Nur eine Nacht: Rubin-Teleskop zeigt 800.000 Änderungen am Himmel
Auf einem Berggipfel in den chilenischen Anden hat das Vera C. Rubin Observatory eine neue Ära der Himmelsbeobachtung eingeläutet. Das neue Teleskop verschickt eine große Zahl an Hinweisen aus besondere Phänomene an Astronomen.
Möglich macht das ein neu entwickeltes Benachrichtigungssystem, die sogenannte "Alert Production Pipeline", teilte die University of Washington mit. Die Software analysiert die gewaltigen Bilddaten des Teleskops nahezu in Echtzeit. Innerhalb von zwei Minuten nach einer Aufnahme informiert sie Astronomen darüber, wenn sich am beobachteten Himmelsausschnitt etwas verändert hat - etwa wenn ein neuer Lichtpunkt auftaucht, ein Stern seine Helligkeit ändert oder sich ein Objekt sichtbar bewegt. So bleibt genügend Zeit, um sofort Anschlussbeobachtungen zu beantragen.
Die technische Dimension ist enorm: Jede Nacht verarbeitet das System rund zehn Terabyte an Bildmaterial. Über Jahre hinweg tüftelte ein Team aus Forschenden und Softwareentwicklern an Algorithmen, Datenbanken und komplexen Rechenabläufen, um diese Datenflut zu bewältigen. Die Geschwindigkeit und das Volumen der nun versandten Hinweise gelten als bislang beispiellos in der optischen Astronomie.
Bereits die erste Welle an Meldungen enthielt Entdeckungen von Supernovae, veränderlichen Sternen, aktiven galaktischen Kernen und neu identifizierten Asteroiden im Sonnensystem. Jede einzelne Benachrichtigung markiert eine Veränderung im Vergleich zur letzten Beobachtung desselben Himmelsausschnitts.
Der nun erfolgte Start des Alarmsystems gilt als Auftakt für das ehrgeizige Langzeitprojekt "Legacy Survey of Space and Time" (LSST), das noch in diesem Jahr beginnen soll. Über einen Zeitraum von zehn Jahren wird das Teleskop alle paar Nächte ein umfassendes Bild des Südhimmels erstellen. Schon im ersten Jahr dürfte Rubin mehr Himmelsobjekte erfassen als alle anderen optischen Observatorien zusammen und die Computer der Astronomie-Community mit einem stetigen Strom neuer Entdeckungen versorgen.
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Warnsystem läuft an
Die Zahl der Mitteilungen ist nicht gerade klein: In der Nacht zum Dienstag sandte die Sternwarte erstmals automatisch generierte Warnmeldungen an Forschungseinrichtungen weltweit, binnen weniger Stunden summierten sich diese auf rund 800.000 Hinweise. Zukünftig sollen es sogar bis zu sieben Millionen pro Nacht werden.Möglich macht das ein neu entwickeltes Benachrichtigungssystem, die sogenannte "Alert Production Pipeline", teilte die University of Washington mit. Die Software analysiert die gewaltigen Bilddaten des Teleskops nahezu in Echtzeit. Innerhalb von zwei Minuten nach einer Aufnahme informiert sie Astronomen darüber, wenn sich am beobachteten Himmelsausschnitt etwas verändert hat - etwa wenn ein neuer Lichtpunkt auftaucht, ein Stern seine Helligkeit ändert oder sich ein Objekt sichtbar bewegt. So bleibt genügend Zeit, um sofort Anschlussbeobachtungen zu beantragen.
Die technische Dimension ist enorm: Jede Nacht verarbeitet das System rund zehn Terabyte an Bildmaterial. Über Jahre hinweg tüftelte ein Team aus Forschenden und Softwareentwicklern an Algorithmen, Datenbanken und komplexen Rechenabläufen, um diese Datenflut zu bewältigen. Die Geschwindigkeit und das Volumen der nun versandten Hinweise gelten als bislang beispiellos in der optischen Astronomie.
Bereits die erste Welle an Meldungen enthielt Entdeckungen von Supernovae, veränderlichen Sternen, aktiven galaktischen Kernen und neu identifizierten Asteroiden im Sonnensystem. Jede einzelne Benachrichtigung markiert eine Veränderung im Vergleich zur letzten Beobachtung desselben Himmelsausschnitts.
Eine neue Dimension
Das Observatorium selbst ist ein technisches Schwergewicht: Es verfügt über die größte jemals für astronomische Zwecke gebaute Digitalkamera mit 3200 Megapixeln sowie einen 8,4 Meter großen Hauptspiegel. Erste Aufnahmen wurden im vergangenen Sommer veröffentlicht und zeigten Millionen Galaxien und Sterne sowie mehr als 2100 zuvor unbekannte Asteroiden.Der nun erfolgte Start des Alarmsystems gilt als Auftakt für das ehrgeizige Langzeitprojekt "Legacy Survey of Space and Time" (LSST), das noch in diesem Jahr beginnen soll. Über einen Zeitraum von zehn Jahren wird das Teleskop alle paar Nächte ein umfassendes Bild des Südhimmels erstellen. Schon im ersten Jahr dürfte Rubin mehr Himmelsobjekte erfassen als alle anderen optischen Observatorien zusammen und die Computer der Astronomie-Community mit einem stetigen Strom neuer Entdeckungen versorgen.
Zusammenfassung
- Das Vera C. Rubin Observatory steht auf einem Berggipfel in den chilenischen Anden
- In einer Nacht wurden rund 800000 automatische Warnmeldungen verschickt
- Die Alert Production Pipeline analysiert Bilddaten nahezu in Echtzeit
- Jede Nacht verarbeitet das System etwa zehn Terabyte an Bildmaterial
- Entdeckungen umfassen Supernovae, veränderliche Sterne und Asteroiden
- Die Digitalkamera des Teleskops besitzt eine Auflösung von 3200 Megapixeln
- Das Langzeitprojekt LSST soll den Südhimmel über zehn Jahre kartieren
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