Motorola Moto G5: Günstiges Smartphone überzeugt im Test nicht

Motorola, Moto G5, Lenovo Moto, Motorola Moto G5 Bildquelle: Mobiwatch
Das Motorola Moto G5 liegt bereits bei der Preisempfehlung knapp unter 200 Euro, die Straßenpreise werden weiter fallen. Für dieses Geld er­hal­ten Käufer ein IPS-Display mit 5 Zoll, eine 13-Megapixel-Kamera und 16 Gi­ga­by­te erweiterbaren Speicher. Der Test zeigt die Stärken und Schwächen.
800 Euro oder mehr für ein Smartphone ausgeben? Das kommt für manche Interessenten überhaupt nicht in die Tüte. Wozu auch, denn aktuelle Mobiltelefone gibt es heutzutage schließlich schon ab etwa 80 Euro. Wobei man in dieser Preisklasse schon arg kompromissbereit sein muss.

Wenn es doch etwas Solideres sein soll, wird man in der Liga zwischen rund 150 und 250 Euro gewiss fündig. Mittendrin rangiert das Motorola Moto G5 mit seiner Preisempfehlung von 199 Euro, der Straßenpreis legt jetzt zum Start mit ca. 185 Euro los. Was Kunden für ihr Geld bekommen und warum das Moto G5 nicht die beste Wahl ist, sagt der Test.


Display-Größe

Der Touchscreen des Motorola Moto G5 misst 5 Zoll oder 126 Millimeter in der Diagonale - überraschenderweise weit weniger als das Vorjahresmodell an den Tag legt: Die Matt­scheibe des Motorola Moto G4 bringt es nämlich auf stattliche 5,5 Zoll oder 139 Millimeter. Damit ist die Anzeigefläche des Nachfolgers immerhin 17 Prozent kleiner.

Doch das ist auch gut so, denn 2016 hatten Kunden quasi keine Wahl, wenn sie sich für die neuen G-Modelle interessierten, denn auch das Motorola Moto G4 Plus kommt mit 5,5-Zoll-Monitor. Das hat Mutterfirma Lenovo in diesem Jahr besser gelöst, denn mit dem Moto G5 Plus steht schließlich noch ein Modell mit größerem Display zur Disposition - welches allerdings mit 5,2 Zoll ebenfalls kleiner wurde als sein Vorgänger.

Es macht also ganz den Anschein, als wollten die Chinesen die Modelle mit größerem Panel der teureren Z-Serie überlassen. Test Motorola Moto G5

Display-Auflösung

Die Auflösung von 1080 x 1920 Pixel blieb indes gleich, weshalb natürlich die Schärfe im selben Maße zulegte auf nunmehr 306 Pixel pro Quadratmillimeter oder 444 ppi. Damit rangiert der Kandidat immerhin 10 Prozent über dem aktuellen Durchschnitt.

Angesichts des vergleichsweise geringen Straßenpreises von jetzt zum Start 189 Euro ist das enorm: Kunden erhalten eine erheblich höhere Pixeldichte als sonst üblich für diesen Betrag, 76 Prozent mehr, um genau zu sein. Auch die Darstellungsqualität stimmt, denn die Entwickler haben dem Moto G5 ein Dual-Domain-IPS-Panel spendiert, die roten, grünen und blauen Subpixel sind mithin auf zwei Achsen angeordnet, was die Blickwinkelstabilität erheblich erhöht.

Die Icons auf den Homescreens beispielsweise wirken dadurch beinahe wie aufgedruckt, selbst aus extremen Winkeln heraus. Nicht zuletzt liefert die Mattscheibe eine Helligkeit von bis zu 568 Candela pro Quadratmeter in hellen Umgebungen: 17 Prozent überdurchschnittlich für LCD-Mattscheiben. Eine grandiose Qualität für diesen Preis! Test Motorola Moto G5

Prozessor

Als Rechenchip haben sich die Chinesen für den Snapdragon 430 aus dem Hause Qualcomm entschieden, dessen acht Cortex-A53-Kerne mit gemächlichen 1,4 und 1,1 Gigahertz getaktet sind. Unterstützt wird er vom Grafikmodul Adreno 505 sowie von 2 Gigabyte Arbeitsspeicher. In Kürze soll für gerade mal 10 Euro mehr auch eine Version mit 3 Gigabyte Arbeitsspeicher folgen, die zum Test bereits vorlag.

