"Falscher Alarm" - Amazon verkauft wieder Blu-Smartphones
Nach der Schrotschuss-Reaktion von Amazon, alle Blu-Smartphones aus den Verkauf zu nehmen folgt nun die (fast) komplette Rolle rückwärts: Amazon.com hat die Produkte wieder frei gegeben, man kann sie wieder kaufen. Nur das einstige Lieblings-Modell, das BLU R1 HD, fehlt.
In den letzten Monaten gab es gegenüber dem US-Unternehmen BLU Products immer wieder Kritik aufgrund der Datenschutzbestimmungen. Ein Bericht der hacker-Konferenz Black Hat brachte schließlich das Fass zum überlaufen (wir berichteten). BLU stand im Verdacht, mit seinen günstigen Smartphones eine Spyware auszuliefern, die ohne Wissen und ohne Einflussmöglichkeit des Kunden persönliche Daten nach China überträgt. Dazu gehören die Geräte-ID und Telefonnummer, die MAC-Adresse und eine Liste der installierten Apps.
BLU soll zudem seine Datenschutzbestimmungen und AGB entsprechend angepasst haben und sich damit an geltendes Recht halten. Seit der ersten laut gewordenen Kritik auf die Amazon mit dem Verkaufsstopp reagierte hatte BLU das auch stets betont.
"Wenn wir Informationen erhalten, die einen direkten Einfluss auf unserer Kunden haben könnten, können wir das Produkt vorübergehend für den Kauf nicht zur Verfügung stellen. Basierend auf der Kommunikation mit dem Hersteller BLU Products haben wir den Verkauf von BLU-Geräten auf Amazon.com wieder aufgenommen." Das ist aber irgendwie nur die halbe Wahrheit.
Denn ausgerechnet das BLU R1 HD, bisher das bei Amazon.com meistverkaufte BLU-Smartphone, welches auch mit speziellen Angeboten von Amazon vertrieben wurde ("Prime Exclusive Phones"), ist bisher nicht wieder auf der Webseite aufgetaucht.
In der Zwischenzeit gibt es vor allem für die Besitzer eines BLU-Smartphones noch viele offene Fragen.
Schnüffelsoftware bei verschiedenen Herstellern
Geliefert wurden diese Daten an das chinesische Unternehmen Adups. Schon im vergangenen November war deren Schnüffelsoftware auf verschiedenen Geräten entdeckt worden und hat damals einen großen Datenschutz-Skandal ausgelöst. Adups hatte damals erklärt, dass die Software eigentlich nur auf Geräte aufgespielt werden sollte, deren Nutzer in China leben. Man begründete das als ein Service-Angebot der dortigen Provider.Risiko ja oder nein?
Im November fand das US-Sicherheitsunternehmen Kryptowire die fragliche Software aber auf über 120.000 aktiven BLU-Geräten in den USA. BLU hatte anschließend eingeräumt, dass es sich dabei doch um ein Sicherheitsrisiko handele und personenbezogene Daten unautorisiert gesammelt wurden. Zudem gab BLU an, die Software mit einem Update entfernen zu können. Geschehen ist das so aber nicht. Stattdessen hat Adups die Spyware überarbeitet - sie überträgt jetzt deutlich weniger Daten. Es sollen nun nur noch Nutzerdaten gesammelt werden, die unkritisch seien, heißt es nun in einem Bericht der Newsseite Tom's Guide.BLU soll zudem seine Datenschutzbestimmungen und AGB entsprechend angepasst haben und sich damit an geltendes Recht halten. Seit der ersten laut gewordenen Kritik auf die Amazon mit dem Verkaufsstopp reagierte hatte BLU das auch stets betont.
Verkauf bestätigt, aber...
Ein Amazon-Sprecher soll die Wiederaufnahme des Verkaufs nun gegenüber Tom's Guide bestätigt haben."Wenn wir Informationen erhalten, die einen direkten Einfluss auf unserer Kunden haben könnten, können wir das Produkt vorübergehend für den Kauf nicht zur Verfügung stellen. Basierend auf der Kommunikation mit dem Hersteller BLU Products haben wir den Verkauf von BLU-Geräten auf Amazon.com wieder aufgenommen." Das ist aber irgendwie nur die halbe Wahrheit.
Denn ausgerechnet das BLU R1 HD, bisher das bei Amazon.com meistverkaufte BLU-Smartphone, welches auch mit speziellen Angeboten von Amazon vertrieben wurde ("Prime Exclusive Phones"), ist bisher nicht wieder auf der Webseite aufgetaucht.
In der Zwischenzeit gibt es vor allem für die Besitzer eines BLU-Smartphones noch viele offene Fragen.
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Nadine DresslerRedakteurin für Windows & Netzwerke
Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.
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