Mikroplastik macht unfruchtbar - bunte Früchte können dagegen helfen

Mikroplastik ist inzwischen allgegenwärtig - auch in unseren Kör­pern. Dort sorgen die Kunststoffverbindungen für eine sinkende Fruchtbarkeit. Früchte, die in leuchtenden Farben daherkommen, können diesen Effekt allerdings minimieren.
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Die guten, alten Antioxidantien

Ob nun satt-rote Beeten, leuchtend gelber Paprika oder orangefarbene Karotten - die intensiven Farben von Obst und Gemüse stehen in Verbindung mit einem hohen Vorkommen an Antioxidantien. Und diese Verbindungen könnten die nega­tiven Auswirkungen von Mikroplastik auf das Fortpflanzungssystem abmil­dern. Neue, in Fachzeitschriften begutachtete Forschungsergebnisse, legen dies nahe.

Im Mittelpunkt der Studie standen sogenannte Anthocyane, die in Nüssen, Früchten und Gemüse vorkommen. Eine Analyse wissenschaftlicher Literatur ergab, dass diese Verbindungen schützend gegenüber hormonellen Ver­än­de­run­gen, reduziertem Testosteron- und Östrogenspiegel, einer verringerten Sper­mien­zahl, eingeschränkter Spermienqualität, Erektions­störungen und Schäden an den Eierstöcken wirken könnten.


"Die Suche nach natürlichen Substanzen zur Bekämpfung dieser schädlichen Effekte ist in vollem Gange, und Anthocyane erweisen sich als vielversprechender Kandidat", schreiben Forscher vom Finland-China Food and Health Network.

Mikroplastik besteht aus winzigen Kunststoffpartikeln, die entweder gezielt Konsumgütern zugesetzt oder durch den Zerfall größerer Plastikobjekte freigesetzt werden. Diese Teilchen enthalten bis zu 16.000 verschiedene Chemikalien, darunter gesundheitsschädliche Stoffe wie BPA, Phthalate und PFAS. Studien zeigen, dass Mikroplastik nicht nur im menschlichen Gewebe nachgewiesen wurde, sondern auch neurotoxische Eigenschaften besitzt und sogar die Plazenta- und Hirnschranke überwinden kann.

Bei Mäusen hilft es

Im männlichen Fortpflanzungssystem wurde Mikroplastik in den Hoden und im Sperma nachgewiesen. Bei Frauen fanden Wissenschaftler die Partikel im Eier­stock­gewebe, in der Plazenta, in der Muttermilch und sogar in Föten. Bei Mäusen, die einer mikroplastikbedingten Erkrankung ausgesetzt wurden, zeigte sich eine Verbesserung der Spermienzahl und -beweglichkeit durch eine Behandlung mit Anthocyanen. Zudem deutet die Studie darauf hin, dass Anthocyane den Testosteronspiegel stabilisieren könnten, indem sie schützend auf die Leydig-Zellen wirken, die für die Hormonproduktion verantwortlich sind.

Auch im weiblichen Fortpflanzungssystem scheinen Anthocyane schützend zu wirken. Mikroplastik kann hier hormonelle Ungleichgewichte verursachen, indem es sich an Hormonrezeptoren bindet oder hormonelle Reaktionen auslöst. Die Forschung legt nahe, dass Anthocyane diese Prozesse abmildern und so zur Erhaltung der Fruchtbarkeit beitragen könnten. Insbesondere könnten sie das Eierstockgewebe schützen und den Östrogenspiegel normalisieren. Die Wissen­schaft­ler betonen, dass weitere Untersuchungen notwendig sind, um die therapeutische Anwendung von Anthocyanen gegen Mikroplastik-Schäden genauer zu erforschen.

Zusammenfassung
  • Mikroplastik beeinträchtigt die menschliche Fruchtbarkeit negativ
  • Anthocyane in bunten Früchten können Mikroplastik-Schäden abmildern
  • Mikroplastik enthält schädliche Chemikalien wie BPA und Phthalate
  • Plastikpartikel wurden in Hoden, Sperma und Eierstockgewebe gefunden
  • Anthocyane stabilisieren Testosteron und schützen Zellen
  • Weitere Forschung zur therapeutischen Anwendung von Anthocyanen nötig

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