Nach Jahrzehnten gelingt der elektrisch betriebene Perowskit-Laser

Warum zählen Perowskit-Laser zu den großen Zielen? Sie ver­spre­chen ultraeffiziente Lichtquellen - doch unter Strom zerfielen die Materialien bisher. Jetzt löst ein schlauer Aufbau das lange Ringen um eine kompakte Lichtquelle der Zukunft.
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Durchbruch: Erster stabiler Perowskit-Laser unter Strom

Ein Jahrzehnt lang galt er als ein unerreichbares Ziel: der elektrisch betriebene Perowskit-Laser. Immer wieder versagten die Materialien unter hohen Strömen, die Resonatoren - winzige Lichtkammern, die Strahlen eigentlich bündeln und verstärken sollen - arbeiteten ineffizient. Nun hat ein Team der Zhejiang-Universität einen Weg gefunden, diese Hürden zu überwinden - mit einer ungewöhnlichen Doppelhohlraum-Struktur.

Perowskite gelten in der Optoelektronik als besonders vielseitig. Sie lassen sich einfach herstellen, speichern Ladungen lange und können Licht in vielen Farben erzeugen. Damit eignen sie sich, um Bauteile kleiner und flexibler zu machen. Gerade für Laser, die in Datenchips oder Sensoren gebraucht werden, wären elektrisch betriebene Varianten ein wichtiger Fortschritt. Bisher aber fehlte die nötige Stabilität bei hohen Stromdichten.


Perowskite (...) bieten Vorteile wie geringe Kosten, einfache Integration mit anderen Materialien, spektrale Einstellbarkeit und niedrige optische Laserschwellen, was sie zu sehr attraktiven Lasermaterialien macht
Baodan Zhao, Associate Professor an der Zhejiang-Universität und Co-Autor
Die Lösung der Forscher bestand darin, die Aufgaben aufzuteilen. Ein erster Mikrocavity-Baustein wirkt wie eine kleine LED und liefert das Licht, ein zweiter Resonator mit einem Einkristall von Formamidinium-Blei-Iodid (FAPbI₃) verstärkt es. Man kann sich die beiden Bausteine wie zwei aufeinander abgestimmte Spiegelkammern vorstellen, von denen die erste den Lichtstrahl formt und die zweite ihn bündelt, bis er als Laser austritt. Durch präzise Abstimmung gelang es, mehr als 80 Prozent des erzeugten Lichts zu übertragen.

Der Einkristall selbst wurde in einem zweitägigen Prozess zwischen zwei Flächen gezüchtet, bis er extrem glatt war - nur wenige Atomlagen uneben - und genau die richtige Dicke von 180 Nanometern hatte. Die LED-Komponente entstand aus einer Misch-Perowskit-Zusammensetzung und wurde per Lösungsmethode gefertigt. Beide Teile bettete man zwischen Spiegelstrukturen ein, die das Licht zuverlässig lenkten. Perowskit-Laser der Zhejiang-Universität (Nature)Schlauer Aufbau, starker Ansatz

Wie so oft: Zukunft noch ungewiss

Die Ergebnisse zeigen die Stärke des Ansatzes. Die Laserschwelle - also die minimale Stromdichte, ab der das Material tatsächlich in den Laserbetrieb übergeht - lag bei nur 92 Ampere pro Quadratzentimeter. Das ist etwa ein Zehntel dessen, was organische Vergleichslaser benötigen. Zudem konnte das System 36,2 Millionen Mal pro Sekunde ein- und ausschalten, was so schnell ist, dass sich damit Datenpakete ähnlich wie in Glasfasern übertragen lassen. Unter Pulslast hielt der Laser 1,8 Stunden - noch sehr weit weg von Laufzeiten für echte Anwendungen, aber lang genug, um zu zeigen: Stabilität ist mit diesem lange herbeigesehnten Traumsystem der Optoelektroniker tatsächlich machbar.

Aber man muss wie so oft ganz klar sagen: Noch handelt es sich um ein Demonstrator-System. Doch der Schritt, der jetzt getan wurde, ist wichtig: Ein Problem, das lange unlösbar schien, wurde erstmals überwunden. Wenn es gelingt, die komplexe Doppelhohlraum-Architektur in eine einfache Laserdiode zu übertragen, könnte daraus eine neue Grundlage für Photonik entstehen - vom Datenchip bis zum tragbaren Gerät.

Was ist ein Laser?
Ein Laser ist ein Gerät, das gebündeltes, intensives Licht einer bestimmten Wellenlänge erzeugt. Der Begriff ist ein Akronym für "Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation" (Lichtverstärkung durch stimulierte Emission von Strahlung).

Im Gegensatz zu normalem Licht ist Laserlicht monochromatisch (einfarbig), kohärent (die Lichtwellen schwingen im Gleichtakt) und kann sehr präzise gerichtet werden, was ihn für zahlreiche Anwendungen in Technik, Medizin und Forschung besonders wertvoll macht.
Wie funktioniert ein Laser?
Ein Laser besteht aus drei Hauptkomponenten: einem Lasermedium, einer Pumpe und einem Resonator. Die Pumpe führt dem Medium Energie zu, wodurch Atome in einen angeregten Zustand versetzt werden (Besetzungsinversion).

