Neues Teleskop spürt großes Objekt am Rand des Sonnensystems auf
Astronomen haben mit dem neuen Vera-C.-Rubin-Observatorium einen bisher unbekannten Himmelskörper jenseits der Bahn des Pluto entdeckt, der möglicherweise als neuer Zwergplanet des Sonnensystems anerkannt werden könnte.
Matthew Holman, Astrophysiker an der Smithsonian Institution und Astronom an der Harvard University, ließ ein gemeinsam entwickeltes Computerprogramm Milliarden von Aufzeichnungen bewegter Himmelsobjekte durchsuchen. Als ED138 dabei auftauchte, überprüfte er zunächst, ob es sich um einen Messfehler oder ein falsches Ergebnis handeln könnte.
Die Bahnen der Zwergplaneten um unsere Sonne
Gemeinsam mit seinem Kollegen Mario Jurić, der die Erforschung des Sonnensystems am Rubin-Observatorium leitet, sicherte Holman den Fund anschließend weiter ab. Jurić fand im Datenbestand 20 zusätzliche Beobachtungen des Objekts, die bis in den März 2026 zurückreichen. Mithilfe weiterer Quellen konnten die Forscher seine Umlaufbahn schließlich bis zu zehn Jahre in die Vergangenheit rekonstruieren.
Der Himmelskörper bewegt sich derzeit in einer Entfernung von rund 46 Astronomischen Einheiten um die Sonne. Eine Astronomische Einheit entspricht dem mittleren Abstand zwischen Erde und Sonne. Damit befindet sich ED138 weiter draußen als Pluto und gehört zu den transneptunischen Objekten, deren Bahnen jenseits der Neptunbahn verlaufen.
Holman betont deshalb, dass ED138 zunächst nur ein Kandidat sei. Um seine tatsächliche Größe zu bestimmen, seien weitere Untersuchungen nötig, die noch mehrere Monate in Anspruch nehmen könnten. Dass ED138 bislang unentdeckt blieb, liegt unter anderem an seiner Position am südlichen Sternenhimmel. Zudem bewegt er sich aus Sicht der Erde entlang der Milchstraße. Die große Zahl sichtbarer Sterne erschwert dort die Suche nach Objekten, die sich vor dem Sternenhintergrund bewegen.
Das Rubin-Observatorium soll solche Lücken schließen. Seine leistungsfähige Digitalkamera kann den gesamten Himmel alle drei Tage aufnehmen. Fachleute erwarten, dass das Teleskop in den kommenden Jahren weitere bislang unbekannte Objekte im äußeren Sonnensystem aufspüren wird.
Siehe auch:
- Neues Objekt ED138 wurde mit Daten eines Observatoriums in Chile entdeckt
- Der Durchmesser des Himmelskörpers beträgt etwa 600 bis 1500 Kilometer
- Forscher Holman und Jurić rekonstruierten die Bahn um zehn Jahre zurück
- Der Fund kreist 46 Astronomische Einheiten von der Sonne entfernt im All
- Eine offizielle Einstufung als Zwergplanet erfordert weitere Prüfungen
- Viele Sterne am Südhimmel erschwerten bisher die Entdeckung von ED138
Unzählige Aufnahmen durchsucht
Das vorläufig ED138 genannte Objekt hat einen geschätzten Durchmesser von 600 bis 1500 Kilometern. Ob es tatsächlich die Voraussetzungen für einen Zwergplaneten erfüllt, müssen weitere Beobachtungen zeigen. Die Entdeckung gelang bei der Auswertung von Daten des erst 2025 in Betrieb genommenen Observatoriums in Chile.Matthew Holman, Astrophysiker an der Smithsonian Institution und Astronom an der Harvard University, ließ ein gemeinsam entwickeltes Computerprogramm Milliarden von Aufzeichnungen bewegter Himmelsobjekte durchsuchen. Als ED138 dabei auftauchte, überprüfte er zunächst, ob es sich um einen Messfehler oder ein falsches Ergebnis handeln könnte.
Die Bahnen der Zwergplaneten um unsere Sonne
Gemeinsam mit seinem Kollegen Mario Jurić, der die Erforschung des Sonnensystems am Rubin-Observatorium leitet, sicherte Holman den Fund anschließend weiter ab. Jurić fand im Datenbestand 20 zusätzliche Beobachtungen des Objekts, die bis in den März 2026 zurückreichen. Mithilfe weiterer Quellen konnten die Forscher seine Umlaufbahn schließlich bis zu zehn Jahre in die Vergangenheit rekonstruieren.
Der Himmelskörper bewegt sich derzeit in einer Entfernung von rund 46 Astronomischen Einheiten um die Sonne. Eine Astronomische Einheit entspricht dem mittleren Abstand zwischen Erde und Sonne. Damit befindet sich ED138 weiter draußen als Pluto und gehört zu den transneptunischen Objekten, deren Bahnen jenseits der Neptunbahn verlaufen.
Viel kleiner als unser Mond
Mit einem geschätzten Durchmesser von 600 bis 1500 Kilometern könnte ED138 größer sein als Ceres, der kleinste der bislang fünf offiziell anerkannten Zwergplaneten. Neben Ceres zählen Pluto, Haumea, Makemake und Eris zu dieser Gruppe. Pluto misst fast 2400 Kilometer im Durchmesser und ist damit kleiner als unser Mond (3474 Kilometer). Für eine Einstufung als Zwergplanet reicht die Größe allein allerdings nicht aus. Die Internationale Astronomische Union verlangt unter anderem, dass ein Himmelskörper annähernd kugelförmig ist und die Sonne umkreist.Holman betont deshalb, dass ED138 zunächst nur ein Kandidat sei. Um seine tatsächliche Größe zu bestimmen, seien weitere Untersuchungen nötig, die noch mehrere Monate in Anspruch nehmen könnten. Dass ED138 bislang unentdeckt blieb, liegt unter anderem an seiner Position am südlichen Sternenhimmel. Zudem bewegt er sich aus Sicht der Erde entlang der Milchstraße. Die große Zahl sichtbarer Sterne erschwert dort die Suche nach Objekten, die sich vor dem Sternenhintergrund bewegen.
Das Rubin-Observatorium soll solche Lücken schließen. Seine leistungsfähige Digitalkamera kann den gesamten Himmel alle drei Tage aufnehmen. Fachleute erwarten, dass das Teleskop in den kommenden Jahren weitere bislang unbekannte Objekte im äußeren Sonnensystem aufspüren wird.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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