EU-Verfahren: Google fährt mit neuem Vorschlag Salami-Taktik
Nach der Ende Juni verhängten Rekordstrafe von 2,4 Milliarden Euro wegen angeblichem Missbrauch seiner marktführenden Position bei Online-Suchen, hatte der Konzern zunächst Berufung angekündigt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters nun berichtet, schlägt Google der EU jetzt aber auch eine neue technische Lösung vor.
In dem Rechtsstreit geht es um Googles inzwischen bereits entschärfte Praxis für die Anzeige von Suchtreffern des Google Shopping-Preisvergleichs in der normalen Google-Suche. Google soll seine Shopping-Suche unrechtmäßig beworben und dafür seine Vormachtstellung bei Websuchen ausgenutzt haben. Dadurch soll kleineren Wettbewerbern ein Nachteil entstanden sein, weshalb sie Beschwerde bei der EU einlegten. Zu den Beschwerdeführen gehören Unternehmen wie der Axel Springer Verlag, der US-Konzern News Corp. und sogar Microsoft aber auch eine Vielzahl von Betreibern kleinerer Shopping-Angebote im Netz.
Ob die EU-Kommission den Google-Vorschlag akzeptieren wird, darf bezweifelt werden. Als zu dominant wird die Position des Suchmaschinenbetreibers angesehen. Bis das endgültige Urteil in dem Verfahren fällt, dürften also noch einige Jahre vergehen. Der Konzern gibt sich bislang kämpferisch und hat für ein Verfahren auch das nötige Geld in der Hinterhand. Nach einem Vergleich sieht es derzeit jedenfalls nicht aus, auch wenn sich Google mit der vorgeschlagenen Auktionslösung ein klein wenig bewegt hat.
Nachgebesserter Vorschlag
Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, hat Google Ende August der EU-Kommission eine technische Lösung angeboten, mit der auch Wettbewerber ihre Sichtbarkeit erhöhen könnten. In einem vorherigen von der EU abgelehnten Vorschlag hatte Google sich das Recht vorbehalten, auf den zwei ersten Werbeplätzen in den Suchergebnissen eigene Anzeigen für Google Shopping schalten zu dürfen. In dem nachgebesserten Vorschlag bietet Google jetzt an, für die eigenen Werbeanzeigen einen theoretischen Mindestpreis zu veranschlagen. Konkurrenten könnten diesen innerhalb einer Auktion für Suchbegriffe überbieten und sich damit auch auf diesen Positionen platzieren.Ob die EU-Kommission den Google-Vorschlag akzeptieren wird, darf bezweifelt werden. Als zu dominant wird die Position des Suchmaschinenbetreibers angesehen. Bis das endgültige Urteil in dem Verfahren fällt, dürften also noch einige Jahre vergehen. Der Konzern gibt sich bislang kämpferisch und hat für ein Verfahren auch das nötige Geld in der Hinterhand. Nach einem Vergleich sieht es derzeit jedenfalls nicht aus, auch wenn sich Google mit der vorgeschlagenen Auktionslösung ein klein wenig bewegt hat.
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