GhostNet: Forscher enttarnen globales Spionagenetz
Unklar ist bisher, von wem das Netzwerk betrieben wird. Zwar werde es vorrangig von Rechnern in China aus kontrolliert, man solle jedoch vorsichtig sein, die dortige Regierung zu bezichtigen, so die Forscher. Es könnten durchaus andere Kräfte hinter der Spionage-Aktion stehen.
Wie Ronald J. Deibert, Mitglied der Expertengruppe, die das GhostNet analysierten, ausführte, kämen auch international tätige Unternehmen oder so genannte "patriotische Hacker" aus China infrage. "Der CIA oder die Russen könnten es ebenso sein", sagte er.
Die Forscher kamen dem Netz auf die Spur, als sie Rechner der tibetanischen Exilregierung auf Virenbefall untersuchten. Weitergehende Ermittlungen zeigten, dass auch PCs der NATO, verschiedener Botschaften und Außenministerien dazugehören.
Die Malware, die sich dabei in die Systeme einnistet, bringt ein breites Angebot an Abhörmechanismen mit. So können gezielt Dokumente entwendet oder Tastatureingaben belauscht werden. Auch das Anzapfen von Mikrofonen oder Webcams an den Rechnern ist möglich. Weltweit sollen 1.295 Computer in 103 Ländern infiziert sein.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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