Samsung kämpft mit plaudernden Mitarbeitern, sichert interne Chats

Samsung geht von Jahr zu Jahr schärfer gegen die sogenannten "Leaks" zu seinen Produkten wie der Galaxy S26-Serie vor. Jetzt soll das Unternehmen intern neue Maßnahmen ergriffen haben, damit wir nicht wie zuletzt üblich vorab über kommende Smartphones und andere Geräte berichten können.
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Immer wieder Leaks zu Samsung-Produkten

Unter "Leaks" versteht man in der Technikwelt allgemein gesehen die Vorabveröffentlichung von Informationen zu geplanten Hard- oder Softwareprodukten. Gerade bei mobilen Endgeräten hat sich innerhalb der letzten 20 Jahre eine Art Subkultur entwickelt, in der immer wieder vorab Informationen zur Ausstattung und Fähigkeiten sowie Marketing-Inhalte der Gerätehersteller veröffentlicht werden - ohne dabei Rücksicht auf die Pläne der Firmen zu nehmen.

Samsung ist mit seinen diversen Smartphones und Tablets, allen voran die Topmodelle der Samsung Galaxy S-Serie, "seit immer" besonders betroffen, weshalb der koreanische Elektronikriese immer häufiger versucht, gegenzulenken. Aus Südkorea ist jetzt zu hören, dass man vor allem intern die Daumenschrauben fester anzieht.

Samsung führt sicheren Chat ein

Laut einem Bericht der Zeitung The Korea Herald - dessen Quellen eine interne Nachricht zitieren - stellt Samsung Electronics die interne Kommunikation und auch den Austausch mit seinen wichtigsten Partnern derzeit auf eine "sichere" Chat-Lösung um. Die interne Messaging-Plattform des Konzerns soll nun mit einem "sicheren Modus" verhindern, dass Daten und Informationen zu den Plänen rund um Produkte und Strategie an Drittpersonen außerhalb der Firmen gelangen.

Die Mitarbeiter können Nachrichten aus "sicheren Chats" nicht mehr wie bisher freigeben oder speichern, wobei auch das Kopieren und Einfügen von Inhalten, das Weiterleiten, die Aufnahme von Screenshots und die Speicherung von Chat-Logs auf persönlich genutzten Geräten nicht mehr möglich sein sollen. Die im "sicheren Chat" ausgetauschten Nachrichten sind entsprechend gekennzeichnet, heißt es weiter.


Samsung setzt damit nicht mehr auf die Regulierung des Umgangs mit vertraulichen Daten durch bestimmte Vorgaben, sondern versucht auf Systemebene Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, heißt es in dem Bericht. Hintergrund des Ganzen sind Fälle, in denen interne Anweisungen und Aufzeichnungen aus Meetings von Samsung-Mitarbeitern auf externen Plattformen für den Austausch von Angestellten großer Firmen auf anonyme Weise veröffentlicht wurden.

Mitarbeiter sollen nicht mehr über Interna sprechen

Diese "Leaks" betrafen wohl vor allem strategische Themen und Diskussionen um interne Entscheidungen von übergeordneten Managern und Ähnliches. Teilweise wurden dabei auch Informationen zur Produktplanung des Unternehmens öffentlich. Die Veröffentlichung von Produktinformationen von Samsung dürfte unterdessen auch in Zukunft weitergehen, wie die jüngsten Leaks rund um die Galaxy S26-Serie gezeigt haben.

Bei ihnen sind nämlich meist nicht direkte Mitarbeiter von Samsung Electronics die Quelle, sondern externe Partnerfirmen, die das Unternehmen zur Vorbereitung von Produkt-Launches vorab mit Marketing-Inhalten und anderen Informationen versorgen muss.

Zwar versucht Samsung auch in diesem Bereich gegenzusteuern - unter anderem mit Unterlassungsaufforderungen und Klageandrohungen, auch gegen WinFuture.de - doch reichen die Vertriebsteams nach wie vor teilweise Monate vor der offiziellen Präsentation von Produkten diverse Materialien an Händler, Mobilfunkanbieter und andere Partner weiter.

Zusammenfassung
  • Samsung führt einen 'sicheren Chat' zur Verhinderung von Produkt-Leaks ein
  • Das neue System unterbindet Weiterleiten, Screenshot-Erstellung und Kopieren
  • Anlass waren anonyme Veröffentlichungen interner Strategiedokumente
  • Samsung bekämpft Leaks zunehmend mit technischen statt regulatorischen Mitteln
  • Viele Produkt-Leaks stammen dennoch von externen Partnerfirmen
  • Der Konzern geht teilweise mit rechtlichen Schritten gegen Leak-Verbreiter vor
  • Vertriebsteams reichen weiterhin frühzeitig Materialien an Partner weiter

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