Motorola Moto G5: Günstiges Smartphone überzeugt im Test nicht

Foto

Da Motorola keine eigene Nutzeroberfläche über Android legt, bleibt es bei der nativen Kamera-App von Google. Diese gibt sich gewohnt spartanisch, was einerseits Übersichtlichkeit schafft. Am linken Rand: Icons für Timer, Blitz und HDR - sogar Auto-HDR ist hier möglich, was beispielsweise Huawei nicht einmal in seinen Topmodellen umsetzt.

Mit einem Wisch von Links blendet man die Einstellungen ein, die ebenfalls sehr übersichtlich und groß sind. Inzwischen zeigt Android sogar an, wenn der Autofokus eingerastet ist - wobei Grün als Signalfarbe da besser geeignet wäre als Gelb und die Darstellung ruhig etwas weniger dezent erfolgen könnte.

Positiv außerdem: Sofern ein Gesicht erkannt wird, markiert die Software dies mittels eines gelben Quadrats. Einziger größerer Kritikpunkt: Anstelle zweier getrennter Auslöser für Fotos und Videos müssen Anwender über den Modus-Selektor, der zudem Panorama-, Zeitraffer- und manuellen Modus bereithält, die Einstellung ändern, was im Ernstfall wertvolle Zeit kostet.

Frontkamera + Blitz

Die Front-Optik schießt Selfies mit 5 Megapixel, Festfokus und einem mittelprächtigen Blenden­wert von f 2,2. Alles im Rahmen des Üblichen, auch qualitativ - damit kann man leben. Und identisch wie bereits beim Moto G4.

Das gilt auch für die Videos in Full HD (1920 x 1080 Pixel), die ebenfalls eine ordentliche Qualität aufweisen. Auf der Rückseite findet sich eine weiße LED; welche 60 Lux liefert - durchschnittlich. Der Nahbereich wird damit brauchbar ausgeleuchtet.

Bildqualität

Die Hauptkamera fertigt Fotos mit rund 13 Megapixel an, und das ist für diesen Preis exakt ein Drittel mehr als im Schnitt. Deren Qualität bei guten Lichtverhältnissen fällt meist prima aus, die Schärfe ist gut bis in die Ecken und die meisten Details bleiben erhalten.
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Auch Farben, Belichtung, Kontraste und Dynamik gefallen gut - selbst ohne HDR, doch mit natürlich noch besser.

Die Sache hat aber zwei Haken: Erstens verzerrt das Objektiv zu den Ecken hin recht stark, bei Gebäuden zum Beispiel verlaufen die Kanten damit nicht lotrecht.

Das dürfte manchem Nutzer aber nicht einmal auffallen. Schwerer wiegt da schon Problem Nummer zwei: Mitunter fand die Software im Test nicht die optimale Einstellung für den Autofokus, denn einige der Probeaufnahmen waren schlichtweg unscharf, mal ein wenig, mal ganz erheblich. Und das, obwohl der Autofokus-Indikator signalisiert hatte, die Scharfstellung sei abgeschlossen.

Unter mäßigen Lichtbedingungen zeigt sich - typisch für Smartphones - ein deutliches Bildrauschen, das aber selbst unter schlechten Verhältnissen noch erträglich bleibt. Da jedoch ein optischer Stabilisator fehlt, was in dieser Preisklasse keineswegs überrascht, braucht man ein ruhiges Händchen, oder besser noch ein Stativ oder anderweitige Ablage.

Insgesamt also nicht gerade eine überwältigende Qualität, doch wer es nicht allzu genau nimmt, dürfte sich damit arrangieren können. Für Facebook, WhatsApp & Co. reicht es allemal. Zusammen mit den erfreulich ansehnlichen Nahaufnahmen reicht es daher in der Fotowertung trotz aller Kritik doch noch zu einem "Befriedigend". Test Motorola Moto G5 Test Motorola Moto G5

Video

Bewegtbilder zeichnet das Moto G5 wie sein Vorgänger in Full HD auf, die Bildrate beträgt 30 Frames pro Sekunde, die doppelte Frequenz steht nicht zur Verfügung. Die Schärfe der Clips ist prinzipiell gut, doch gehen manche Details verloren.