Wenn ein angeregtes Atom spontan ein Photon abgibt, kann dieses weitere angeregte Atome stimulieren, identische Photonen abzugeben. Zwischen zwei Spiegeln (Resonator) wird dieser Prozess verstärkt, wobei einer der Spiegel teildurchlässig ist, um den gebündelten Laserstrahl austreten zu lassen.
Welche Laserklassen gibt es?
Laser werden nach ihrem Gefahrenpotenzial in verschiedene Klassen eingeteilt: Klasse 1 (augensicher), Klasse 1M (sicher, außer bei optischen Instrumenten), Klasse 2 (sicher bei kurzer Betrachtung), Klasse 2M (wie 2, gefährlich mit optischen Hilfsmitteln), Klasse 3R (geringes Risiko), Klasse 3B (gefährlich für Augen) und Klasse 4 (höchste Gefährdung).

Die Einteilung erfolgt nach internationalen Normen wie IEC 60825-1, wobei mit steigender Klasse auch das Risiko für Augen- und Hautschäden zunimmt. Für den privaten Gebrauch sind in Deutschland nur Laser der Klassen 1, 2 und eingeschränkt 3R zugelassen.
Wo wird Lasertechnik eingesetzt?
Laser haben Einzug in nahezu alle Lebensbereiche gehalten - von alltäglichen Anwendungen wie CD-/DVD-Spielern, Scannern und Laserdruckern bis hin zu industriellen Fertigungsprozessen wie Schneiden, Schweißen und Gravieren verschiedener Materialien.

In der Medizin werden Laser für präzise Operationen, Hautbehandlungen und diagnostische Verfahren eingesetzt. Weitere Anwendungsgebiete sind die Messtechnik, Kommunikation (Glasfasernetzwerke), Forschung, Militärtechnik und Unterhaltungselektronik.
Wie werden Laser in der Medizin verwendet?
In der Medizin nutzt man Laser für präzise chirurgische Eingriffe, bei denen der gebündelte Lichtstrahl Gewebe schneiden, verdampfen oder koagulieren kann. Besonders in der Augenheilkunde (Fehlsichtigkeitskorrektur), Dermatologie (Hautbehandlungen, Tattooentfernung) und minimal-invasiven Chirurgie sind Laser unverzichtbar geworden.

Weitere Anwendungen umfassen die photodynamische Therapie bei Tumoren, Laserbehandlungen in der Zahnmedizin und endoskopische Verfahren. Laut Experten bieten Laserbehandlungen oft Vorteile wie geringere Blutungen, präzisere Schnitte und reduzierte Infektionsrisiken.
Welche Gefahren gehen von Lasern aus?
Die Hauptgefahren bei unsachgemäßer Handhabung von Lasern sind Augenschäden bis hin zur Erblindung, besonders bei direktem Blick in den Strahl. Bei leistungsstarken Lasern (Klasse 3B und 4) besteht zudem die Gefahr von Hautverbrennungen und bei Klasse 4 sogar Brand- und Explosionsrisiken.

Besonders riskant sind Laser, die im nicht sichtbaren Bereich arbeiten, da hier der Lidschlussreflex nicht schützt. Für Laser ab Klasse 3R sind spezielle Schutzmaßnahmen und bei gewerblicher Nutzung ein ausgebildeter Laserschutzbeauftragter vorgeschrieben.
Welche Arten von Lasern gibt es?
Die verschiedenen Lasertypen unterscheiden sich hauptsächlich durch ihr aktives Medium. Zu den wichtigsten Arten zählen Gaslaser (z.B. CO₂-Laser, Helium-Neon-Laser), Festkörperlaser (z.B. Rubinlaser, Nd:YAG-Laser), Halbleiterlaser (Laserdioden) und Farbstofflaser.

Jeder Lasertyp erzeugt Licht einer bestimmten Wellenlänge und Leistung, was ihn für spezifische Anwendungen prädestiniert. So wird etwa der CO₂-Laser aufgrund seiner Infrarotstrahlung häufig zum Schneiden und Schweißen verwendet, während Diodenlaser in der Unterhaltungselektronik dominieren.
Warum sind Laser so präzise?
Die außergewöhnliche Präzision von Lasern beruht auf mehreren physikalischen Eigenschaften: Der Laserstrahl ist stark gebündelt und weitet sich kaum auf, was eine punktgenaue Anwendung ermöglicht. Zudem ist das Licht monochromatisch (nur eine Wellenlänge) und kohärent (alle Wellen schwingen im Gleichtakt).

Diese Eigenschaften erlauben es, Energie sehr konzentriert auf kleinste Flächen zu richten. Die Einstellbarkeit von Leistung und Pulsdauer ermöglicht zusätzlich eine exakte Kontrolle der Wirktiefe. Daher können Laser mit mikroskopischer Genauigkeit arbeiten und sind für hochpräzise Anwendungen unersetzlich.
Zusammenfassung
  • Wissenschaftlern gelang erstmals ein elektrisch betriebener Perowskit-Laser
  • Innovative Doppelhohlraum-Struktur überwindet bisherige Materialhürden
  • Perowskite ermöglichen kostengünstige und farbflexible Lichtquellen
  • Die Laserschwelle beträgt nur ein Zehntel herkömmlicher organischer Laser
  • Schaltgeschwindigkeit von 36,2 Millionen Mal pro Sekunde ermöglicht Datenübertragung
  • Entwicklung könnte Grundlage für neue optoelektronische Anwendungen werden

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