Diese erzielt in der Gesamtwertung von mehr als 50 erfassten Einzelwerten aus 15 verschiedenen Benchmarks ein Ergebnis, das 41 Prozent unter dem Durchschnitt aller in den letzten 24 Monaten getesteten Smartphones liegt. Ein arg mageres Ergebnis, doch für diesen Preis entspricht die Leistung haargenau dem Mittelwert.

Was das in der Praxis bedeutet, wird anhand des grafisch aufwändigen Spiels "Dead Trigger 2" überprüft. Hier erzielt der Proband 39 von möglichen 60 Frames pro Sekunde, stellt die Szenen also weitgehend flüssig dar.

Zum Vergleich: Selbst Flaggschiffe wie das Samsung Galaxy S8, das mehr als viermal so viel kostet wie das Moto G5, kommen hier auf bestenfalls 45 fps. Eine beachtliche Leistung des Motorola mithin - vor allem, wenn man den auf den ersten Blick schlecht scheinenden Wert der Benchmarks bedenkt.

Wer also nicht unbedingt maximale Rechenkraft benötigt, sollte mit dem Moto G5 gut über die Runden kommen. Im Vergleich zum Vorgänger mit dem Snapdragon 617 ein minimaler Rückschritt: Das 2016er-Modell schippert derzeit 38 Prozent unter dem Mittel. Für dessen Besitzer also keinerlei Grund umzusteigen. Test Motorola Moto G5 Test Motorola Moto G5

Akku

Ein mit wenigen Handgriffen wechselbarer Akku hat heutzutage bereits Seltenheitswert, weshalb an dieser Stelle explizit darauf hingewiesen sei, dass sich der 2.800 Milliamperestunden Stromspeicher beim G5 vom Nutzer austauschen lässt. Im Laufzeittest hält der Proband damit 488 Minuten lang durch: 7 Prozent weniger als üblich. Damit liegt das Motorola noch im grünen Bereich. Heißt, dass Normalnutzer es über den Tag schaffen sollten. Intensivnutzer werden jedoch zwischentanken müssen.

Und wieder ein Rückschritt im Vergleich zum Vorjahresmodell: Das Moto G4 kommt unter identischen Umständen auf 580 Minuten und rangiert damit aktuell 11 Prozent über dem Mittel. Macht ergo eine um satte 19 Prozent längere Laufzeit! Test Motorola Moto G5 Test Motorola Moto G5 Wer zu diesen Resultaten den Vergleichswert seines jetzigen Smartphones wissen möchte, findet im Folgenden die Ergebnisse aller bisher nach diesem Verfahren getesteten Mobiltelefone. Anhand des Unterschiedes lässt sich dann für das individuelle Nutzerverhalten vorhersagen, wie viel besser oder schlechter der Proband in der Praxis sein wird. Nicht auf die Minute exakt, aber jeder Nutzer bekommt eine gute Vorstellung davon, was dies für ihn persönlich in der Praxis bedeutet:

Akkulaufzeit-Tabelle bei Mobiwatch

Ladezeiten

Der Hersteller legt dem Telefon ein Ladegerät bei, das bis zu 10,4 Watt liefert und den zuvor vollständig entleerten Akku binnen 15 Minuten zurück auf 18 Prozent bringt. Nach 30 Minuten sind es 33 Prozent und nach einer Stunde 66 Prozent.