Außerdem saufen dunkle Partien des Motivs ein wenig ab und allgemein wirken die Aufnahmen etwas grobkörnig. Der Stereo-Ton gefällt recht gut, ist aber ziemlich anfällig für Windgeräusche. Positiv fällt auch der elektronische Stabilisator auf, der einen überraschend guten Job macht, auch wenn er optischen Stabilisatoren natürlich nicht das Wasser reichen kann.

So weit, so gut. Doch leider pumpt der Autofokus regelmäßig, teilweise gar alle paar Sekunden, und das nervt gewaltig. Das verblüfft umso mehr, als dass der Vorgänger vom letzten Jahr, das Moto G4, diese Probleme noch nicht hatte. Beim Moto G5 erfolgt deshalb eine Abwertung der Videowertung auf "mangelhaft". Test Motorola Moto G5 Test Motorola Moto G5

Audio

Ein Kopfhörer gehört beim Moto G5 nicht zum Lieferumfang, was in Anbetracht der fast durchweg mageren Qualität aber keinen großen Verlust darstellt. Als Trostpflaster gibt es ein UKW-Radio … für dessen Nutzung man allerdings ein kabelgebundenes Headset benötigt, das im Lieferumfang nicht enthalten ist.

Für den Hörtest am Kopfhörerausgang werden als Referenz die Ultimate Ears Reference Monitors verwendet. An diesen erzeugt der Kandidat einen recht harmonischen, natürlichen Klang. Allerdings fehlt es den Höhen ein wenig an Frequenzgang, da hört sich die Referenz, das Samsung Galaxy Note 4, ein Stück spritziger und präziser an.

Zudem könnten die Bässe eine Spur mehr Volumen vertragen - auch das dürfte an einem etwas zu früh einbrechenden Frequenzgang liegen. Aber das ist Kritik auf hohem Niveau und nur erkennbar im direkten Vergleich mit hochwertigem Equipment, den meisten Nutzern dürfte das völlig reichen. Am Ende reicht es dem Moto G5 in der Audiowertung dementsprechend auch zu einem strammen "Gut", punktgleich mit dem Moto G4. Test Motorola Moto G5 Test Motorola Moto G5

Verarbeitung

Die Haptik des Motorola Moto G5 entspricht dem Preis, also kein Aluminium-Unibody oder andere Extravaganzen. Aber eine rundum solide Verarbeitung: Im Verwindungstest erweist sich der Kandidat als erfreulich stabil, gibt kaum Geräusche von sich und bewegt sich auch nicht übergebührlich stark.

Einzig der etwas scharfe Rand des Frontglases an der Aussparung für die Hörmuschel muss ein wenig gerügt werden: Auch wenn die Chinesen hier inzwischen nachgebessert haben im Vergleich zu den Vorjahresmodellen, ist das noch nicht gänzlich optimal.

Maße

Trotz des mit 5 statt 5,5 Zoll kleineren Bildschirms fällt das Moto G5 aber nicht signifikant kompakter aus als das Moto G4. Gemessen wurden rund 73 x 144 x 9,2 statt 77 x 153 x 7,8 Millimeter, also kein überwältigender Unterschied.

Das gilt auch für das Gewicht von 150 statt 154 Gramm: Ohne Waage wird es schwierig, diese Differenz zu registrieren. Wer also glaubt, mit dem Moto G5 ein wesentlich handlicheres Smartphone als das Moto G4 zu erwerben, wäre auf dem Holzweg.

Eingerahmtes Display

Über Design lässt sich bekanntlich streiten, doch der leicht überstehende Rahmen ringsum führt zu zwei darüber hinaus gehenden Problemen: Erstens setzt sich hier trefflich Staub ab - der aber immerhin einfach weggewischt werden kann.

Der zweite Punkt wiegt da schon schwerer: Will man Icons von einem Startbildschirm zum nächsten schieben, wirkt besagter Rahmen wie ein Stopper, das ist nicht unbedingt angenehm. Kein Dealbreaker, aber man sollte die Kompromisse, die man eingehen muss, vor dem Kauf kennen.
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Verschenkte Chancen

Der Fingerabdrucksensor auf der Front in der Mitte unterhalb des Touchscreens hat keine weitere Funktion, als das Telefon und Apps zu entsperren oder Käufe zu autorisieren. Das Anrufen von Kontakten, Annehmen von eingehenden Anrufen oder Scrollen ist nicht möglich. Auch dient der Scanner nicht als Home-Button. Verschenkte Chancen!

