Scharf gefaltetes Graphen bringt ganz neue Elektronik-Optionen hervor
Forscher aus den USA und Großbritannien haben Hinweise darauf gefunden, dass winzige, extrem scharfe Falten in Graphen dessen elektrische Eigenschaften verändern können. Dies verspricht komplett neue Anwendungs-Möglichkeiten in der Elektronik.
Der experimentelle Nachweis erwies sich allerdings als schwierig. Entscheidend sind Verformungen auf nahezu atomarer Ebene. Selbst moderne Mikroskope können nur schwer exakt bestimmen, wie stark sich das hauchdünne Material an einer bestimmten Stelle krümmt.
Nun könnten ausgerechnet winzige Falten im Graphen den entscheidenden Hinweis geliefert haben. Die Forscher untersuchten Messdaten, bei denen rund um besonders stark gekrümmte Bereiche ungewöhnliche elektrische Signale auftraten. Die gemessenen Veränderungen des lokalen elektrischen Potenzials stimmten dabei eng mit theoretischen Berechnungen überein, die das Verhalten der Atome und Elektronen auf kleinster Skala berücksichtigen.
Die Wissenschaftler sprechen von Flexoelektrizität. Dabei führt eine ungleichmäßige Verformung eines Materials zu einer Trennung elektrischer Ladungen. Bei gewöhnlichen Materialien lässt sich dieser Effekt bereits beobachten. Im nur ein Atom dicken Graphen soll die extreme Krümmung jedoch einen zusätzlichen quantenmechanischen Vorgang auslösen.
Der entscheidende Hinweis kam von Sathvik Ajay Iyengar, der an der Rice University promovierte. Bei der erneuten Auswertung von Messungen, die er gemeinsam mit Manoj Tripathi durchgeführt hatte, stieß er auf die ungewöhnlichen Signale. Iyengar wandte sich daraufhin an Vincent Meunier, der an seiner Promotion beteiligt war und bereits 2008 an der theoretischen Vorhersage des Effekts mitgewirkt hatte.
Siehe auch:
Theoretische Annahme bestätigt
Graphen besteht aus einer einzigen Schicht von Kohlenstoffatomen und gilt wegen seiner hohen Festigkeit, elektrischen Leitfähigkeit, Flexibilität und seines geringen Gewichts als besonders vielseitiges Material. Schon vor fast zwei Jahrzehnten hatten zwei Physiker die Vermutung aufgestellt, dass eine sehr starke Verformung des Materials ausreichen könnte, um seine Elektronenverteilung zu beeinflussen. Demnach sollte allein die Form des Graphens eine elektrische Polarisation erzeugen können.Der experimentelle Nachweis erwies sich allerdings als schwierig. Entscheidend sind Verformungen auf nahezu atomarer Ebene. Selbst moderne Mikroskope können nur schwer exakt bestimmen, wie stark sich das hauchdünne Material an einer bestimmten Stelle krümmt.
Nun könnten ausgerechnet winzige Falten im Graphen den entscheidenden Hinweis geliefert haben. Die Forscher untersuchten Messdaten, bei denen rund um besonders stark gekrümmte Bereiche ungewöhnliche elektrische Signale auftraten. Die gemessenen Veränderungen des lokalen elektrischen Potenzials stimmten dabei eng mit theoretischen Berechnungen überein, die das Verhalten der Atome und Elektronen auf kleinster Skala berücksichtigen.
Die Wissenschaftler sprechen von Flexoelektrizität. Dabei führt eine ungleichmäßige Verformung eines Materials zu einer Trennung elektrischer Ladungen. Bei gewöhnlichen Materialien lässt sich dieser Effekt bereits beobachten. Im nur ein Atom dicken Graphen soll die extreme Krümmung jedoch einen zusätzlichen quantenmechanischen Vorgang auslösen.
Elektronenorbitale überlappen sich
Nach Ansicht der Forscher verändert die starke Biegung, wie sich die Elektronenorbitale der Kohlenstoffatome überlappen. Dadurch werden Elektronen in der Umgebung der Falte neu verteilt. Dies bezeichnen sie als "quantum orbital flexoelectricity", also quantenmechanische orbitale Flexoelektrizität.Der entscheidende Hinweis kam von Sathvik Ajay Iyengar, der an der Rice University promovierte. Bei der erneuten Auswertung von Messungen, die er gemeinsam mit Manoj Tripathi durchgeführt hatte, stieß er auf die ungewöhnlichen Signale. Iyengar wandte sich daraufhin an Vincent Meunier, der an seiner Promotion beteiligt war und bereits 2008 an der theoretischen Vorhersage des Effekts mitgewirkt hatte.
Zusammenfassung
- Forscher aus den USA und Großbritannien erforschen Falten im Graphen
- Scharfe Verformungen verändern die elektronische Struktur im Material
- Eine starke Krümmung erzeugt dabei gezielt elektrische Polarisationen
- Die Überlappung von Atomorbitalen verschiebt dort vorhandene Ladungen
- Neue Möglichkeiten eröffnen sich nun für künftige Elektronik-Systeme
Siehe auch:
Thema:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
Neue Videos zum Thema
- Super Bowl 2026: OpenAI lässt uns mit Codex Neues erschaffen
- Super Bowl 2026: Oakley Meta-Brillen halten epische Sportmomente fest
- Super Bowl 2026: Base44 zeigt, wie KI jeden zum Programmierer macht
- Super Bowl 2026: Chris Hemsworth denkt, dass Alexa+ ihn töten will
- Super Bowl 2026: Google richtet mit Gemini ein neues Zuhause ein
Beiträge aus dem Forum
Interessante Links
Neue Nachrichten
- Aktuelle Technik-Blitzangebote von Amazon im Überblick
- Neue Beta bereitet mehrere FritzBoxen & Repeater auf FritzOS 8.50 vor
- Neuer Apple TV 4K zeigt sich erstmals - Bild angeblich direkt von Apple
- F-Droid 2.0: FOSS-App-Store für Android wird komplett überarbeitet
- Widgets selbst bauen: Google startet eine neue Android-App
- Rückruf bei VW, Audi & Seat: Lenkung bei 3 Mio. Pkw kann ausfallen
- Kampf um KI-Talente: Amazon will ehemalige Mitarbeiter zurückholen
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!