Durchbruch bei Salzwasser:
Verdoppelt Effizienz der Lithium-Extraktion

Obwohl es in einigen Bereichen bereits Alternativen gibt, bleibt Lithium ein kritischer Rohstoff für die Tech-Branche und die Energiewende. Forscher haben nun ein Verfahren entwickelt, dass die Gewinnung des Metalls deutlich effizienter machen soll.
Material, metall, Rohstoff, Lithium, Elemente, Stoffe, Element

Trennung vom Magnesium

Forscher des Monash Suzhou Research Institute und der University of Queensland haben eine neuartige Nanofiltrationstechnologie entwickelt, die es ermöglicht, Lithium aus salzhaltigen Gewässern mit hohem Magnesiumgehalt zu extrahieren. Diese Methode erreicht eine Lithium-Rückgewinnungsrate von 90 Prozent, das ist fast doppelt so viel wie bei herkömmlichen Verfahren. Und es verkürzt zudem die Extraktionszeit erheblich.

Das Forscherteam aus Australien und China sieht in der Technologie eine bahnbrechende Lösung für die direkte Lithiumgewinnung aus schwer zugänglichen Quellen wie Salzwasser. Diese schwer zu verarbeitenden Ressourcen machen einen erheblichen Anteil des weltweiten Lithiumvorkommens aus, blieben jedoch bislang weitgehend ungenutzt: Bisher konnten immerhin bis zu 75 Prozent der lithiumhaltigen Salzquellen aufgrund technischer Herausforderungen nicht erschlossen werden.


Angesichts der Prognose, dass die globale Lithium-Nachfrage bereits ab 2025 das Angebot übersteigen könnte, gewinnt die Technologie an Bedeutung. Das Kernstück der Methode ist ein Nanofiltrationssystem, das Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) verwendet, um Lithium selektiv von anderen Mineralien zu trennen - insbesondere von Magnesium, das oft in salzhaltigen Lösungen vorkommt und schwer zu entfernen ist.

"Unsere Technologie erreicht eine Lithiumrückgewinnung von 90 Prozent, fast das Doppelte herkömmlicher Methoden, und reduziert die Extraktionszeit von Jahren auf nur wenige Wochen", erklärte Zhikao Li vom Monash Suzhou Research Institute. Neben der hohen Effizienz des Verfahrens adressiert die Technologie auch die Umweltauswirkungen der Lithiumgewinnung. Im Gegensatz zu konventionellen Methoden, die in wasserarmen Regionen wertvolle Wasserressourcen aufbrauchen, erzeugt diese Technologie Süßwasser als Nebenprodukt.

Weniger Belastung

Zudem wird das übrigbleibende Magnesium in ein hochwertiges Produkt umgewandelt, das verkauft werden kann, wodurch Abfälle minimiert und die Umweltbelastung verringert wird. Tests der Technologie wurden an Salzseen in China, wie dem Longmu Co Lake und dem Dongtai Lake, durchgeführt. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Nature Sustainability veröffentlicht.

Li betont, dass schwer zugängliche Salzseen in Ländern wie China und Bolivien, die bisher vernachlässigt wurden, nun durch die Monash-Technologie wirtschaftlich erschlossen werden können. Das flexible System sei bereit für den großflächigen Einsatz und könne schnell von der Testphase in den industriellen Betrieb übergehen. Diese Innovation könnte somit einen erheblichen Beitrag zur weltweiten Lithiumversorgung leisten.

Zusammenfassung
  • Neue Nanofiltrationstechnologie ermöglicht effiziente Lithiumextraktion
  • 90 Prozent Rückgewinnungsrate aus salzhaltigen Gewässern erreicht
  • Verkürzung der Extraktionszeit von Jahren auf wenige Wochen
  • Erschließung bisher unzugänglicher Lithiumquellen wird möglich
  • Technologie adressiert Umweltauswirkungen der Lithiumgewinnung
  • Süßwasser und verwertbares Magnesium als Nebenprodukte entstehen
  • Flexibles System ist bereit für den großflächigen industriellen Einsatz

Siehe auch:


Tipp einsenden