Für die volle Ladung benötigt der Kandidat 130 Minuten: Angesichts der Kapazität 10 Prozent langsamer als im Schnitt. Macht aber nichts, denn schnelles Laden nutzt die Kraftzelle ohnehin bis zu fünfmal schneller ab als beim normalen Laden. Das Moto G4 lässt sich mit 307 Minuten aber arg lang Zeit: 59 Prozent unter dem Mittel für dessen 3.000 Milliamperestunden.

Speicher

Das Moto G5 kommt wie sein Vorgänger mit 16 Gigabyte internem Speicher, von denen nach Aktualisierung aller vorinstallierten Komponenten noch 8,8 Gigabyte netto übrigbleiben. Das ist ein wenig mager, nicht zuletzt auch in Relation zum Preis: Kunden erhalten derzeit 22 Prozent weniger Ablageplatz als gemeinhin üblich.

Lenovo hätte also besser 32 Gigabyte springen lassen. Trotzdem stellt das kein Ausschlusskriterium dar, denn unter dem abnehmbaren Rückdeckel findet sich ein Micro-SD-Slot, offiziell werden Chips mit bis zu 128 Gigabyte unterstützt; meist funktionieren aber auch größere Karten.

Wer den Akku entfernt, wird zudem überrascht sein, drei Slots vorzufinden: einmal Micro-SD plus zweimal Nano-SIM. Und die Software unterstützt auch wirkliches Dual-SIM, sogar hierzulande. Da kann man dann auch ruhig ein Auge beim Speicher zudrücken.

Sonstiges

In LTE-Netzen empfängt der Kandidat Daten mit maximal 150 Megabit pro Sekunde, WLAN ac wird aber nicht unterstützt. Immerhin funkt das Motorola aber im 5-Gigahertz-Band von WLAN n; auch das war bereits beim Moto G4 der Fall. Bluetooth 4.2 ist mit an Bord, NFC wiederum nicht.

Der neue Standard USB-C ist ebenfalls nicht mit von der Partie, was im Gegenzug bedeutet, dass Anwender keine Adapter benötigen, wenn sie beispielsweise alte Netzteile weiterverwenden möchten. Der SAR-Wert von 0,618 Watt pro Kilogramm (Kopf) bewegt sich im unteren Drittel.

Einen IP-Schutz kann das Moto G5 zwar nicht vorweisen, doch wie bei Motorola üblich, wurden laut Hersteller sämtliche Bauteile innen und außen mit einem Nano-Coating versehen, Flüssigkeiten perlen also weitgehend ab. Das kommt zwar keiner Garantie gleich, doch falls das Telefon einmal ins Wasser plumpsen sollte, sind die Chancen ein wenig höher, dass die Elektronik das überlebt.

Tipp: Umgehend den Akku entfernen und mehrere Stunden an einem trockenen, warmen Ort lagern - je länger, desto besser. Und vor allen Dingen auf gar keinen Fall die USB-Buchse nutzen! Alle weiteren Details der Ausstattung finden sich wie immer auf der letzten Seite dieses Tests in Form einer ausführlichen Tabelle.

Lesen Sie auf Seite 2 alles zur multimedialen Ausstattung des Smartphones. Desweiteren gehen wir auf die Handhabung ein. Motorola, Moto G5, Lenovo Moto, Motorola Moto G5 Motorola, Moto G5, Lenovo Moto, Motorola Moto G5 Mobiwatch
Mehr zum Thema: Lenovo
Diese Nachricht empfehlen
Kommentieren6
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!
Einloggen

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Ab 18:55 Uhr Synology Network Video Recorder NVR216 (4CH)Synology Network Video Recorder NVR216 (4CH)
Original Amazon-Preis
380,00
Im Preisvergleich ab
269,00
Blitzangebot-Preis
295,89
Ersparnis zu Amazon 22% oder 84,11

Lenovos Aktienkurs

Lenovo Aktienkurs -1 Jahr
Zeitraum: 1 Jahr

Tipp einsenden