Netflix-Strategie geht auf:
Alle hassen Werbung, jeder Zweite bucht sie

Netflix meldet einen deutlichen Anstieg bei Abonnements mit Werbung. Innerhalb von zwei Jahren überzeugte der Streaming-Anbieter 70 Mil­lio­nen Nutzer von seinem Basis-Abo. Die Strategie scheint aufzugehen, doch was bedeutet das für die Zukunft des Streamings?
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Dima Solomin / Unsplash

Werbemodell bei Netflix boomt

Der Streaming-Anbieter Netflix meldet einen signifikanten Meilenstein: Zwei Jahre nach der Einführung des werbegestützten Abonnements zählt das Unternehmen nun 70 Millionen monatlich aktive Nutzer im Basis-Tarif. Dies entspricht einem beachtlichen Wachstum, wenn man bedenkt, dass die Zahl im Mai 2024 noch bei 40 Millionen lag.

In Ländern, in denen das werbegestützte Modell verfügbar ist, entscheiden sich mittlerweile mehr als 50 Prozent der neuen Abonnenten für diese Option. Susanne Aigner, Werbechefin von Netflix Deutschland, bestätigte gegenüber DWDL, dass diese Quote auch hierzulande "nicht stark davon abweicht".


Preisgestaltung als Schlüssel zum Erfolg

Ein Hauptgrund für die Beliebtheit des Werbemodells dürfte der deutliche Preisunterschied sein. In Deutschland kostet das werbeunterstützte Abo 4,99 Euro pro Monat, während das günstigste werbefreie Angebot mit 13,99 Euro zu Buche schlägt. Netflix hat das bisher günstigste Basis-Abo ohne Werbung in Deutschland gestrichen, um mehr Kunden in Richtung des Werbemodells zu lenken.

Allmählich hat Netflix zudem damit begonnen, das werbegestützte Angebot mit zusätzlichen Features auszustatten. Dazu gehören unter anderem eine verbesserte Auflösung und die Möglichkeit, bis zu zwei Streams gleichzeitig zu nutzen. Diese Aufwertung macht das Angebot für preisbewusste Konsumenten noch attraktiver.

Werbung als Einnahmequelle

Netflix betrachtet die Werbung nicht nur als Zusatzeinnahme, sondern als relevante Einnahmequelle. Susanne Aigner betont jedoch, dass sich die Werbung bei Netflix deutlich von der im linearen Fernsehen unterscheidet: Pro Stunde werden maximal vier Minuten Werbung gezeigt - deutlich weniger als die zwölf Minuten, die EU-Regularien für Privatsender im linearen Fernsehen erlauben.


Die Werbeblöcke haben zudem eine maximale Länge von 75 Sekunden und ein Countdown zeigt die verbleibende Werbedauer an. Die Platzierung der Werbung erfolgt außerdem manuell, um das Seherlebnis möglichst wenig zu beeinträchtigen. Den absoluten Cliffhanger dürfte man somit nur selten kurz vor einem Werbeblock erleben - so zumindest die Theorie von Netflix.

Netflix plant, seine eigene Werbetechnologie-Plattform im nächsten Jahr global auszurollen. Aktuell arbeitet der Streaming-Dienst mit Microsoft zusammen, um Werbung nicht nur in den Basis-Abos, sondern auch während Live-Übertragungen wie den geplanten Fußballspielen an Weihnachten zu schalten.

Wie steht ihr zu dieser Entwicklung? Findet ihr werbegestützte Streaming-Angebote attraktiv oder bevorzugt ihr weiterhin werbefreies Streaming? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Netflix meldet 70 Millionen Nutzer im werbegestützten Basis-Tarif
  • Über 50% der Neukunden wählen das Abo mit Werbung in vielen Ländern
  • Deutlicher Preisunterschied macht Werbemodell für Kunden attraktiv
  • Maximal vier Minuten Werbung pro Stunde, manuell platziert
  • Netflix plant Ausbau der eigenen Werbetechnologie-Plattform
  • Werbegestütztes Angebot wird mit zusätzlichen Features aufgewertet
  • Streaming-Dienst sieht Werbung als relevante Einnahmequelle

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