Apple-Warnungen vor "Söldner-Malware" erweisen sich als nützlich

Apple hat seit der Einführung von Warnungen über "Söldner-Malware" bereits Nutzer in 150 Ländern vor entsprechendem Schadcode gewarnt. Diese Hinweise sollten unbedingt ernst genommen werden, wenn sie auf dem iPhone auftauchen.
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  • Apple verschickt gezielte Warnungen vor professioneller Söldner-Spyware
  • Betroffene in 110 Ländern erhielten Hinweise via Textnachricht und E-Mail
  • Die Angriffe zielen primär auf Aktivisten, Journalisten sowie Politiker
  • Apple hält Details zu den Erkennungsmethoden strikt unter Verschluss
  • Der Sperrmodus in iOS blockiert potenzielle Einfallstore auf dem iPhone
  • Wichtige Funktionen wie Link-Vorschauen werden im Sperrmodus blockiert

Nicht einfach ignorieren

Apple verschickt solche Benachrichtigungen nicht breit an alle Nutzer, sondern gezielt an jene, deren Geräte nach Einschätzung des Konzerns individuell ins Visier genommen wurden, führt das Unternehmen in einem Support-Dokument aus. Am 13. August erreichte dies seinen Höhepunkt und es gingen entsprechende Warnungen an Betroffene in 110 Ländern. Insgesamt hat Apple nach eigenen Angaben seit Einführung der Hinweise bereits Nutzer in mehr als 150 Ländern informiert.

Die Warnung kann sowohl per SMS als auch per E-Mail eintreffen. Als Absender der Textnachricht erscheint "Apple Threat Notifications", während E-Mails von der Adresse threat-notifications@email.apple.com verschickt werden. Apple bezeichnet die Hinweise als Warnungen mit hoher Priorität. Gleichzeitig macht der Konzern keine Angaben dazu, welche konkreten Erkenntnisse eine solche Benachrichtigung auslösen. Dadurch sollen Angreifer keine Informationen erhalten, mit denen sie ihre Methoden anpassen könnten.


Bei Söldner-Spyware handelt es sich nicht um gewöhnliche Schadsoftware, die wahllos möglichst viele Nutzer treffen soll. Die Angriffe richten sich vielmehr gezielt gegen einzelne Personen, etwa Journalisten, Aktivisten oder Politiker. Aber auch Mitarbeiter diverser Unternehmen, die nach Auffassung der Angreifer über bestimmte Vorgänge informiert sind, geraten ins Visier.

Lockdown Mode als erste Hilfe

Als wichtigste Schutzmaßnahme empfiehlt Apple den sogenannten Sperrmodus (Lockdown Mode), der seit iOS 16 verfügbar ist. Er schränkt zahlreiche Funktionen des iPhones ein, um mögliche Angriffswege zu blockieren. Unter anderem werden die meisten Anhänge und Link-Vorschauen in iMessage blockiert, FaceTime-Anrufe unbekannter Kontakte gefiltert und Standortinformationen aus geteilten Fotos entfernt. Auch Verbindungen zu Bluetooth-Zubehör oder anderen Computern sind eingeschränkt, solange das iPhone nicht entsperrt ist.

Aktivieren lässt sich der Modus über Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > Sperrmodus. Die Maßnahme kann die alltägliche Nutzung allerdings deutlich einschränken. Der Schutz über diese Maßnahmen hat sich aber bereits bei Angriffen solcher Art bewährt.

Zusätzlich sollten Betroffene das Betriebssystem umgehend aktualisieren, einen starken Gerätecode verwenden und die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren. Apple verweist außerdem auf die Digital Security Helpline, die gefährdete Personen rund um die Uhr bei der Untersuchung und Absicherung betroffener Geräte unterstützt.

Siehe auch:
Christian Kahle

Redakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt

Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.

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