Es ginge intuitiver

Anwender werden zudem das Icon für das Menü vermissen; stattdessen deutet ein kleiner Pfeil an, dass sich der App Launcher durch eine Wischgeste nach oben einblenden lässt. Innerhalb des Menüs werden die Seiten jedoch, anders als beim Samsung Galaxy S8, nicht horizontal gewechselt, sondern der Nutzer scrollt weiterhin vertikal durch die obligatorisch alphabetisch aufgelisteten Apps.

Daraus resultiert, dass man nicht wie bei Samsung jederzeit durch einen weiteren vertikalen Wisch zurück zu den Startbildschirmen gelangt, lediglich wenn man den "oberen Rand" des Menüs erreicht hat. Alternativ lässt sich natürlich jederzeit das Home-Icon der Onscreen-Navigation verwenden.

Nicht tragisch, aber die strikte und einfache Logik von Samsung geht gefühlt nach 20 Sekunden in Fleisch und Blut über, erweist sich mithin als deutlich intuitiver und gerade bei der Bedienung mit einer Hand als schneller. Und komfortabler.

Wenig praktikabel

Das native Android 7.0 ergänzt Motorola einzig durch die bekannte "Moto" App, die im Falle des Moto G5 eine reichhaltige Gestensteuerung bringt, wie beispielsweise zweimaliges Hacken zum Starten der Taschenlampe. Darüber hinaus führt die App das "Info-Display" ein, in dem neben Datum, Uhrzeit und Akkustand auch Ereignisse wie verpasste Anrufe oder anstehende Termine angezeigt werden.

Motorola nennt diese Funktion ganz zurecht nicht "Always-on-Display" wie etwa Samsung oder LG, denn weil es sich nicht um ein AMOLED-Panel handelt, würde das zu viel Strom verbrauchen. Stattdessen wird die Anzeige nur aktiviert, wenn man das Telefon zur Hand nimmt.

Und auch dann nur knapp drei Sekunden: Weitaus zu wenig, um auch nur einen Eindruck zu bekommen, was alles anliegt! Und verlängern lässt sich diese Spanne nicht, auch nicht beispielsweise durch Berühren des Touchscreens. Darüber könnte man noch hinwegsehen, weil es sich schließlich um einen Bonus handelt.

Doch leider haben die Entwickler die Info-LED auf der Front weggelassen, also sind Anwender fast schon gezwungen, das "Info-Display" zu nutzen. Das dies dann in der Praxis wenig hilfreich ist, führt dann doch zu moderaten Punktabzügen in der Handhabungswertung.
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Komfort keine Stärke

Auch wenn Android als Betriebssystem mittlerweile eine Menge sinnvolle Funktionen zu bieten hat, gehört Komfort nach wie vor nicht unbedingt zu den größten Stärken der Nutzeroberfläche. So fehlt zum Beispiel "Tap 2 Wake", also die Möglichkeit, das Telefon per Doppeltipp auf den Touchscreen aus dem Standby-Modus zu wecken.

Ja, das übernimmt der Fingerabdruck-Sensor, doch schließlich mag nicht jeder seine Fingerabdrücke preisgeben. Darüber hinaus nervt, dass jede USB-Verbindung bestätigt werden muss. Das bedeutet in der Praxis, zunächst das Benachrichtigungscenter zu öffnen, die entsprechende Infozeile anzuklicken und dann die Option von "Dieses Gerät aufladen" auf "Daten übertragen" abzuändern.

Jedes Mal! Völlig unverständlich, dass Android 7 nicht in der Lage ist, eine Einstellung oder den zuletzt verwendeten Modus zu speichern. Weshalb es in der Handhabungswertung am Ende lediglich zu einem knappen "Gut" reicht. Aber das stellt ja keine Wertung dar, wegen der man vom Kauf Abstand nehmen müsste.

Auf Seite 3 erfahren Sie, welches Fazit wir gezogen haben. Auch wie sich die Testwerte zusammensetzen ist dort beschrieben.
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