Büro, Wecker, Überstunden Bildquelle: Jan Va?ek/CC0 Laptop, Uhr, Büro, Wecker, Überstunden Laptop, Uhr, Büro, Wecker, Überstunden Jan Va?ek/CC0

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Die sind doch nicht ganz gar. Diese "Leben-um-zu-arbeiten-Mentalität" ist mir ja sowas von fremd. Wenn ich solche Wochenarbeitszeiten höre, läuft mir ein eiskalter Schauer über den Rücken.
 
@DON666: Richtig. Ich arbeite um (bequem) zu leben, nicht umgekehrt.
 
@DON666: Ist nicht unüblich in der Ecke. In Japan ist das ähnlich.
 
@kkp2321: Ja, ich weiß. Aber nachvollziehbar ist es für mich nicht. Es ist aber zumindest interessant, wie extrem unterschiedlich Menschen allein durch ihr Umfeld geprägt werden, obwohl wir doch alle mit denselben Grundvoraussetzungen ins Leben starten. ;)
 
@DON666: Ne, nachvollziehbar ist das für mich auch nicht. Zumal das auch intellektuell nicht zu erklären ist.
 
@kkp2321: Auch für mich ist das kaum nachvollziehbar aber intellektuell erklärbar ist das schon: "Präsentatitis" am Arbeitsplatz kann Sicherheit und Geborgenheit bieten und Selbstwertgefühl und Urvertrauen stärken! Vor allem wenn die Anforderungen und Reize im öffentlichen Leben bedrohlich wirken und der Arbeitsplatz einen geschützten Raum bietet!
 
@prinzhaenselherz: Ist das denn in Japan und Südkorea der Fall, dass das öffentliche Leben so bedrohlich ist, das ich mich im Arbeitsplatz verstecken muss?
 
@kkp2321: Und wieso kann man sich dann nicht zuhause verstecken?
 
@DON666: Nur so als Info: Laut DGB hat in Deutschland jeder Arbeitnehmer im Jahr 2016 durchschnittlich 24 unbezahlte und 21 bezahlte Überstunden geleistet - zusammengerechnet ist das mehr als eine reguläre Arbeitswoche. Das ist aber nicht gleichverteilt. Gut 96 Prozent der Überstunden werden in Jobs geleistet, in denen Führungskräfte, Akademiker oder speziell ausgebildet Fachkräfte tätig sind.
 
@Nunk-Junge: Das ist aber auch die Klientel, die der Meinung ist, auf der "Karriereleiter" noch nicht weit genug oben angekommen zu sein, und deshalb die Energie da reinsteckt. Dürfte aber kaum repräsentativ für den normalen Durchschnitt sein, der eben einfach sein Leben finanzieren und deswegen gezwungenermaßen arbeiten gehen muss.
 
@DON666: Nunja. In meinem Berufszweig (Management/Controlling) sind 50-60 Stunden Wochen Normalität. Ich habe mich dran gewöhnt und die Arbeit macht auch enormen Spaß, weil es so herausfordernd ist.

Es ist aber auch gut möglich, dass ich, wenn ich die 40er erreiche, einen Gang zurückschalte und was anderes mache. Bis Dato habe ich mir ein gutes finanzielles Polster aufgebaut, was das gestattet.
 
"Ich hab noch nie so treue Sklaven geseh'n, die bereit sind für mehr Arbeit auf die Straße zu geh'n." (K.I.Z.)

Es wird Zeit, dass sich die dortigen Lehrstühle in Sozialwissenschaften mit den nötigen kulturellen Anpassungen beschäftigen, sollten wir uns irgendwann in Richtung einer Post-Scarcity-Gesellschaft entwickeln, dann drohen ja Massendepression.
 
Naja, im Sicherheitsdienst arbeite ich auch 12 Stunden pro Tag 220 - 240 Stunden im Monat. Ohne Urlaub kommt dann etwa das gleiche raus.

Wenn ich mal die 220 Stunden nehme, 12 Monate, dann komme ich ohne Urlaub auch auf 2640 Stunden. Urlaubsanspruch ist 25 Tage/Jahr, also sagen wir einen Monat wenn man ihn gut verteilt, dann sind das noch immer 2420 Stunden.
 
Da könnten sich die Angestellten im öffentlichen Dienst hierzulande eine Scheibe abschneiden - und ja, ich habe eine Ahnung wovon ich rede. Habe selbst 2 Jahre im ÖD gearbeitet und sehr viel Klischees stimmen tatsächlich.
 
Als Vergleich: Etwa 2038 Stunden Jahresarbeitszeit ist die 39 Stunden Woche. So viel muss ich im Jahr arbeiten.
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