Amazon hat seinen eigenen Prozessor wesentlich weiterentwickelt

Intel, Prozessor, Cpu, Xeon Phi Bildquelle: Intel
Bei Amazon verbuchte man die Arbeit mit den ersten selbst entwickelten Prozessoren offensichtlich als Erfolg und hat in den vergangenen Monaten weiter in das Projekt investiert. Das Ergebnis ist die zweite Generation der eigenen CPUs. Wie auch schon der erste Prozessor namens "Graviton" setzt die neue CPU ebenfalls auf die Technologie von ARM. Der Chip ist dafür gedacht, in den Servern der Cloud-Sparte des Handelskonzerns, AWS, zum Einsatz zu kommen. Das im vergangenen Jahr vorgestellte Graviton-Modell soll er bei der Performance um rund 20 Prozent übertreffen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf informierte Kreise.

Diese formelle Leistungssteigerung dürfte aber nur einen Teil dessen ausmachen, was der neue Prozessor besser kann. Denn der Chip ist nicht darauf ausgelegt, rechenintensive Arbeiten zu verrichten. Vielmehr kommt er in Systemen zum Einsatz, die sehr viele kleine und einfache Operationen durchführen müssen. Und hier kommt dann die Verdoppelung der Kernzahl von 16 auf 32 zum Tragen. Amazon wechselte hier außerdem von den Cortex A72-Cores auf ARMs Neoverse N1.

Wegweisende Entwicklung

Die neuen Prozessoren werden aber auch mit Verbindungs-Technologien ausgestattet sein, die eine direkte Zusammenschaltung mehrerer Chips ermöglichen, so das virtuelle CPUs mit hunderten Kernen entstehen können. Das hat vor allem Vorteile bei einer enormen Zahl paralleler Berechnungen, wie sie beispielsweise im Training von KI-Algorithmen auftreten.

Die Entwicklung von eigenen Chips für die Cloud-Sparte durch Amazon ist für die klassischen Anbieter, insbesondere Intel, an sich noch kein Problem. Denn die ARM-Prozessoren kommen derzeit noch nicht in voller Breite zum Einsatz. Allerdings sammeln insbesondere die großen Anbieter, die extrem viele Prozessoren in ihren Rechenzentren einsetzen, zunehmend Erfahrungen mit den Modellen. Sie treiben die Entwicklung voran und ebnen Wege -und das muss den etablierten Halbleiter-Konzernen dann durchaus zu Denken geben.

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