Unmögliche Protein-Analysen:
Noch ein Nobelpreis für KI vergeben
Die diesjährige Verleihung von Nobelpreisen gibt einen Eindruck, welche Rolle moderne KI-Algorithmen zukünftig in der Forschung spielen werden. Heute wurde die zweite Ehrung vergeben, die einen engen Bezug zu der Technologie hat.
Heute ging es dann in die Praxis, in der die Technik konkrete Forschungsvorhaben voranbringt. Der diesjährige Nobelpreis im Bereich der Chemie geht zur Hälfte an Demis Hassabis und John Jumper. Diese haben die enormen statistischen Fähigkeiten von KI-Algorithmen genutzt, um komplexe Strukturen verschiedener Proteine vorherzusagen.
Und auch der Arbeit, die mit der zweiten Hälfte des Preises ausgezeichnet wurde, ist das Thema nicht fremd. Der Biochemiker David Baker ist für sein computergestütztes Proteindesign ausgezeichnet worden. Seitens des Vergabe-Komitees wurde die Auswahl damit begründet, dass das Verständnis der Proteine letztlich den Schlüssel dafür bildet, das Leben an sich ergründen zu können.
Baker arbeitete hingegen in die umgekehrte Richtung. Bei ihm ging es, ausgehend von einem gewünschten Protein, darum, zu berechnen, welche Aminosäuresequenzen man benötigt, um genau dieses Molekül zu erhalten. Überführt man dies in die Praxis, erschließen sich vielfältige Möglichkeiten - vor allem auch bei medizinischen Anwendungen.
Siehe auch:
- Zweiter Nobelpreis für KI-bezogene Forschung verliehen
- Physik-Nobelpreis an Hopfield und Hinton für Grundlagenarbeit
- Chemie-Nobelpreis teilen sich Hassabis, Jumper und Baker
- Hassabis und Jumper mit AlphaFold für Proteinstruktur-Vorhersage geehrt
- David Baker für innovatives computergestütztes Proteindesign ausgezeichnet
- KI-Technologie spielt zunehmend wichtige Rolle in der wissenschaftlichen Forschung
- Neue Möglichkeiten in der Medizin durch Fortschritte im Proteindesign
Überragende Technik
Die Königliche-Schwedische Akademie der Wissenschaften überraschte die Fachwelt bereits gestern: Den Physik-Nobelpreis erhielten die Informatiker John Hopfield und Geoffrey Hinton, die mit ihren Arbeiten zu neuronalen Netzwerken die Grundlagen für die heutigen KI-Technologien erarbeiteten.Heute ging es dann in die Praxis, in der die Technik konkrete Forschungsvorhaben voranbringt. Der diesjährige Nobelpreis im Bereich der Chemie geht zur Hälfte an Demis Hassabis und John Jumper. Diese haben die enormen statistischen Fähigkeiten von KI-Algorithmen genutzt, um komplexe Strukturen verschiedener Proteine vorherzusagen.
Und auch der Arbeit, die mit der zweiten Hälfte des Preises ausgezeichnet wurde, ist das Thema nicht fremd. Der Biochemiker David Baker ist für sein computergestütztes Proteindesign ausgezeichnet worden. Seitens des Vergabe-Komitees wurde die Auswahl damit begründet, dass das Verständnis der Proteine letztlich den Schlüssel dafür bildet, das Leben an sich ergründen zu können.
Hin und zurück
Jumper und Hassabis hatten das KI-System AlphaFold entwickelt. Mit diesem ist es gelungen, ein Problem zu bewältigen, das bis dahin als unlösbar galt: aus einer Aminosäuresequenz vorherzusagen, in welche dreidimensionale Struktur sich ein Protein falten wird.Baker arbeitete hingegen in die umgekehrte Richtung. Bei ihm ging es, ausgehend von einem gewünschten Protein, darum, zu berechnen, welche Aminosäuresequenzen man benötigt, um genau dieses Molekül zu erhalten. Überführt man dies in die Praxis, erschließen sich vielfältige Möglichkeiten - vor allem auch bei medizinischen Anwendungen.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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