Kein Entkommen für Grafikkarten:
Selbst spezielles Asus-Kabel schmilzt

Das teure Equalizer-Spezialkabel von Asus sollte eigentlich das gefürchtete Schmelzen von Stromanschlüssen bei modernen High-End-Grafikkarten verhindern. Nun tauchen jedoch Bilder auf, die genau das Gegenteil zeigen.
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Teurer Schutz versagt offenbar

Mittlerweile ist es keine Überraschung mehr, dass der 12V-2x6-Stromanschluss an modernen Grafikkarten gelegentlich durchbrennt. Dieses Schicksal ereilt dabei selbst Exemplare mit gedrosselter Leistungsaufnahme. Daher hatten einige erfinderische Bastler schon vor über einem Jahr eigene Adapter zum Schutz ihrer Hardware entworfen. Vor Kurzem brachte dann Asus mit dem ROG Equalizer ein spezielles Stromkabel auf den Markt, das Grafikkarten ebenfalls vor schmorenden Anschlüssen bewahren soll. Das scheint jedoch nicht wirklich zu funktionieren.

So kursieren nun erste Bilder im Netz, die einen geschmolzenen Stecker des teuren Spezialkabels zeigen, das in den USA 50 US-Dollar (etwa 43 Euro) kostet. Asus bewirbt das Produkt mit einer ausgeglichenen Stromzufuhr und einer deutlich höheren Belastbarkeit. Die einzelnen Leitungen sollen bis zu 17 Ampere anstelle der üblichen neun Ampere fassen. Zudem verspricht der Hersteller, dass die Temperaturen am Anschluss durch die Konstruktion stets unter dem Materiallimit von 105 Grad Celsius bleiben.


Bilder zeigen defekten Stecker

Trotz der beworbenen Sicherheitsmerkmale weist das Konzept in der Praxis offenbar Schwächen auf. Wie Uniko's Hardware auf X berichtet, tauchte im asiatischen Chiphell-Forum das Foto eines stark beschädigten Exemplars auf. Anhand der violetten Färbung und des markanten Logos lässt sich das Produkt eindeutig als ROG Equalizer identifizieren. Mindestens drei der zwölf Hauptkontakte weisen deutliche Brandspuren auf.

Der Kunststoff um den oberen rechten Kontakt ist auf den veröffentlichten Aufnahmen fast komplett weggeschmolzen. Bislang fehlen jedoch wichtige Hintergrundinformationen zu dem dokumentierten Vorfall. Es bleibt unklar, welche Grafikkarte und welches Netzteil genutzt wurden. Auch die genauen Lastbedingungen sind nicht bekannt. Da es sich um einen unbestätigten Bericht handelt, könnte auch ein Anwendungsfehler die Ursache sein. Asus ROG Equalizer-KabelDie geschmolzenen Pins am Equalizer-Kabel sind deutlich zu erkennen

Technische Kritik am Zubehör

Bereits im Vorfeld gab es jedoch technische Bedenken an der Konstruktion des Asus-Zubehörs. Unabhängige Tests wie der von der8auer beschreiben, dass das Kabel im Vergleich zu Standard-Ausführungen teilweise sogar schlechter abschneidet. Eine elektrische Brücke im Kabelkamm soll eigentlich den Widerstand senken. Das führte in Messungen jedoch zu Abweichungen von bis zu vier Ampere zwischen den Pins, wodurch einzelne Kontakte deutlich stärker belastet werden.

Solche Asymmetrien bei der Stromverteilung können besonders unter hoher Last zu Überhitzung führen. Der 12V-2x6-Standard wurde ursprünglich entwickelt, um die thermischen Probleme des älteren 12VHPWR-Anschlusses zu lösen. Der Vorgänger hatte in der Vergangenheit häufig für verschmorte Anschlüsse bei Grafikkarten gesorgt. Die neuen Steckverbindungen bieten unter anderem kürzere Sense-Pins, die sicherstellen sollen, dass das Kabel vollständig eingerastet ist, bevor der volle Strom fließt.

Bisher ist das Equalizer-Kabel nicht weltweit im Handel erhältlich. Asus legt es stattdessen ausgewählten Netzteilen der Serien ROG Thor III und ROG Strix Platinum bei. Eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens zu dem Vorfall steht derzeit noch aus. Nutzer von Hochleistungs-Grafikkarten sollten sich nach dem aktuellen Informationsstand aber wohl nicht blind auf einen Schutz für ihre Grafikkarte durch die Verwendung des Spezial-Kabels verlassen.

Nutzt ihr für eure Grafikkarte spezielle Custom-Kabel oder vertraut ihr den Standard-Anschlüssen der Netzteile? Teilt eure Meinungen in den Kommentaren!
Zusammenfassung
  • Das neue Asus ROG Equalizer Stromkabel weist erste Schmelzschäden auf
  • Asus bewarb das neue Zubehör mit einer besonders hohen Belastbarkeit
  • Bilder aus Foren belegen nun deutliche Brandspuren an den Kontakten
  • Messungen zeigen gefährliche Asymmetrien bei der Stromverteilung an
  • Moderne Grafikkarten kämpfen weiterhin mit thermischen Steckproblemen
  • Bisher liegt das Spezialkabel nur bestimmten High-End-Netzteilen bei

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