Absurde Essens-Fotos: Lieferando muss KI-Bildgenerator stoppen

Beim Essens-Lieferdienst will man den Kunden die angebotenen Produkte mit passenden Bildern schmackhaft machen. Der Einsatz eines KI-Generators für fehlende Produktfotos ging allerdings deutlich nach hinten los.
Online, Bestellungen, Lieferando, Lieferservice
Lieferando
  • In der Lieferando-App sorgen fehlerhafte KI-Bilder für kuriose Darstellungen
  • Die generierten Bilder passen teils überhaupt nicht zur Speisebeschreibung
  • Beispielsweise zeigt ein Burgerfoto eine Gulaschsuppe mit etwas Ananas
  • Lieferando wollte fehlende Fotos von Gerichten eigentlich selbst ergänzen
  • Vor einer Veröffentlichung fand keine menschliche Qualitätskontrolle statt
  • Die Prüfung der erstellten Bilder übertrug die Plattform den Restaurants
  • Wegen der Fehler setzte der Lieferdienst das genutzte KI-Tool vorerst ab

Deutlich daneben

Bei einigen Gerichten stimmen die Bilder nicht mit der Beschreibung überein. Auch Mengenangaben kann die KI manchmal nicht richtig interpretieren. Doch dabei bleibt es nicht. Wie das Nachrichtenmagazin der Spiegel berichtet, kursieren inzwischen auch zahlreiche völlig absurde Illustrationen zu den angebotenen Speisen.

Die Kollegen haben in der Lieferando-App selbst verschiedene Beispiele dieser Art gefunden. So bestehen Burger-Buns einfach mal aus gepresstem Reis. Oder der Hawaiiburger sieht auf dem Bild aus wie eine Gulaschsuppe mit Ananasstücken. In einem Fall wird zwar ein recht passendes Bild für Pommes und Chickenwings generiert, aus unerfindlichen Gründen legt die KI der Mahlzeit aber noch zwei Raffaello-Kugeln dazu.

Absurde KI-Bilder bei Lieferando (Screenshots: Der Spiegel)Absurde KI-Bilder bei Lieferando (Screenshots: Der Spiegel)Absurde KI-Bilder bei Lieferando (Screenshots: Der Spiegel)Absurde KI-Bilder bei Lieferando (Screenshots: Der Spiegel)

Nachfragen bei dem Lieferdienst ergaben, dass die automatische Ergänzung von Speiseangeboten mit KI-Bildern "in einigen Fällen nicht auf Anhieb geklappt" habe. Aktuell sei man dabei, die fehlerhaften Illustrationen zu entfernen. Die Verwendung des dahinterstehenden KI-Tools habe man vorerst ausgesetzt.

Keine Qualitätskontrolle

In allen Fällen handelte es sich nicht um Bilder, die das jeweilige Restaurant mit seinen Produkten in die Lieferando-App einpflegte. Vielmehr versuchte der Lieferservice, bei fehlenden Produktfotos selbst nachzuhelfen. Warum man der KI dann aber offensichtlich nicht die komplette Beschreibung zugänglich macht und auch keine menschliche Qualitätskontrolle einsetzt, ist unklar.

Wie aus den Schilderungen Lieferandos hervorgeht, wurden stattdessen die Restaurants über die Verwendung von KI-Bildern informiert und aufgefordert, eine entsprechende Prüfung selbst vorzunehmen. Bei vielen, insbesondere kleineren Lokalen, dürften dafür allerdings die Ressourcen fehlen.

Siehe auch:
Christian Kahle

Redakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt

Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.

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