Hitzewelle sorgt für Probleme in den IT-Abteilungen

Wirtschaft & Firmen Die aktuelle Hitzewelle stellt viele IT-Abteilungen vor Probleme. Im schlimmsten Fall kann es zu Gefahren für die Hardware kommen, teilte der IT-Branchenverband BITKOM mit. In den vergangenen Wochen sei die Nachfrage nach Klimatisierungslösungen für Rechenzentren stark gestiegen, hieß es. Bei vielen IT-Anwendern sind Serverräume nicht auf hohe Außentemperaturen ausgelegt. Insbesondere historisch gewachsene Lösungen ohne umfassendes Kühlkonzept stoßen demnach im Hochsommer schnell an ihre Grenzen.

Holger Skurk, Experte für IT-Infrastruktur beim BITKOM, warnte davor, kurzfristig mit billigen Lösungen durch die Wärmeperiode kommen zu wollen. "Zur Verbesserung der IT-Kühlung sollte ein spezielles Präzisions-Klimagerät eingesetzt werden, eine Klimaanlage aus dem Baumarkt ist für die IT-Kühlung ungeeignet", sagte er.

Normale "Komfort-Klimaanlagen" für den Hausgebrauch schaffen ein Raumklima, das vor allem für Personen angenehm und daher eher trocken ist. IT-Systeme benötigen hingegen einen höheren Luftdurchsatz und eine genau regulierte Luftfeuchtigkeit. Sehr trockene Luft kann im Rechenzentrum zu statischen Aufladungen und damit zu Fehlfunktionen in den Rechnern führen, zu feuchte Luft kann Kurzschlüsse verursachen.

"Für eine energie-effiziente und zuverlässige IT muss die Kühlluft zudem optimal zu den zu kühlenden Servern gebracht werden, etwa durch eine Steuerung des Luftstroms mit Blenden und Durchlassöffnungen", so Skurk. Fällt die IT wegen Hitze aus, kann dies schnell die Existenz eines Unternehmens gefährden - vor allem, wenn dessen Kernprozesse auf der Technik beruhen.

In Deutschland gibt es derzeit rund 53.000 Rechenzentren, in über 60 Prozent stehen weniger als 10 Server. Gerade in letzteren werden nur selten Präzisions-Klimaanlagen verwendet. Den Stromverbrauch aller Klimatisierungen in den deutschen Rechenzentren wird auf rund 3 Terawattstunden jährlich geschätzt - so viel Strom produziert ein mittelgroßes Kohlekraftwerk in einem Jahr. Ungefähr die Hälfte dieser Strommenge lässt sich nach Ansicht von Experten durch Optimierungen einsparen.
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